Speicherpreise: Deutlicher Preisverfall bei RAM für Q1/2019 erwartet

Volker Rißka 104 Kommentare
Speicherpreise: Deutlicher Preisverfall bei RAM für Q1/2019 erwartet
Bild: G.Skill

Der Trend geht bereits heute klar nach unten und er könnte sich noch verschärfen. Analysten gehen davon aus, dass die nun langsam sinkenden Preise für Arbeitsspeicher im ersten Quartal des neuen Jahres noch deutlich an Fahrt gewinnen könnten.

Samsung hat als Marktführer im abgeschlossenen dritten Quartal noch einmal mehr Speicherchips ausliefern können, zudem wurde auch noch einmal die Produktionsmenge erhöht. Bis dato blieb der Preis aber weitgehend stabil oder stieg sogar noch leicht an, doch die Wende hat im Markt so langsam eingesetzt. Denn mit dem Oktober und somit zu Beginn des neuen Quartals setzte langsam ein Preisverfall ein, der sich in den nächsten Wochen nicht nur fortsetzen, sondern sogar noch zulegen soll. Im Oktober waren die Durchschnittspreise bereits um zehn Prozent gefallen.

An der Speicherbörse von DRAMeXchange fielen die Spot-Preise in der zweiten Novemberwoche zwischenzeitlich bereits auf 6 US-Dollar pro 1-Gigabyte-DRAM-Chip, im Durchschnitt lag er aber noch bei 6,78 US-Dollar. Doch auch dies ist bereits ein Rückgang zur vergangenen Woche um weitere drei Prozent.

Intels CPU-Knappheit sorgt für RAM-Überschuss

Auch die Knappheit an Intel-CPUs durch Fertigungsprobleme verstärkt indirekt das Überangebot an DRAM. Neue Berichte aus Asien besagen, dass Intel an den DIY-Markt bis zu zwei Millionen weniger Prozessoren im vierten Quartal liefern wird. Dies hat nur indirekt Einfluss auf die RAM-Verkäufe, denn Intel produziert unterm Strich nicht weniger Chips: OEMs werden mit High-End-Prozessoren bevorzugt versorgt, auch die benötigen bekanntlich DRAM. Doch im Einzelhandel fehlen Prozessoren, während RAM weiterhin zur Verfügung steht. Die Überversorgung führt dort zu sinkenden Preisen.

Preise im Handel fallen langsam aber stetig

Hierzulande kommen die Preissenkungen ebenfalls an. DDR4-2666 ist problemlos für rund 7 Euro pro Gigabyte erhältlich, selbst schnellerer DDR4-3000 kostet mit 7,20 Euro pro Gigabyte kaum mehr, das Beispielkit mit 16 GByte ist so für knapp 115 Euro erhältlich. Ab DDR4-3200 steigt der Preis auf mindestens 8 Euro pro Gigabyte, ab 9 Euro pro Gigabyte gibt es aber auch bereits DDR4-3600. Der Markt ist in diesen Taktbereichen sehr eng zusammengerückt, eine Vielzahl an Herstellern buhlt mit noch mehr Modulen um Kundschaft. Ab DDR4-4000 wird es dann teuer und übersichtlich: 13, 14 Euro und mehr müssen dann in die Hand genommen werden.

DDR4-Speicher fällt stetig im Preis
DDR4-Speicher fällt stetig im Preis (Bild: Preisvergleich)