NZXT H700i im Test: Kontrastreicher Midi-Tower mit Empfehlung

Carsten Lissack 109 Kommentare
NZXT H700i im Test: Kontrastreicher Midi-Tower mit Empfehlung

tl;dr: Das kontrastreiche NZXT H700i wartet mit vier vorinstallierten Lüftern und vielen weiteren Extras wie einer LED-Beleuchtung und PWM-Lüfter-Hub auf. Da der Midi-Tower auch in der Praxis gut abschneidet, fällt eine Empfehlung selbst bei einem aktuellen Marktpreis von 180 Euro nicht schwer.

Einleitung

NZXT schafft es immer wieder, sich mit Produktneuvorstellungen von der Masse abzusetzen. Dieses Mal gelingt es dem Hersteller mit dem Midi-Tower H700i durch die kontrastreiche Farbgestaltung im Zusammenspiel mit dem gläsernen Seitenteil.

Ein für ein Computergehäuse eher außergewöhnliches Ausstattungsmerkmal ist auch die Kompatibilität des im Gehäuse verbauten PWM-Hubs mit der PC-Monitoring-Software CAM, über die diverse Systemwerte, unter anderem die der mitgelieferten Lüfter, ausgelesen und in Echtzeit angepasst werden können.

NZXT H700i
NZXT H700i

Das NZXT H700i bietet somit augenscheinlich die perfekte Basis für ein Blicke fangendes System, das zahllose Möglichkeiten der Erweiterung oder Modifizierung mit sich bringt. Mit seinem aktuellen Marktpreis von knapp 180 Euro ist das H700i zwar kein Schnäppchen mehr. Wie der heutige Test zeigen wird, lohnt sich die Investition in den Midi-Tower trotzdem.

Lieferumfang und Ausstattung

Zur Grundausstattung des NZXT H700i gehören insgesamt vier Gehäuselüfter, von denen drei Exemplare eine Rahmenbreite von 120 mm aufweisen. Ein zusätzlicher 140-mm-Lüfter findet im Heck des Midi-Towers Platz. Die maximale Umdrehungszahl der 120-mm-Ventilatoren liegt bei 1.200 U/min, das 140-mm-Modell schafft 1.000 U/min.

Merkmale der vorinstallierten Lüfter
Position Größe U/min Anschluss Anlaufspannung
Front 3 × 120 mm 1.200 3-Pin 3,4 Volt
Heck 1 × 140 mm 1.000 3-Pin 2,8 Volt

Neben dem obligatorischen Schraubenmaterial legt NZXT dem H700i zusätzlich einen RGB-LED-Leuchtstreifen mit Selbstklebestreifen bei. Die Gebrauchsanweisung erklärt zwar sämtliche Montageschritte anhand von detaillierten Schwarz-Weiß-Skizzen, fällt ansonsten aber aufgrund der multilingualen Ausführung wortkarg und unübersichtlich aus. Hier ist definitiv noch Verbesserungspotenzial vorhanden.

Mit seinen Abmessungen von 494 × 230 × 516 mm erreicht das H700i ein äußeres Volumen von 58,63 Liter und passt damit gut zu den klassischen Midi-Towern. Demnach passen Hauptplatinen bis zum ATX-Formfaktor in das Gehäuse hinein. Gefertigt wird das H700i im Wesentlichen aus Stahl, Glas und etwas Kunststoff und bringt im Werkszustand ein Leergewicht von knapp 12,3 kg auf die Waage.

NZXT H700i
Mainboard-Format: ATX, Micro-ATX
Chassis (L × B × H): 494 × 230 × 516 mm (58,63 Liter)
Seitenfenster
Material: Kunststoff, Stahl, Glas
Nettogewicht: 12,27 kg
I/O-Ports: 2 × USB 3.1 Type A, 2 × USB 2.0, HD-Audio, Lüftersteuerung
Einschübe: 3 × 3,5" (intern)
6 × 2,5" (intern)
Erweiterungsslots: 7
Lüfter: Front: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (3 × 120 mm inklusive)
Heck: 1 × 140/120 mm (1 × 140 mm inklusive)
Deckel: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Staubfilter: Front, Netzteil
Kompatibilität: CPU-Kühler: 185 mm
GPU: 413 mm
Netzteil: Unbeschränkt
Preis: ab 179 €

Perfekt ausgearbeitete zweifarbige Gestaltung

Von der linken Seite durch ein großzügig geschnittenes und transparentes Glasseitenteil geschmückt, verlaufen parallel an der oberen und vorderen Kante mehrere Zentimeter dicke Meshstreifen in roter Farbe, die wiederum bündig mit dem Front- beziehungsweise Topcover aus Stahl abschließen. Im Inneren finden sich ebenfalls farbige Teile.

Äußerst vorbildlich ist zudem, dass NZXT den äußeren Rand des Glasseitenteils schwarz foliert hat, sodass der dahinterliegende Stahlkorpus nicht sichtbar ist. Optisch hat NZXT sein Können durch das Kontrastspiel und die Details beim H700i schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Das rechte Seitenteil kommt ohne Besonderheiten aus und ist hingegen klassisch aus Stahl gefertigt. Anhand der Rückseite lässt sich ablesen, dass bis zu sieben Erweiterungssteckplätze vorhanden sind. Außerdem verfügt der Midi-Tower über Langlöcher, wodurch sich der vorinstallierte 140-mm-Hecklüfter in seiner Höhe anpassen lässt. Das Netzteil wird wie inzwischen üblich unten am Boden des Gehäuses verstaut und in diesem Fall mittels Bracket eingebaut.

NZXT H700i – Panel
NZXT H700i – Panel

Neben zwei inzwischen veralteten USB-2.0-Schnittstellen hat das NZXT H700i außerdem die gleiche Anzahl moderner USB-3.1-Typ-A-Anschlüsse zu bieten und ist zumindest in letzterer Hinsicht auf dem aktuellen Stand der USB-Technik.

Weiterhin sind zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen im Panel eingelassen, von denen jeweils eine als Soundausgang und Mikrofoneingang dient. Rechts vom Panel befindet sich ein großer runder Startknopf mit festem Druckpunkt und integrierter weißer Status-LED.

Front- und Topcover sind leicht zu entfernen. Hinter ersterem verbirgt sich ein feiner Nylonstaubfilter, der die drei dahinterliegenden Frontlüfter daran hindern soll, zu viel Staub aus der Umluft in den Midi-Tower zu befördern. Dank Befestigung mittels Magneten ist auch er schnell aus- und wieder eingebaut.

Unter dem Topcover befindet sich ein langes schwarzes Lüfter-Bracket, in das sich bis zu drei weitere 120-mm-Lüfter oder alternativ zwei 140-mm-Exemplare verbauen lassen. Auf einen Staubfilter wurde hier verzichtet – daher sollten Ventilatoren ausblasend montiert werden, wenn kein unnötiger Staub in das Gehäuse gesogen werden soll.

Als sehr praktisch erweist sich der Knopf oben links auf der Rückseite. Er entriegelt das rechte Seitenteil vollständig, sodass es ohne weitere Handgriffe abgenommen werden kann. Zum Schluss noch von unten begutachtet, bleiben lediglich der Netzteil-Staubfilter aus Nylon sowie die vier durch Gummisohlen entkoppelten Standfüße zu erwähnen.

Von seiner äußeren Seite erweist sich das NZXT als ausgereifter und hochwertig verarbeiteter Midi-Tower. Es leistet sich keine Patzer hinsichtlich der Verarbeitungsqualität und bietet überall die notwendige Verwindungssteifigkeit. Eine solche und keine andere Darbietung sollte jeder Midi-Tower besitzen.

Moderner Innenraum mit farbiger AGB-Halterung

Innen sticht einem sofort das rote, längs verlaufene Stahl-Bracket ins Auge. Hierbei handelt es sich lediglich um eine Aufnahme für einen Ausgleichsbehälter, also ein Bauteil, das für individuell zusammengestellte Wasserkühlungen benötigt wird. Ansprechend sieht es im Zweifelsfall auch ohne Funktion aus.

Ein klassischer Festplattenkäfig, der wie üblich direkt hinter den Frontlüftern im Inneren des Gehäuses zu finden ist, existiert beim NZXT H700i nicht. Stattdessen sind an verschiedenen Stellen Montagerahmen vorzufinden, beispielsweise an der Vorderseite des Raumtrenners oder darauf. Hier alleine finden bis zu drei 2,5"-SSDs Unterkunft.

Im Deckel wurde von NZXT sehr dezent eine dünne Platine mit RGB-LEDs verbaut. Die im Lieferumfang beigefügte RGB-LED-Platine kann an beliebiger Stelle zusätzlich eingebaut werden.

Verbunden werden diese anschließend mit dem unscheinbaren PWM-Hub, das sich hinter dem länglichen roten Bracket befindet. An den Hub lassen sich bis zu drei Lüfter oder mehr über die beiliegenden Y-Adapter anschließen und regeln. Pro Kanal ist eine Leistungsabgabe von bis zu 10 Watt spezifiziert.

NZXT H700i – Lüfter- und LED-Hub im Detail
NZXT H700i – Lüfter- und LED-Hub im Detail

Kabelkanäle an der Rückseite erleichtern Kabelmanagement

Neu ist die Art und Weise der Kabelführung hinter dem Mainboardtray, wie sie sich NZXT einfallen ließ. Statt wie üblich die Befestigung mittels Kabelbinder durch Ösen zu lösen, hat der amerikanische Hersteller mehrere Kunststoffbahnen an der Rückseite angebracht, in der die Kabel systematisch entlang verlegt und mittels zahlreicher Klettverschlüsse zuverlässig befestigt werden können.

An der Rückseite befinden sich weiterhin zwei Festplatten-Brackets für 2,5"-SSDs. Unter dem Raumtrenner ist zudem ein modularer Festplattenkäfig verbaut, der entweder zwei 2,5"- oder 3,5"-Festplatten ohne Entkopplung aufnimmt.

Auch der Innenraum des H700i hinterlässt einen sehr soliden Eindruck. Er ist gut durchdacht, sämtliche Brackets sind ausreichend verwindungssteif und er bietet einige Innovationen, die bisher noch kein anderes Computergehäuse in dieser Art gezeigt hat.

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