DRAMeXchange: Überversorgung drückt RAM‑Preise weiter nach unten

Michael Günsch 81 Kommentare
DRAMeXchange: Überversorgung drückt RAM‑Preise weiter nach unten
Bild: Adata

Während sich die Preise für NAND-Flash in diesem Jahr schon mehr als halbiert haben, geht es bei Arbeitsspeicher (DRAM) langsamer nach unten. Die Marktforscher von DRAMeXchange erwarten aber kontinuierlich sinkende DRAM-Preise in den kommenden Monaten.

DDR4-RAM-Preise im Oktober um 10 Prozent gesunken

Laut einer aktuellen Meldung von DRAMeXchange sind die Vertragspreise für DDR4-PC-RAM bereits im Oktober deutlich gefallen. Der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) für ein 4-GB-Modul sei von 34,5 US-Dollar um 10,14 Prozent auf 31 US-Dollar gesunken. Mit 61 statt zuvor 68 US-Dollar und 10,29 Prozent Preisnachlass sehe es bei 8-GB-Modulen ähnlich aus.

Als Ursache der sinkenden Preise wird die nun allmählich einsetzende Überversorgung mit DRAM angeführt. Der gleiche Grund hat bei dem unter anderem in SSDs, Smartphones und Speicherkarten eingesetzten NAND-Flash-Speicher zu einem raschen Preisverfall geführt. Bei beiden Speichertypen hatte zuvor eine Knappheit durch hohe Nachfrage und Engpässe in der Produktion für massiv gestiegene Preise gesorgt.

Marktforscher erwarten sinkende Preise für DRAM
Marktforscher erwarten sinkende Preise für DRAM (Bild: DRAMeXchange)

Die Marktforscher schließen nicht aus, dass es im November und Dezember zu weiteren Preissenkungen bei DRAM kommen wird. Dabei sei wahrscheinlich, dass sich 8-GB-Module stärker vergünstigen als 4-GB-Module, da der Markt verstärkt auf die höhere Speicherkapazität setze und die Stückzahlen schon bald und früher als erwartet jene von 4-GB-Modulen übersteigen werden.

CPU-Knappheit bei Intel sorgt ebenfalls für RAM-Überschuss

Auch die Knappheit an Intel-CPUs durch Fertigungsprobleme verstärkt indirekt das Überangebot an DRAM, denn PC-Anbieter (OEMs) können durch die fehlenden CPUs nicht so viele PCs absetzen, womit auch weniger DRAM abgenommen wird. Die Anbieter von DRAM-Modulen stehen wiederum vor vollen Lagern und versuchen durch niedrigere Preise die Verkäufe anzukurbeln und ihren Bestand zu verkleinern. Bis mindestens ins erste Quartal 2019 sollen die Preise für DRAM weiter sinken. Für den Gesamtmarkt im Jahr 2019 wird eine Abnahme des ASP um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet.

DDR4 für Endkunden ist schon deutlich günstiger geworden

Ein Blick in den hiesigen Online-Handel zeigt, dass die Preise für DDR4-Module für PCs in diesem Jahr bereits deutlich gesunken sind. Das niedrige Preisniveau von vor anderthalb Jahren liegt aber noch in weiter Ferne. Im Sommer 2016 wurde zum Beispiel ein 16-GB-Kit DDR4-3000 noch für rund 70 Euro angeboten. Im Dezember 2017 war es mit knapp 180 Euro mehr als doppelt so teurer. Aktuell werden rund 120 Euro verlangt. Die Preisentwicklung ist bei anderen Modellen ähnlich.

Preisentwicklung bei einem 16-GB-DDR4-Kit
Preisentwicklung bei einem 16-GB-DDR4-Kit