Künstliche Intelligenz: Bitkom fordert KI-Strategie von der Bundesregierung

Aljoscha Reineking 29 Kommentare
Künstliche Intelligenz: Bitkom fordert KI-Strategie von der Bundesregierung
Bild: Computerizer | CC0 1.0

Wie aus einer Studie des Bitkom hervorgeht, sieht die Mehrheit der Bundesbürger eine große Chance in dem Einsatz von künstlichen Intelligenzen. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom) fordert von der Bundesregierung eine KI-Strategie sowie konkrete Maßnahmen für die Entwicklung.

KIs sollen in zehn Jahren die Gesellschaft verändern haben

In der repräsentativen Umfrage des Bitkom wurden 1.007 Bundesbürger ab 16 Jahren telefonisch befragt. Rund zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass KIs in den kommenden zehn Jahren die Gesellschaft spürbar verändern werden. Die Bundesbürger stehen der künstlichen Intelligenz und den Veränderungen offen gegenüber. 62 Prozent der Befragten sehen die Nutzung von KIs als Chance für die Verbesserung des Lebens, während ein Drittel die Entwicklung als Gefahr interpretiert.

Einsatz von KIs für Kranke und Ältere erwünscht

Die Mehrheit wünscht sich den vermehrten Einsatz von künstlicher Intelligenz in Verbindung mit Krankheiten und um ältere Menschen zu unterstützen. Dabei sind Beispiele wie die Überwachung der Gesundheitsdaten sowie Hilfestellungen bei Bewegungsmustern genannt worden. Darüber hinaus würde von 67 Prozent begrüßt werden, wenn eine KI dem Arzt bei einer Diagnose behilflich ist oder zur Ermittlung der bestmöglichen Therapie herangezogen wird. Ebenfalls sprachen sich viele der Befragten für die Hilfe von KIs in Verbindung mit Behördenanträgen aus.

Ablehnung von KIs bei der Kindererziehung

Rund 90 Prozent der Befragten sprechen sich aber gegen die Nutzung von KIs bei der Kindererziehung aus. Weder die Betreuung noch die Erziehung sollte von KIs übernommen werden. Darüber hinaus lehnen viele Bürger künstliche Intelligenzen bei der Bildung sowie im militärischen Bereich ab. Die Sichtung von Prozessunterlagen zur schnelleren Auswertung und als Hilfe in der Justiz wird ebenfalls mehrheitlich (55 Prozent) abgelehnt. Bei politischen Entscheidungen sind die Bundesbürger gespalten, 49 Prozent lehnen KIs für die Folgeabschätzungen von Gesetzen ab, während 51 Prozent sich für die Nutzung auch in diesem Bereich aussprechen.

Bitkom fordert Fokussierung der KI von der Bundesregierung

Mit rund 500 Millionen Euro sollen KIs in Deutschland gefördert werden. Laut Bitkom-Präsident Achim Berg sind die im Bundeshaushalt vorgesehenen Gelder nicht ausreichend, um Deutschland bei der Entwicklung von KIs an die Weltspitze zu bringen. In China und den USA investieren einzelnen Technologieunternehmen jährlich Milliarden in diese Entwicklung.

Die Bitkom begrüßt allerdings, dass 100 neue KI-Professuren geschaffen werden sollen. Die Aufgabe ist nun, diese 100 Stellen qualifiziert zu besetzen und ausgebildete KI-Experten im Land zu halten. Berg findet es zudem gut, dass das Thema KI auf dem Digital-Gipfel der Bundesregierung, der kommende Woche in Nürnberg stattfindet, im Mittelpunkt stehen wird.