Beuteboxen & Overwatch: Blizzard in Belgien zu Änderung gezwungen

Max Doll 75 Kommentare
Beuteboxen & Overwatch: Blizzard in Belgien zu Änderung gezwungen
Bild: Blizzard

Overwatch war eines derjenigen Spiele, anhand denen die belgische Glücksspiel-Kommission Beuteboxen als Glücksspiel klassifiziert hatte. Dementsprechend zählt der Shooter zu den ersten Spielen, die Änderungen an ihrem Verkaufssystem vornehmen müssen.

Die Kommission hatte im April nicht nur eine entsprechende Einschätzung veröffentlicht, sondern auch umfangreich begründet und unter Androhung von Strafen die Einhaltung der Glücksspiel-Gesetze gefordert, gegen die Beutebox-Systeme verstoßen. Begründet wurde die Notwendigkeit zum Handeln insbesondere mit dem nötigen Schutz von Minderjährigen.

Als Konsequenz deaktiviert Blizzardin Kürze“ die Option zum Kauf von Beuteboxen in Overwatch und dem MOBA Heroes of the Storm für Spieler in Belgien. Dort existiert künftig nur noch die Möglichkeit, Kisten durch Spielwährung zu erwerben – was potentiell verdeutlichen kann, wie stark Zufallsmechaniken auf Zusatzkäufe dringen. Im Rest der Welt bleibt die Kaufoption unverändert bestehen.

Kein Verständnis und kein Spielraum

Die Rahmung der Ankündigung unterscheidet sich von Stellungnahmen anderer Publisher. Blizzard betont lediglich, die Einschätzung der Kommission nicht zu teilen und kündigt an, „offen für weitere Diskussionen“ zu sein. Das Unternehmen habe sich aber „entschieden“, der „Interpretation des Gesetzes“ der Kommission zu folgen und deshalb keine andere Wahl, als Änderungen am Spiel vorzunehmen. Die Kommission hatte die eigene Interpretation mit Verweis auf wissenschaftliche Erkenntnisse fundiert und bei Zuwiderhandlung empfindliche Konsequenzen in Aussicht gestellt, was den Spielraum der Publisher für andere Entscheidungen verringert hat.

Anders als Valve bei CS: Go und Dota 2 sowie 2K Games bei der NBA-Serie, die Kauf- beziehungsweise Handelsoptionen ebenfalls einschränken, versucht Blizzard in der Stellungnahme weder, die Beurteilung der Kommission zu diskreditieren noch Stimmung gegen die Behörde zu machen oder Spieler direkt dazu zu motivieren, für die Rückkehr der Ingame-Käufe einzutreten.

Die Redaktion dankt ComputerBase-Leser „Shririnovski“ für den Hinweis zu dieser Meldung!