Samsung: One UI löst 2019 die alte Android-Oberfläche ab

Nicolas La Rocco 121 Kommentare
Samsung: One UI löst 2019 die alte Android-Oberfläche ab

Samsung strukturiert seine Android-Oberfläche unter dem Namen „One UI“ von Grund auf neu und passt das System an die im Laufe der Zeit gewachsenen Smartphone-Bildschirme an. One UI soll übersichtlicher und sinnvoller aufgebaut sein. Vor dem Release Anfang 2019 ist eine öffentliche Beta geplant – auch in Deutschland.

Auf TouchWiz und die Samsung User Experience lässt das Unternehmen im Januar 2019 für das Galaxy S9, Galaxy S9+ und Galaxy Note 9 das neue One UI folgen. Die öffentliche Beta soll zuvor bereits ab November in den USA, Deutschland und Südkorea getestet werden können. Für weitere Smartphones hat Samsung das One UI bisher nicht angekündigt, außerdem ist während der Präsentation zur eigenen Entwicklerkonferenz kein einziges Mal der Name Android Pie gefallen. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass Googles neues Betriebssystem wieder die Basis des One UI bildet.

Am neuen One UI arbeitet Samsung bereits das gesamte Jahr, wie Jee Won Lee, Senior Designer of UX Design, im Rahmen der Keynote der Samsung Developer Conference in San Francisco erklärte. Das Unternehmen will mit One UI Altlasten früherer Oberflächen loswerden und einen von Grund auf neu gestalteten Aufsatz anbieten. Den Anfang machen neue Samsung-Apps und Menüs. In den eigenen Anwendungen sollen weniger Schaltflächen für mehr Übersichtlichkeit sorgen, außerdem sind einzelne Menüpunkte versetzt oder sinnvoller gruppiert worden, etwa bei Auswahl von Klingeltönen.

Aufteilung in Viewing Area und Interaction Area

Samsungs UX-Designer haben sich außerdem mit dem Fakt auseinandergesetzt, dass Smartphone-Bildschirme über die letzten Jahre stetig größer geworden sind, das Betriebssystem sich in der gleichen Zeit dieser Veränderung aber nur unzureichend angepasst hat. Viele Anwendungen seien derzeit noch so gestaltet, dass die wichtigsten Informationen, die mit dem Finger erreicht werden müssen, ganz oben liegen, erklärte Jee Won Lee. Mit One UI teilt Samsung die Oberfläche innerhalb der eigenen Apps deshalb in eine „Viewing Area“ in den oberen circa 40 Prozent des Displays und eine „Interaction Area“ im unteren Bereich des Displays auf. So sollen alle Menüpunkte mit dem Daumen der das Smartphone haltenden Hand schnell und ohne Verrenkungen erreichbar sein.

Am Beispiel der Nachrichten-App erklärte Jee Won Lee die mit One UI einhergehenden Veränderungen. Wo vorher die neueste Nachricht ganz oben in der Liste stand und kaum mit den Fingern erreichbar war, rutscht diese nun nach unten in die Interaction Area, wo sie ausgewählt werden kann, um in der Viewing Area ihren Inhalt darzustellen. Eine weitere Anpassung mit demselben Hintergedanken ist die Verlegung der Tabs einer App von ganz oben nach ganz unten im UI. Die Uhr-App zeigt ihre Reiter für Alarm, Weltzeituhr, Stoppuhr und Timer nun direkt oberhalb der Android-Navigationsleiste an.

Farbe der Hardware wird auf die Software übertragen

Veränderungen an den Farben gibt es für das One UI ebenfalls. Obwohl Weiß weiterhin große Flächen dominiert, gibt es nun alternativ einen systemweiten Nachtmodus, der primär auf schwarze Flächen setzt. Der Nachtmodus war bisher dem Browser vorbehalten. Farben kommen zudem verstärkt für das Hervorheben von Schaltflächen zum Einsatz, etwa in den Schnelleinstellung, um zwischen einer ein- oder ausgeschalteten Funktion zu unterscheiden, oder in den WLAN-Einstellungen. Samsung verknüpft dabei wahlweise die Farbe der Hardware mit der des One UI, sodass Akzente je nach Farbe des Smartphones etwa in Schwarz, Blau oder Pink gesetzt werden.

Update 15.11.2018 13:29 Uhr

Wie aus dem offiziellen europäischen Samsung-Forum hervorgeht, hat Samsung mit dem Rollout von One UI auf Basis von Android 9 Pie an Beta-Tester aus Korea begonnen. Im Forum von Android-Hilfe wird berichtet, dass das Update hierzulande noch nicht verfügbar ist, allerdings hat ein Samsung-Mitarbeiter gegenüber einem Nutzer bestätigt, dass der Rollout auch in Deutschland noch heute beginnen soll.