AMD Epyc 2: 64-Kern-Prozessor Rome wird schneller

Volker Rißka 45 Kommentare
AMD Epyc 2: 64-Kern-Prozessor Rome wird schneller

AMDs erster 64-Kern-Prozessor mit dem Codenamen Rome wird flotter. Neue Testergebnisse von der CES 2019 zeigen in ausgewählten Anwendungen einen deutlichen Vorsprung vor Intels Xeon-Gespann, wovon zwei Prozessoren benötigt werden und dennoch „nur“ 56 Kerne bereitstehen.

AMD hat im neuen Test einen 7-nm-Prozessor mit 64 Kernen auf einer Testplattform mit acht Mal 32 GByte DDR4-2666 gegen zwei Xeon Platinum 8180 mit jeweils 28 Kernen und plattformbedingt zwölf Mal (6 × 2) 32 GByte DDR4-2666 antreten lassen. Im NAMD Apo1 v2.12 Benchmark bietet das AMD-System eine Durchschnittsleistung von 9,88 ns/day, das Intel-System kommt auf 8,45 ns/day. Der Vorsprung des AMD-Systems liegt damit bei rund 15 Prozent.

Demo von AMD Epyc 2 (Rome) zur CES
Demo von AMD Epyc 2 (Rome) zur CES

Vor zwei Monaten hatte AMD ebenfalls schon einmal einen Ein-Sockel-Prozessor gegen zwei CPUs von Intel antreten lassen. Seinerzeit war das Duell knapper mit einer Differenz im einstelligen Prozentbereich angesiedelt, die Leistung des 64-Kern-Prozessor damals zudem ungefähr identisch zu zwei 32-Kern-CPUs aus der aktuellen Generation, die ebenfalls bereits Intels Prozessoren in dem ausgesuchten Test schlagen. Der große Vorteil aber bleibt: Ein Sockel schlägt zwei Sockel und ist damit ein deutlicher Kostenvorteil für AMDs neue Generation.

Dennoch dürfen ausgesuchte Benchmarks von einem Hersteller nicht überbewertet werden, traditionell zeigen sie die beste Seite. Jede Server-CPU hat aber auch ihre Schwächen, welche das bei Zen 2 ist, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Vor allem ist das Chiplet-Design eine völlige Unbekannte bisher.

AMD Rome (Mitte) schlägt zwei Naples (rechts) und zwei Skylake-SP (links)
AMD Rome (Mitte) schlägt zwei Naples (rechts) und zwei Skylake-SP (links)

Erneut betonte AMDs CEO Lisa Su, dass Epyc in der zweiten Generation weiterhin im Fahrplan für einen Start in der Mitte des Jahres liegt. Optimisten gingen bisher bereits von einem früheren Zeitpunkt im zweiten Quartal aus, nun dürfte Intels Cascade Lake-SP minimal eher starten. Offiziell heißt es dort „erstes Halbjahr“, er wird laut Intel aber schon ausgeliefert. Doch dieser wird weiterhin maximal 28 Kerne pro Prozessor bieten, sodass die Trümpfe in dem Bereich in AMDs Hand liegen.

Inzwischen nennt AMD auch für die Consumer-Pendants zu Rome in Form der Ryzen 3000 die Jahresmitte 2019 für den Marktstart. Zuvor hatte AMD immer wieder beteuert, dass Zen 2 bei Servern den Anfang machen wird.