Intel Core i5-9400F im Test: CPU mit sechs Kernen, aber ohne iGPU 2/3

Volker Rißka 131 Kommentare

Testmethodik und Testergebnisse

Für die Tests in Anwendungen wurde auf das seit der Einführung von AMD Ryzen 2000 (Test) im April genutzte Testsystem zurückgegriffen. Die bisher genutzten Einstellungen wurden beibehalten. Alle CPUs wurden dabei gemäß ihren offiziellen Spezifikationen getestet. Bei Intels Coffee-Lake-(Refresh-)Prozessoren kam deshalb DDR4-2666, bei AMDs Ryzen-Prozessoren DDR4-2666 (Ryzen 1000) respektive DDR4-2933 (Ryzen 2000) zum Einsatz. Die Timings betrugen in jedem Fall CL15-15-15-35-1T. Für die klassischen Anwendungstests wurde damit auch weiterhin die GeForce GTX 1080 Ti Strix OC von Asus genutzt, was auch den Teil der Messungen zur Leistungsaufnahme einschließt. So wird die vollständige Vergleichbarkeit zu allen bisher getesteten CPUs gewährleistet.

Intel Core i5-9400F
Intel Core i5-9400F

Spiele-Benchmarks mit abweichendem Testsystem

Die Spiele-Benchmarks nutzen hingegen die Asus GeForce RTX 2080 Ti Strix OC mit Grafiktreiber GeForce 416.34 und schärferen Speicher-Timings von CL14-14-34-1T. Parallel wurden im Zuge der zuletzt notwendigen Fehleranalyse auch alle Spiele-Benchmarks neu aufgesetzt und alle Werte neu ermittelt.

Spiele und Einstellungen für Benchmarks in Full HD
Titel Detailstufe Benchmark-Typ
Assassin's Creed Origins Extreme High Savegame
Kingdom Come: Deliverance Ultrahoch Savegame
Far Cry 5 Ultra Savegame
GTA V Ultra Kampagne (Savegame)
Total War: Warhammer Ultra Kampagne
Project Cars 2 Ultra Freies Rennen (Spa)
Wolfenstein II Mein Leben! Savegame
Destiny 2 Höchste Savegame
Overwatch Ultra Mehrspieler-Match auf Dorado
Ghost Recon Wildlands Hoch Kampagne (Savegame)
Star Wars Battlefront II Ultra Kampagne (Savegame)

Benchmarks in Anwendungen

Moderne Anwendungen profitieren von Kernen, Threads und Takt. Intels kleinste Sechs-Kern-Prozessoren bieten nur sechs Threads und keine Unterstützung für Hyper-Threading, außerdem fällt der Takt nicht exorbitant hoch aus. Folglich rangieren sie klassisch im Mittelfeld, müssen sich dort aber weiterhin AMD geschlagen geben, der aus sechs Kernen zwölf Threads macht.

Gegenüber dem Vorgänger Core i5-8400 ist der Zuwachs minimal, im Schnitt 100 MHz mehr bringen in Anwendungen am Ende knapp drei Prozent mehr Leistung.

Der Zusatztest mit fest fixiertem Powerlimit auf 65 Watt (65 Watt LT im Diagramm), das die CPU in Extremszenarien in Zaum hält, zeigt: Der Eingriff hat bei dieser CPU im Alltag in den genutzten Benchmarks keinerlei Einfluss. Insofern ist die gezeigte Leistung auch auf einem OEM-Mainboard mit fest definiertem TDP-Leistungsaufnahme-Parameter gegeben.

Benchmarks in Spielen

Spiele in Full HD bei maximalen oder sehr hohen Details stellen unter Verwendung einer GeForce RTX 2080 Ti in vielen Fällen die CPU in den Mittelpunkt. Getestet wird „im CPU-Limit“. Mit höherer Auflösung oder schwächerer Grafikkarte schrumpfen die Abstände zwischen verschiedenen Prozessoren zusammen, es sei denn, gewisse Modelle fallen aufgrund ihrer Architektur (zum Beispiel nur zwei Kerne oder sehr geringer Takt) deutlich zurück.

Einige Megahertz mehr Takt zeigen zwar in Anwendungen noch einen Unterschied, in Spielen verschwindet dieser aber zunehmend im Hintergrundrauschen. So lässt sich rein formal zwar sagen, dass der Core i5-9400 schneller ist als der Core i5-8400, die Unterschiede sind aber zu vernachlässigen. Auf den 65-Watt-Modus, der bereits bei Anwendungen keinen Unterschied zeigte, wurde deshalb von vornherein verzichtet, da die CPU-Last in Spielen nie ans Maximum gefahren wird, Unterschiede somit nicht vorkommen können.

Wie üblich können alle Ratings manuell nach den eigenen Vorlieben selbst gewichtet werden, indem über den Schalter „Bearbeiten“ die Spiele der Wahl ein- oder ausgeblendet werden.

Leistungsaufnahme (mit Power-Target) und Temperatur

Der Core i5-9400F wird wie die weiteren Modelle ohne freien Multiplikator von Intel in die 65-Watt-TDP-Klasse eingestuft. Das heißt, dass er unter Nutzung des Basistaktes in einer von Intel definierten „hochkomplexen Last“ 65 Watt elektrische Leistung in Wärme umsetzt. Jede CPU hat aber einen Turbo, den sie nutzt, solange ein Grenzwert bei der Temperatur oder bei der maximalen Leistungsaufnahme nicht erreicht wird. Und das ist mit guten Kühlern auf Mainboards, wie man sie im Handel kauft, in der Regel immer der Fall.

Das Resultat: Unter Nutzung des Turbos unter Last liegt die Leistungsaufnahme deutlich über der, die die Angabe TDP vermuten lässt. Beim Core i5-9400F sind dies (mittels HWiNFO ausgelesen) bis zu 84 Watt Package-Power.

156 Einträge
Leistungsaufnahme mit GTX 1080Ti
Angaben in Watt (W)
  • Leerlauf:
    • Intel Core i7-8700T
      33
    • Intel Core i7-8700T (35 Watt LT)
      33
    • Intel Core i5-8500T
      33
    • Intel Core i3-8100
      34
    • Intel Core i5-9400F
      35
    • Intel Core i5-9400F (65 Watt LT)
      35
    • Intel Core i5-8400
      35
    • Intel Pentium Gold G5400
      35
    • Intel Pentium G4560
      35
    • Intel Core i7-8086K LE
      37
    • Intel Core i7-8700K
      37
    • Intel Core i7-7700K
      38
    • Intel Core i7-9700K
      40
    • Intel Core i9-9900K
      41
    • Intel Core i9-9900K (95 Watt LT)
      41
    • AMD Athlon 200GE
      42
    • AMD Ryzen 5 1600X
      45
    • AMD Ryzen 7 2700
      47
    • AMD Ryzen 7 1700
      47
    • AMD Ryzen 5 2600
      47
    • AMD Ryzen 7 1800X
      47
    • AMD A10-7890K
      47
    • AMD A12-9800E
      48
    • AMD Ryzen 7 2700X
      49
    • AMD Ryzen 7 1700X
      49
    • AMD Ryzen 5 2600X
      49
    • AMD Ryzen 3 2200G
      49
    • AMD Ryzen 3 1200
      49
    • AMD Ryzen 5 2400G
      50
    • AMD Ryzen 5 1400
      50
    • Intel Core i9-9980XE
      57
    • Intel Core i7-9800X
      57
    • Intel Core i9-9900X
      58
    • Intel Core i9-7980XE
      60
    • Intel Core i7-7820X
      62
    • Intel Core i9-7900X
      64
    • AMD Ryzen TR 2950X
      65
    • AMD Ryzen TR 2920X
      66
    • Intel Xeon Platinum 8180
      76
    • AMD Ryzen TR 1920X
      76
    • AMD Ryzen TR 2990WX
      78
    • AMD Ryzen TR 2990WX (DLM)
      78
    • AMD Ryzen TR 2970WX
      78
    • AMD Ryzen TR 2970WX (DLM)
      79
    • AMD Ryzen TR 1950X
      82
  • leichte Anwendungslast (Cinebench 1-CPU):
    • Intel Core i5-8500T
      46
    • Intel Pentium G4560
      48
    • Intel Core i5-9400F (65 Watt LT)
      49
    • Intel Core i3-8100
      49
    • Intel Pentium Gold G5400
      49
    • AMD Athlon 200GE
      49
    • Intel Core i5-9400F
      50
    • Intel Core i7-8700T
      50
    • Intel Core i5-8400
      50
    • Intel Core i7-8700T (35 Watt LT)
      51
    • AMD Ryzen 3 2200G
      61
    • Intel Core i7-7700K
      63
    • AMD Ryzen 5 2600
      67
    • AMD Ryzen 5 1400
      67
    • AMD Ryzen 5 2400G
      68
    • AMD Ryzen 3 1200
      68
    • Intel Core i7-9700K
      69
    • AMD Ryzen 7 2700
      70
    • AMD Ryzen 7 1700
      70
    • Intel Core i9-9900K
      71
    • Intel Core i9-9900K (95 Watt LT)
      71
    • AMD Ryzen 7 1800X
      73
    • AMD Ryzen 5 1600X
      73
    • Intel Core i7-8086K LE
      73
    • Intel Core i7-8700K
      73
    • AMD Ryzen 5 2600X
      78
    • AMD A12-9800E
      79
    • AMD Ryzen 7 1700X
      80
    • AMD Ryzen 7 2700X
      84
    • AMD A10-7890K
      91
    • Intel Core i9-7900X
      95
    • Intel Core i7-7820X
      95
    • Intel Core i9-9900X
      98
    • Intel Core i7-9800X
      98
    • AMD Ryzen TR 1950X
      98
    • Intel Core i9-9980XE
      99
    • Intel Core i9-7980XE
      102
    • AMD Ryzen TR 1920X
      102
    • AMD Ryzen TR 2950X
      104
    • AMD Ryzen TR 2920X
      104
    • AMD Ryzen TR 2990WX
      134
    • Intel Xeon Platinum 8180
      136
    • AMD Ryzen TR 2990WX (DLM)
      136
    • AMD Ryzen TR 2970WX
      136
    • AMD Ryzen TR 2970WX (DLM)
      137
  • hohe Anwendungslast (Cinebench x-CPU):
    • Intel Pentium G4560
      59
    • AMD Athlon 200GE
      60
    • Intel Pentium Gold G5400
      64
    • Intel Core i7-8700T (35 Watt LT)
      66
    • Intel Core i3-8100
      70
    • Intel Core i5-8500T
      78
    • AMD Ryzen 3 1200
      83
    • Intel Core i5-8400
      85
    • Intel Core i5-9400F
      87
    • Intel Core i5-9400F (65 Watt LT)
      87
    • AMD A12-9800E
      92
    • AMD Ryzen 5 1400
      96
    • AMD Ryzen 3 2200G
      100
    • Intel Core i7-7700K
      113
    • Intel Core i7-8700T
      117
    • AMD Ryzen 7 1700
      124
    • AMD Ryzen 5 2400G
      124
    • AMD Ryzen 7 2700
      125
    • AMD Ryzen 5 2600
      133
    • Intel Core i7-8086K LE
      134
    • AMD A10-7890K
      138
    • AMD Ryzen 5 1600X
      139
    • Intel Core i7-8700K
      139
    • Intel Core i9-9900K (95 Watt LT)
      142
    • Intel Core i7-9700K
      163
    • AMD Ryzen 7 1800X
      163
    • AMD Ryzen 7 1700X
      164
    • AMD Ryzen 5 2600X
      164
    • Intel Core i9-9900K
      184
    • Intel Core i7-7820X
      195
    • AMD Ryzen 7 2700X
      196
    • Intel Core i7-9800X
      222
    • Intel Core i9-9900X
      237
    • AMD Ryzen TR 1920X
      253
    • AMD Ryzen TR 2950X
      255
    • Intel Core i9-7900X
      256
    • Intel Core i9-9980XE
      257
    • AMD Ryzen TR 1950X
      257
    • Intel Core i9-7980XE
      258
    • AMD Ryzen TR 2920X
      264
    • Intel Xeon Platinum 8180
      362
    • AMD Ryzen TR 2970WX
      378
    • AMD Ryzen TR 2970WX (DLM)
      380
    • AMD Ryzen TR 2990WX
      391
    • AMD Ryzen TR 2990WX (DLM)
      391
  • Maximallast (Prime inkl. AVX2):
    • Intel Pentium G4560
      61
    • AMD Athlon 200GE
      61
    • Intel Core i7-8700T (35 Watt LT)
      63
    • Intel Pentium Gold G5400
      65
    • Intel Core i3-8100
      87
    • AMD Ryzen 3 1200
      92
    • AMD A12-9800E
      93
    • Intel Core i5-9400F (65 Watt LT)
      95
    • AMD Ryzen 5 1400
      101
    • Intel Core i5-8500T
      104
    • AMD Ryzen 3 2200G
      110
    • Intel Core i5-9400F
      115
    • Intel Core i5-8400
      118
    • AMD Ryzen 5 2400G
      130
    • AMD Ryzen 7 1700
      131
    • AMD Ryzen 7 2700
      133
    • Intel Core i9-9900K (95 Watt LT)
      144
    • AMD Ryzen 5 2600
      146
    • Intel Core i7-7700K
      146
    • AMD Ryzen 5 1600X
      151
    • Intel Core i7-8700T
      159
    • AMD A10-7890K
      160
    • AMD Ryzen 7 1800X
      177
    • AMD Ryzen 7 1700X
      178
    • AMD Ryzen 5 2600X
      180
    • Intel Core i7-8086K LE
      185
    • Intel Core i7-8700K
      188
    • AMD Ryzen 7 2700X
      210
    • Intel Core i7-9800X
      214
    • Intel Core i7-7820X
      227
    • Intel Core i9-9900X
      248
    • Intel Core i7-9700K
      251
    • Intel Core i9-9980XE
      262
    • Intel Core i9-7980XE
      269
    • Intel Core i9-7900X
      269
    • AMD Ryzen TR 1950X
      273
    • AMD Ryzen TR 1920X
      273
    • AMD Ryzen TR 2920X
      276
    • Intel Core i9-9900K
      287
    • AMD Ryzen TR 2950X
      319
    • Intel Xeon Platinum 8180
      356
    • AMD Ryzen TR 2970WX (DLM)
      402
    • AMD Ryzen TR 2970WX
      406
    • AMD Ryzen TR 2990WX (DLM)
      455
    • AMD Ryzen TR 2990WX
      457

Was sich in den Leistungstest bereits offenbarte, setzt sich in der Testreihe fort: Der Core i5-9400 ist ein Core i5-8400 mit etwas mehr Takt. Folglich liegt auch die Leistungsaufnahme auf fast demselben Niveau. Mit nur rund 50 Watt Differenz zwischen Leerlauf in Windows und regulärer Volllast sind beide dabei sehr effizient. Die Effizienz fällt erst deutlich, wenn AVX2 hinzukommt. In dem Fall würde auch ein striktes 65-Watt-Powerlimit erstmals greifen, in allen anderen Szenarien spielt das keine Rolle.

Intel Core i5-9400F im Power Limit von 65 Watt
Intel Core i5-9400F im Power Limit von 65 Watt

Temperaturen

Maximal 66 Grad warm wird der Intel Core i5-9400F bei voll ausgelasteten Kernen und der maximalen Package-Power von fast 85 Watt. Damit gibt es keinerlei Probleme, auch die Nutzung von klassischer Wärmeleitpaste erscheint logisch. Overclocking geht am Ende so oder so nicht, nur eine ganz schwache Kühlung könnte die Grenzen ausloten. Limitiert auf 65 Watt TDP, liegt die Temperatur des Core i5-9400F noch einmal 8 Grad niedriger als zuvor. Damit wird am Ende jeder CPU-Kühler fertig. Dies gilt aber nur für den AVX2-Test.

Der Vergleich mit dem Core i5-8400 manifestiert das zuvor gewonnene Bild und beweist, dass keine Verlötung des Heatspreaders beim Neuling erfolgt: Mit maximal 62 Grad ist der Core i5-8400 im Prime-Dauertest 4 Grad kühler als der Core i5-9400F. Einen Vorteil bietet der neue Prozessor ohne Grafik also in dieser Disziplin nicht und untermauert, dass weiterhin Wärmeleitpaste genutzt wird.

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