Sparte vor Verkauf: SMI will sich noch mehr auf SSD-Controller konzentrieren

Michael Günsch 7 Kommentare
Sparte vor Verkauf: SMI will sich noch mehr auf SSD-Controller konzentrieren

Silicon Motion (SMI) hat sich in den letzten Jahren zum führenden Hersteller von Controllern für Consumer-SSDs gemausert. Damit dies auch so bleibt, fokussiert sich das taiwanische Unternehmen noch mehr auf dieses Segment und trennt sich von einer anderen Sparte.

Mit FCI wird die Mobile-Communications-Tochter von Silicon Motion an Dialog Semiconductor verkauft. Die Vorstände beider Unternehmen haben der Transaktion bereits zugestimmt, deren Abschluss im Laufe des Jahres erwartet wird. Der Kaufpreis wird auf 45 Millionen US-Dollar beziffert. Im vergangenen Jahr hat SMI mit der Sparte einen Umsatz von rund 30 Millionen US-Dollar erzielt.

Unter FCI mit Sitz in Südkorea bietet Silicon Motion in einem Chip vereinte elektronische Systeme (SoC) mit Funktechnik an. Zum Portfolio zählen Wi-Fi-SoCs für IoT-Geräte, Transmitter für Smartphones und Navigationsgeräte, TV-Tuner für mobile Fernseher oder auch Chips zur elektronischen Mauterhebung, die künftig die Produktpalette des britischen ASIC-Spezialisten Dialog Semiconductor ergänzen.

Den Verkauf der Sparte sieht Wallace Kou, der CEO von Silicon Motion, als Wegbereiter, um sich künftig noch mehr auf das Kerngeschäft mit SSD-Controllern zu konzentrieren.

This sale paves the way for us to focus even more in our core SSD controllers and related solutions for client devices, as well as data center and enterprise applications.

Wallace Kou, Präsident und CEO von Silicon Motion

Ultra-Low-Power Wi-Fi is a strong strategic fit for Dialog with the opportunity to combine Wi-Fi and Bluetooth low energy chips and modules selling into our complementary IoT, consumer and automotive markets.

Jalal Bagherli, CEO von Dialog Semiconductor

Noch vor 10 Jahren war Silicon Motion zumindest hierzulande eine relativ unbekannte Firma. Dies änderte sich in den folgenden Jahren, als Controller von Silicon Motion mehr und mehr in SSDs von Drittanbietern zu finden waren. Schon Ende 2015 waren mehr als ein Fünftel und damit die meisten SSDs im ComputerBase-Preisvergleich mit einem SMI-Controller bestückt. Auch heute stammen die meisten SSD-Controller im Preisvergleich von SMI.

Konkurrenten wie Marvell und Phison hat SMI bei Client-SSDs hinter sich gelassen. Die Produkte des Unternehmens werden längst auch nicht mehr nur von kleineren Drittanbietern, sondern beispielsweise auch von großen SSD-Herstellern wie Intel und auch Micron eingesetzt. Erste Ambitionen bei Controllern für Enterprise-SSDs zeigten sich im SM2270 mit 16 Speicherkanälen und PCIe 3.0 x8.