Core i9-9900K & i7-9700K im Test: Sehr schnell. Sehr durstig. Extrem teuer.

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Volker Rißka 838 Kommentare

Fazit und Empfehlung

Der Intel Core i9-9900K ist sowohl in Anwendungen als auch in Spielen die schnellste CPU, die es für die Mainstream-Sockel je gegeben hat. Dafür wird aber auch bereits ab Werk sehr viel elektrische Leistung gebraucht. Doch während dieses Verhältnis abseits von AVX im Vergleich zu AMD sogar noch zu Gunsten von Intel ausgeht, sind die (zum Start) aufgerufenen Preise für Intels erste LGA-1151-Acht-Kern-CPUs ein klares Argument gegen den Kauf.

Hohe Leistung zum sehr hohen Preis

Intels CPUs waren im Vergleich zu AMD schon immer (etwas) teurer, der Aufschlag für Core i 9000 ist aber enorm. Die UVP der Prozessoren in den USA passt dabei zwar noch ins Preisgefüge der anderen Modelle von Intel, doch hatte die UVP selten so wenig mit der Marktsituation zu tun wie aktuell. Insbesondere in Europa liegen die Preise deutlich darüber, selbst ein schlechter Wechselkurs und Steuern können dies nicht erklären – eine offizielle UVP in Euro oder Erklärung gibt es von Intel dann auch auf Nachfrage erst gar nicht.

Insbesondere der Core i9-9900K ist mit zum Start voraussichtlich um die 700 Euro deutlich zu teuer, aber auch der Intel Core i9-9700K für 550 Euro, der sich in Anwendungen ein direktes Duell mit dem AMD Ryzen 2700X liefert, kostet 50 Prozent mehr. In Spielen im CPU-Limit ist Intels 8-Kerner ohne Hyper-Threading zwar gut 20 Prozent schneller, im GPU-Limit schrumpft dieser Vorsprung aber deutlich zusammen.

Alle Intel-CPUs sind aktuell viel zu teuer

Auch im Vergleich zu anderen CPUs haben es Core i9-9900K und Core i7-9700K mit ihren Preisen trotz enorm hoher Leistung schwer. Wer als Kunde wirklich auf Anwendungen fokussiert ist und die meisten Threads für wenig Geld sucht, findet im AMD Ryzen Threadripper 1920X sogar 12 Kerne und 24 Threads für aktuell 410 Euro – im Durchschnitt über alle Anwendungen im Test sind beide quasi gleich schnell.

v.l.n.r.: Core i9-9900K, i7-9700K, i7-8700K und Ryzen 7 2700X
v.l.n.r.: Core i9-9900K, i7-9700K, i7-8700K und Ryzen 7 2700X

Selten zuvor hat sich der Griff zu AMD mehr gerechnet als heute. Für das gesparte Geld gibt es bereits den kompletten Arbeitsspeicher oder das Mainboard, oder auch eine schnellere und größere SSD. Das ist vom Intel Core i9-9900K mit den zusätzlichen ein Prozent (vom Threadripper 1920X) bis 22 Prozent Leistungsgewinn (vom Ryzen 7 2700X) keinesfalls aufzuwiegen.

Die neuen 8-Kern-CPUs zollen ihrer Leistung aber nicht nur beim Preis Tribut. Zwar verlötet Intel den Heatspreader wieder mit dem Prozessor-Die, doch ist dies auch zwingend nötig. Anders wäre das Mehr an Kernen bei gleichzeitig höherem Takt niemals in der gleichen Fertigung möglich gewesen, ohne dass die CPUs ständig am Temperaturlimit kratzen würden. Die Leistungsaufnahme ist am Ende dann auch rekordverdächtig für eine CPU im Mainstream-Sockel, bis zu über 200 Watt will sich das Flaggschiff dabei unter Anwendung von AVX genehmigen.

Ein großes Fragezeichen hinter der Verfügbarkeit

Unmittelbar mit dem Preis verbunden stellt sich auch die Frage nach der Verfügbarkeit. Die ersten 6-Kern-CPUs vom Typ Coffee Lake waren vor einem Jahr über Monate nur schwer zu bekommen, bei den ersten 8-Kern-Prozessoren dürfte es ähnlich aussehen bis noch kritischer werden. Erste Anzeichen sind Händler, die CPUs kurzfristig auf Lager haben, aber dieses Angebot erst gar nicht in Preissuchmaschinen einstellen.

ComputerBase hat den Core i9-9900K von Intel vorab unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe von Intel war der Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme auf die Berichterstattung fand nicht statt. Den Core i7-9700K hat sich die Redaktion über andere Kanäle selbst organisiert, Intel bemustert ihn nicht. Das gilt auch für den Core i5-9600K, der der Redaktion noch nicht vorlag. Von der Simulation dieser CPU über den Core i7-8700K wurde abgesehen.

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