Zusammenarbeit mit IBM: Seagate will mit Blockchain vor Fälschungen schützen

Frank Hüber 31 Kommentare
Zusammenarbeit mit IBM: Seagate will mit Blockchain vor Fälschungen schützen
Bild: Seagate

Eine Zusammenarbeit zwischen Seagate und IBM will mit Blockchain-Technologie, Electronic Fingerprinting und Produktverfolgung Festplatten-Fälschungen reduzieren und die Herkunft einer Festplatte über den Lebenszyklus hinweg nachweisen.

Das Projekt, das Herstellern, Integratoren und Geschäftspartnern dabei helfen soll, die Verbreitung gefälschter Festplatten zu bekämpfen, nutzt die IBM Blockchain Platform, um die Herkunft von Festplatten zu authentifizieren. Um die Echtheit der Produkte zu verifizieren, aktualisiert Seagate die IBM Blockchain Platform in der IBM Cloud mit Produkt-Authentifizierungsdaten, die auf der Seagate Secure Electronic ID (eID) zum Zeitpunkt der Herstellung basieren. Jeder eindeutige Identifikator, der elektronische Fingerabdruck, kann verwendet werden, um die Identität einer Festplatte jederzeit während ihres Lebenszyklus zu überprüfen.

Digitales Zertifikat für die Blockchain

Hierfür verwendet Seagate mit „Certified Erase“ eine kryptographische Löschtechnologie, um ein digitales Zertifikat der Datenbereinigung zu erstellen, das von dem Gerät elektronisch signiert und in der Blockchain für das Compliance-Management gespeichert wird – dabei gelten laut Seagate strenge globale Datenschutzrichtlinien. Basierend auf dem verteilten Ledger-Framework Hyperledger Fabric der Linux Foundation können Netzwerkteilnehmer Blockchain-Daten basierend auf ihrer Berechtigungsstufe zur IBM Blockchain Platform hinzufügen und einsehen. So sollen Technologieanbieter, Dienstleister und Endverbraucher die Herkunft der Festplatte in der Blockchain bestätigen lassen können, die eine unveränderliche Aufzeichnung der Ereignisse liefert. So können beispielsweise als neu verkaufte, gebrauchte Festplatten oder das Vortäuschen einer falschen Festplattengröße durch Manipulation der Firmware erkannt werden.

Die Blockchain-Technologie kann äußerst effektiv bei der Bestätigung der Herkunft und Authentizität von Assets sein. Die Möglichkeit mit Seagate zusammenzuarbeiten, um die Blockchain mit fortschrittlicher kryptographischer Produktidentifikationstechnologie zu kombinieren, zeichnet dieses Projekt aus und zeigt das Potenzial der Blockchain, Prozesse des elektronischen Produktlebenszyklusmanagements neu zu definieren. Gefälschte Elektronikkomponenten sind ein globales Problem, das ökosystemweites Handeln erfordert.

Bruce Anderson, Global Managing Director, Electronics Industry, IBM

2015: Produkte im Wert von mehr als 1,7 Billionen US-Dollar gefälscht

Seagate und IBM gehen davon aus, dass sie das Netzwerk künftig im Rahmen der fortlaufenden Projektentwicklung um weitere Partner aus der Lieferkette erweitern können. Nach Angaben der International AntiCounterfeiting Coalition hatte der weltweite Handel mit gefälschten und nachgeahmten elektronischen Produkten im Jahr 2015 einen Wert von mehr als 1,7 Billionen US-Dollar erreicht.