GTX 1060 mit GDDR5X: Gerüchte um GP104-Resteverwertung bestärkt

Michael Günsch 66 Kommentare
GTX 1060 mit GDDR5X: Gerüchte um GP104-Resteverwertung bestärkt
Bild: Taobao

Das Auftauchen einer Variante der GeForce GTX 1060, die mit GDDR5X- statt GDDR5-Speicher bestückt ist, warf so manche Frage auf. Das Gerücht, dass Nvidia dabei teildefekte GP104-Grafikchips der größeren Schwestermodelle einsetzt, erhält nun neue Nahrung. Bilder zeigen eine GTX 1060 mit Platine und GPU einer GTX 1080.

Auf der chinesischen Handelsplattform Taobao wird die Colorful iGame 1060 6GD5 TOP V2 angeboten und mit Fotos im Detail beschrieben. Die Bilder zeigen auch die Platine, bei der es sich um das PCB der iGame GTX 1080 des Herstellers handeln soll. Die eher quadratische Form des Grafikchips weist ebenso wie der Schriftzug GP104HA auf Nvidias größere Pascal-GPU GP104 hin, die im GeForce-Portfolio eigentlich nur bei GTX 1070 und GTX 1080 zu finden ist.

Nvidia hatte die GeForce GTX 1060 mit GDDR5X über die eigene Website ohne große Ankündigung offiziell gemacht. Abgesehen vom Speichertyp nannten die Spezifikationen keine Änderungen gegenüber der herkömmlichen GTX 1060 mit 6 GB GDDR5 und GP106-GPU.

Nur die Hälfte der Shader-Einheiten von GP104 aktiv

Sollte bei der neuen Variante tatsächlich GP104 eingesetzt werden, dann muss der Chip, der im Vollausbau 2.560 Shader-Einheiten besitzt, auf 1.280 Shader-Einheiten (wie GP106) und somit die Hälfte der Einheiten gestutzt sein. Möglich wäre, dass auf diese Weise nicht vollständig funktionsfähige GP104-Chips verwertet werden – ein Vorgehen, das sowohl bei Nvidia als auch bei AMD eine gängige Praxis darstellt. Ob defekt oder nicht, die „überschüssigen“ Recheneinheiten sind bei dem Chip deaktiviert, damit dieser die gleiche Anzahl und Leistung wie der sonst eingesetzte kleinere Chip liefert.

GDDR5X mit angezogener Handbremse

Auch der Einsatz von GDDR5X könnte eine „Resteverwertung“ darstellen. Es hat sich bereits abgezeichnet, dass dabei GDDR5X mit Taktraten unterhalb der offiziellen Spezifikationen eingesetzt wird. Dass GDDR5X-Chips, die die Hürde von 10 Gbps nicht meistern, auf diese Weise noch Verwendung finden, wäre eine naheliegende Möglichkeit.

Bilder zeigen SLI-Anschlüsse

Größere Leistungsunterschiede zur herkömmlichen GTX 1060 sind im Grunde nicht zu erwarten. Ob dies auch für die Leistungsaufnahme gilt, bleibt abzuwarten. Das gezeigte Modell von Colorful wirft aber eine weitere Frage auf: Sind die SLI-Anschlüsse nur ein nicht nutzbares Überbleibsel der GTX-1080-Platine oder lässt sich SLI erstmals bei einer GTX 1060 nutzen? Aus Sicht der Redaktion ist auf diese Weise nachgereichter SLI-Support aber zumindest unwahrscheinlich.

Bisher kein Statement von Nvidia

Die Redaktion hatte Nvidia bereits mit dem Auftauchen der GTX 1060 mit GDDR5X auf der offiziellen Homepage um nähere Details gebeten, doch bisher keine Antwort erhalten.