Handelskonflikt: Foxconn erwägt Werk in Vietnam, Huawei-CFO festgesetzt

Aljoscha Reineking et al. 28 Kommentare
Handelskonflikt: Foxconn erwägt Werk in Vietnam, Huawei-CFO festgesetzt
Bild: hurk | CC0 1.0

Die anhaltenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und China im Handelsstreit erfassen die IT-Branche. Der Auftragsfertiger Foxconn erwägt den Bau eines Werkes für die Fertigung von iPhones in Vietnam und Huaweis CFO wurde auf Bitten der USA in Kanada festgesetzt.

iPhones für die USA aus China in Gefahr

Mit dem Bau einer zusätzlichen Produktionsstätte außerhalb Chinas könnte sich Foxconn etwaigen negativen Entwicklungen in den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China oder, potentiell vergleichbar von Nachteil, einem fortwährend schwelenden Konflikt und dessen Unsicherheiten entziehen.

Als mögliche Standorte für eine neue Fabrik von Foxconn sollen Vietnam und Thailand in die engere Auswahl gekommen sein. Weitere Firmen aus China sollen bereits damit liebäugeln die eigenen Produktionsstätten in eines der beiden Länder zu verlagern oder auszuweiten. Vietnam und Thailand sind von den aktuellen Spannungen zwischen den USA und China weitgehend verschont geblieben.

Produktionsstätte um Strafzölle zu umgehen

Laut Vu Tien Loc, dem Leiter der Vietnam Chamber of Commerce and Industry, wird bereits der Bau einer zusätzlichen iPhone-Fertigungsstätte von Foxconn evaluiert. Konkret soll es bei der Findung eines Standortes für die neue Fertigungsstätte explizit um die Vermeidung der Strafzölle durch die USA ankommen.

Der Vorsitzende des Hanoi People's Committee, Nguyen Duc Chung, lehnte eine Stellungnahme zu diesem Thema gegenüber Reuters allerdings ab. Ebenso hat sich der Hersteller Foxconn nicht zu dem Thema geäußert.

Kanada setzt Huaweis CFO fest

Unterdessen soll Kanada bereits am 1. Dezember auf Bitten der USA Meng Wanzhou, die Finanzchefin von Huawei, in Vancouver festgesetzt haben. Das berichtet The Globe and Mail. Die USA verlangen ihre Auslieferung. Über die Hintergründe liegen bisher nur inoffizielle Meldungen vor. Denen zufolge lautet der Vorwurf aus den USA, Huawei habe unter Wanzhous Führung die gegen den Iran verhängten Sanktionen verletzt. Eine entsprechende Klage wurde in New York eingereicht.

Huawei will bisher nicht über den spezifischen Inhalt der Klage informiert worden sein und sei sich keiner Schuld des CFOs bewusst. Der Konzern würde sich an alle Vorgaben halten und hoffe, dass die kanadischen- sowie die us-amerikanischen Behörden zu einer gerechten Lösung kommen werden. Die chinesische Botschaft in Kanada hat inzwischen eine Protestnote veröffentlicht, in der das Vorgehen der Behörden auf das Schärfste kritisiert wird.