Core i9-9900K & i7-9700K im Test: Sehr schnell. Sehr durstig. Extrem teuer. 2/4

Volker Rißka 838 Kommentare

Testmethodik und Testergebnisse

Für die Tests in Anwendungen wurde auf das seit der Einführung von AMD Ryzen 2000 im April genutzte Testsystem zurückgegriffen. Die bisher genutzten Einstellungen wurden beibehalten. Alle CPUs wurden dabei gemäß ihrer offiziellen Spezifikationen getestet. Bei Intels Coffee-Lake-(Refresh-)Prozessoren kam deshalb DDR4-2666, bei AMDs Ryzen-Prozessoren DDR4-2666 (Ryzen 1000) respektive DDR4-2933 (Ryzen 2000) zum Einsatz. Die Timings betrugen in jedem Fall CL15-15-15-35-1T. Für die klassischen Anwendungstests wurde damit auch weiterhin die GeForce GTX 1080Ti Strix OC von Asus genutzt, was auch den Teil der Messungen zur Leistungsaufnahme einschließt. So wird die vollständige Vergleichbarkeit zu allen bisher getesteten CPUs gewährleistet.

Spiele-Benchmarks mit abweichendem Testsystem

Die Spiele-Benchmarks nutzen hingegen die Asus GeForce RTX 2080 Ti Strix OC mit aktuellem Grafiktreiber GeForce 416.34 und schärferen Speicher-Timings von CL14-14-34-1T. Parallel wurden im Zuge der zuletzt notwendigen Fehleranalyse auch alle Spiele-Benchmarks neu aufgesetzt und alle Werte neu ermittelt.

Die Anzahl der Vergleichswerte ist deshalb noch gering. Neben der Zeit haben aber auch Kopierschutzmaßnahmen der Spiele großflächige Nachmessungen älterer CPUs verhindert, zumal dieselben Spiele zeitgleich auch noch für die diversen Neuvorstellungen von Grafikkarten benötigt wurden. Beide neuen CPUs von Intel sowie Core i7-8700K, Core i5-8400, Ryzen 7 2700X und Ryzen 5 2600X sind aber mit im Vergleich vertreten.

Spiele und Einstellungen für Benchmarks in Full HD und Ultra HD
Titel Detailstufe Benchmark-Typ
Assassin's Creed: Origins Extreme High Savegame
Kingdom Come Deliverance Ultra hoch Savegame
Far Cry 5 Ultra Savegame
GTA V Ultra Kampagne (Savegame)
Total War Warhammer Ultra Kampagne
Project Cars 2 Ultra Freies Rennen (Spa)
Wolfenstein 2 Mein Leben! Savegame
Destiny 2 Höchste Savegame
Overwatch Ultra Mehrspieler-Match auf Dorado
Ghost Recon Wildlands Hoch Kampagne (Savegame)
Star Wars Battlefront 2 Ultra Kampagne (Savegame)

Benchmarks in Anwendungen

Acht Kerne und 16 Threads bei nochmals gesteigerten Taktraten führen in Form des neuen Intel Core i9-9900K im Gesamtrating zu einem deutlichen Sprung nach vorn. Gegenüber dem Core i7-8700K folgt dieser Sprung in Anwendungen mitunter fast einer linearen Skalierung, wenn sowohl die zusätzlichen Threads als auch der erhöhte Takt zum Einsatz kommen. Das Paradebeispiel ist Cinebench, wo der Core i9-9900K gegenüber dem Core i7-8700K um 46 Prozent zulegt.

Der Intel Core i7-9700K steht zwar im Schatten des großen Bruders, muss sich aber keinesfalls verstecken. Auch hier liegt die Mehrleistung im Schnitt noch bei zehn Prozent gegenüber dem Core i7-8700K, der etwas höhere Takt aber vor allem die Verwendung „echter Kerne“ statt Threads via Hyper-Threading, die bei Intel keine bis bestenfalls ein Drittel der Leistung eines echten Kerns liefern, sorgt dafür.

Im Durchschnitt über die Anwendungen schlägt der Core i9-9900K den ebenfalls mit acht Kernen und sechzehn Threads ausgestatteten Core i7-7820X auf Basis von Skylake-X um 16 Prozent, der Ryzen 7 2700X wird um 22 Prozent distanziert. Der Core i7-9700K liegt mit AMDs Topmodell hingegen gleichauf. Das gilt auch für Core i9-9900K und AMD Ryzen Threadripper 1920X.

Benchmarks in Spielen (FHD & UHD)

Spiele in Full HD bei maximalen oder sehr hohen Details stellen unter Verwendung einer GeForce RTX 2080 Ti in vielen Fällen die CPU in den Mittelpunkt. Getestet wird „im CPU-Limit“. Mit höherer Auflösung oder schwächerer Grafikkarte schrumpfen die Abstände zwischen verschiedenen Prozessoren zusammen, es sei denn, gewisse Modelle fallen aufgrund ihrer Architektur (zum Beispiel nur zwei Kerne oder sehr geringer Takt) deutlich zurück.

Auch unter Full HD bleibt in Spielen nicht mehr so viel zusätzliche Leistung übrig, wie sie in Anwendungen gezeigt wurde, auch weil nicht alle Titel im Parcours mit mehr Kernen und Threads skalieren und ein Einfluss der Grafikkarte in der Regel bleibt. Doch trotzdem kann der bisherige Platzhirsch Core i7-8700K noch einmal geschlagen werden. Bei den FPS liegt der Vorsprung allerdings nur noch bei unter zehn Prozent, bei den Frametimes liegt er mit zwölf Prozent knapp darüber.

Core i7-9700K schlägt i7-8700K

Auch der Core i7-9700K kann gegenüber seinem Vorgänger zulegen – und zwar in jedem Spiel im Parcours. Acht Kerne bei sehr hohem Takt sind allen Titeln also mehr wert als sechs Kerne inklusive Hyper-Threading bei 200 bis 300 MHz weniger Takt.

Den größten Leistungszuwachs für den Core i9-9900K gegenüber dem Core i7-8700K gibt es in Kingdom Come und Far Cry 5 mit 16 respektive 17 Prozent, auch Assassin's Creed kann wie erwartet einen Leistungsgewinn zeigen. Doch es gibt auch die anderen Seiten: Viele Spiele haben bereits Limitierungen eingebaut, die CPU kann bis zu einem gewissen Punkt mehr Leistung bieten, darüber hinaus aber nur noch sehr begrenzt oder im Extremfall gar nicht mehr. Der Parcours enthält aus diesem Grund beide Arten von Titeln.

Wie üblich können alle Ratings aber manuell nach den eigenen Vorlieben selbst gewichtet werden, indem über den „Bearbeiten“-Schalter die Spiele der Wahl ein- oder ausgeblendet werden.

Im GPU-Limit schrumpfen die Unterschiede

Prozessoren werden nicht im Grafikkartenlimit getestet, aber die meisten Spieler spielen Spiele genau in diesem Lastszenario. Sei es, weil sie auf einer GeForce RTX 2080 Ti Ultra HD fahren, oder in Full HD einen starken Prozessor mit einer schwächeren Grafikkarte kombinieren. Drei nochmals in UHD getestete Titel sollen diesen Spielern eine Auskunft darüber geben, inwiefern die Wahl der CPU dann noch einen Unterschied macht.

Kingdom Come präsentiert sich beim Wechsel von Full HD auf Ultra HD als Paradebeispiel in Sachen GPU-Limit. Da die Grafikkarte nun der limitierende Faktor ist, sinkt nicht nur die Leistung von zuvor 100 FPS in Full HD auf nur noch etwas über 40 FPS, auch tritt die CPU deutlich in den Hintergrund. Alle drei Topmodelle von Intel sind bei den FPS jetzt quasi gleich schnell, bei den Frametimes schrumpfen die Abstände auf maximal zwölf Prozent zusammen (27 Prozent in Full HD). Ähnlich sieht es in Far Cry 5 aus. In beiden Fällen ist auch der Rückstand von AMD Ryzen 2700X auf den Core i9-9900K bei den Frametimes nur noch zehn respektive acht Prozent groß.

Total War Warhammer hingegen offenbart, dass es diesem Spiel ziemlich egal ist, welche Grafikkarte verbaut ist und welche Auflösung anliegt. Die FPS aber auch Frametimes entsprechen in UHD exakt denen in Full HD.

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