Force MP510 im Test: Corsairs neue NVMe-SSD ist eine Alternative zur 970 Evo

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Daniel Albers 28 Kommentare

Temperatur & Drosselung

Aktuelle PCIe‑SSDs im M.2‑Format haben das Problem, dass die Verlustleistung in Form von Wärme bei sequentiellen Zugriffen größer ist als die, die SSDs über natürliche Konvektion bei typischen Umgebungstemperaturen an die Umgebung abgeben können. Als Resultat steigt die Temperatur der SSD mit der Dauer der Zugriffe an.

Um die SSD vor möglichen negativen Einflüssen bei zu hoher Temperatur zu schützen, greift eine in der Firmware implementierte Drosselung beim Erreichen einer vom Hersteller definierten maximalen Temperatur. Die folgenden Diagramme zeigen, welche maximale Temperatur der Hersteller gewählt hat und wie sich die thermische Drosselung auswirkt.

Testbeschreibung

Die SSDs befinden sich während der nachfolgenden Tests in einer PCIe‑x4‑M.2‑Adapterkarte im zweiten PCIe‑x16‑Slot auf dem MSI Z270 Carbon. Alle weiteren PCIe-Slots des Boards sind nicht bestückt. Auch eine dedizierte GPU ist somit nicht im System verbaut und versperrt weder den Luftstrom noch gibt sie eigene Abwärme ab. Das Gehäuse Phanteks Eclipse P400 ist an der linken Seite geöffnet. Vor der Durchführung des Tests wird abgewartet, bis sich die Temperatur der SSD im Leerlauf stabilisiert hat. Die Schreib- und Lesezugriffe im anschließenden Test haben eine Blockgröße von 128 KiB und werden mit einer Warteschlangenlänge von 32 ausgeführt. Die Messwerte werden im Intervall von einer Sekunde erfasst.

Die Corsair Force MP510 weist im Leerlauf eine Temperatur von 27 °C auf. Die Drosselung erfolgt beim Lesen beim Überschreiten von 64 °C und beim Schreiben beim Überschreiten von 60 °C. Die bekannte Testdauer von 300 Sekunden ließ nur eine Vermutung, aber keine fundierte Aussage darüber, wie die thermische Drosslung bei diesem Modell implementiert ist, zu. Aus diesem Grund wurde der Test mit einer längeren Laufzeit erneut durchgeführt.

Wie den Graphen mit der längeren Laufzeit zu entnehmen ist, wird bei dieser Implementierung versucht bei einer konstanten maximalen Temperatur eine konstante Datenrate sowohl beim Lesen wie auch beim Schreiben zu erreichen. Dieses funktionierte im Testsystem beim Schreiben mit 2.100 MB/s bei 63 °C relativ gut. Beim Lesen hingegen sprang die Übertragungsrate wiederholt zwischen 2.000 MB/s und 2.400 MB/s bei einer Temperatur zwischen 61 °C und 62 °C.

Bei dieser Implementierung der thermischen Drosselung hängt die Datenraten während der thermischen Drosselung sehr stark von der Art der Kühlung im System ab. Folglich kann dieser Fall im Testsystem nur ein exemplarischer Fall sein und nicht alle möglichen Konstellationen darstellen.

In Privat-PCs kaum von Relevanz

Bis zum Einsetzen der thermischen Drosselung wurden 522 GB in 154 Sekunden gelesen und 380 GB in 127 Sekunden geschrieben. Somit sollte die Drosselung für viele private Anwendungsfälle nicht relevant sein.

Neuzustand und Leistungsabfall

Zur Überprüfung der Leistungsbeständigkeit dient abermals der Benchmark CrystalDiskMark. Mit ihm werden Transferraten der SSDs zunächst im leeren Auslieferungszustand sowie bei fast vollständiger Befüllung (10 GB frei) überprüft.

CrystalDiskMark – Corsair Force MP510 960 GB
Neuzustand
(ohne Daten)
Hoher Füllstand
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu hoher Füllstand
Sequenzielles Lesen Q32T1 3446 3461 0 %
Sequenzielles Schreiben Q32T1 2997 3007 0 %
4K Q8T8 Lesen 1513 1522 1 %
4K Q8T8 Schreiben 1724 1725 0 %
4K Q32T1 Lesen 353 351 0 %
4K Q32T1 Schreiben 253 253 0 %
4K Q1T1 Lesen 50 50 0 %
4K Q1T1 Schreiben 183 185 1 %
Werte in MB/s

Die sehr geringen Abweichungen, die sich nicht von Messtoleranzen unterscheiden lassen, zeigen, dass die Corsair Force MP510 bei der Leistung sehr stabil ist.

Leistungsbeständigkeit

Auch beim Consistency-Test des PCMark 8 platziert sich die Corsair Force MP510 im oberen Testfeld. Die Kurve der MP510 weist dabei zwar eine überraschende Ähnlichkeit mit der der Samsung 960 Pro 512 GB auf, woraus sich aber kein direkter Rückschluss ziehen lässt.

Fazit

Mit der Force MP510 ist Corsair der erste Anbieter, der eine SSD mit den PS5012-E12 von Phison in den Handel bringt und somit als erster auf die relativ hohe Leistung des Controllers zurückgreifen kann. Beim CrystalDiskMark setzt sich die SSD auf dieser Basis dann auch gleich mit fünf Prozent Vorsprung auf den Zweitplatzierten beim sequentiellen Schreiben ab und erreicht schreibend beim 4KiB/Q1T1 den ersten Platz. Beim 4KiB/Q32T1-Test schreibend platziert sich die SSD hingegen überraschend weit hinten im Testfeld. Beim Kopiertest sortiert sich die Corsair Force MP510 im Mittelfeld ein. Insgesamt liegt die Leistung aber sehr hoch.

Corsair Force MP510
Corsair Force MP510

Corsair Force MP510 versus Samsung 970 Evo

Beim Vergleich der aktuellen Preise der Samsung 970 Evo im Test mit den UVP der Corsair Force MP510 ergibt sich bei zwei von vier Modellen schon jetzt ein Preisvorteil für Corsair. Mit der breiten Verfügbarkeit auf dem Markt sollte die Corsair Force MP510 allerdings im Preis fallen und sie so zu einer noch interessanteren NVMe-SSD-Alternative zur Samsung SSD 970 Evo werden. Die Garantie beträgt in beiden Fällen fünf Jahre.

Kapazität Corsair Force MP510 (UVP) Samsung SSD 970 Evo
240 / 250 GB 80 Euro 74 Euro
480 / 500 GB 135 Euro 125 Euro
960 / 1.000 GB 250 Euro 261 Euro
1.920 / 2.000 GB 490 Euro 516 Euro

ComputerBase hat die Force MP510 von Corsair leihweise zum Testen erhalten. Das Muster wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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