Quartalszahlen: Ein Rekordjahr für Intel mit verhaltenem Ausblick

Volker Rißka 69 Kommentare
Quartalszahlen: Ein Rekordjahr für Intel mit verhaltenem Ausblick

Von Intel wurde zum Abschlussquartal 2018 nicht weniger als ein neuer Rekord erwartet, doch am Ende wurde dieser verfehlt. 18,66 Milliarden US-Dollar Umsatz ist weniger als im dritten Quartal und am unteren Ende der Erwartungen, aber noch neun Prozent mehr als im Vorjahr. Verhaltene Aussichten für 2019 lassen die Aktie fallen.

Mit knapp über 19 Milliarden US-Dollar Umsatz war vorab gerechnet worden, die Marke von 18,66 Milliarden US-Dollar liegt damit im Bereich der Toleranz – aber sie enttäuscht dennoch. Eine schwächere Nachfrage nach Modems durch schwache Verkaufszahlen bei Apple, der schwächere Markt in China sowie fallende NAND-Preise schlagen auf den geringeren Umsatz nieder. Die PC- und Server-Sparte gab sich erwartungsgemäß keine Blöße, die Preise bei Desktop-Prozessoren lagen auch durch die Lieferengpässe im Schnitt 13 Prozent höher als im Vorjahr. Bei den Xeon-CPUs blieben die Preise stabil, es wurden jedoch neun Prozent mehr verkauft.

Beim Gewinn sieht es positiv aus, 5,4 Milliarden US-Dollar sind ein Plus von 14 Prozent (nach non-GAAP), gemäß Gaap stand im letzten Jahr bekanntlich bei vielen Unternehmen ein Minus aufgrund der US-Steuerreform. Das Gesamtjahr schloss Intel mit einem Plus von 13 Prozent auf 70,8 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem Nettogewinn von 21,1 Milliarden US-Dollar ab.

Doch die Aussichten sind weniger rosig, wenngleich Intel ein neues Rekordjahr anpeilt. Für das Jahr 2019 erwartet Intel einen Umsatz von 71,5 Milliarden US-Dollar, ein Plus von einem mageren Prozent. Die Marge und alles weitere soll sich im Maximalfall ähnlich entwickeln, eventuell sogar zurückgehen. Der Fingerzeig ist das aktuelle erste Quartal: 16 Milliarden Umsatz werden angepeilt und die Marge soll sinken – insgesamt alles deutlich unter den Erwartungen. Die Aktie reagiert nachbörslich nahezu sofort und schickte Intel über sieben Prozent ins Minus.

Ausschnitte aus dem Conference Call

Im Conference Call erklärte CFO und Interim-CEO Bob Swan, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowohl von 10 nm als auch 7 nm weiter zu steigern und den Ausbau der Fabriken für zusätzliche Kapazität voranzutreiben. Vor allem das China-Geschäft sei ein wenig unberechenbar geworden, was sich auf die Server-Verkäufe im Cloud-Bereich auswirke. Der fallende NAND-Preis hat bei Intel zudem ebenfalls erste Sorgenfalten zur Folge.

Auf die Frage eines Analysten, wie Intel mit der wachsenden AMD-Herausforderung umgehe, antwortete Swan, dass das Unternehmen eine stärkere Herausforderung durch AMD im Jahr 2019 erwarte, diese in den Prognosen mit eingerechnet ist und Intel um seine jetzige Position kämpfen werde. Vor allem im zweiten Halbjahr soll eine Vielzahl neuer Produkte dabei helfen, ergänzte Navin Shenoy als Chef der Data-Center-Sparte.

Auf die Lieferschwierigkeiten bei CPUs angesprochen erklärte Intel, dass diese bis zum Ende des zweiten Quartals ausgeräumt sein sollen. Die Priorisierung wie bisher bleibe deshalb die gleiche: Erst Xeon, dann Core-i-Serie und danach der Rest. Im Markt sorgte das dafür, dass Gemini Lake auf Basis des „Rests“ für viele Hersteller kaum zu bekommen ist und diese sich deshalb nach Alternativen umsehen.

Zu den zuletzt von vielen Medien verbreiteten Gerüchte über einen neuen CEO erklärte der Interims-Chef nur, dass das Board of Directors weiterhin Kandidaten begutachte und in naher Zukunft mit Sicherheit eine Lösung präsentieren wird.