Spionageabwehr: iPhone soll gefälschte Mobilfunkzellen erkennen

Frank Hüber 30 Kommentare
Spionageabwehr: iPhone soll gefälschte Mobilfunkzellen erkennen

In einem jüngst veröffentlichten, aber bereits im Jahr 2017 von Apple beantragten Patent beschreibt das Unternehmen, wie es verhindern möchte, dass iPhones sich in gefälschte Mobilfunkzellen einwählen und so abgehört werden können.

Der Patentantrag 20190068651, den das US-Patent- und Markenamt Ende Februar 2019 veröffentlicht hat, trägt die Bezeichnung „Cellular Security Framework“ und beschreibt, wie ein Smartphone bei der Verbindung zu einer Basisstation eines Mobilfunknetzes genauer prüft, ob die ausgetauschten Informationen, die Signalstärke und Netzwerkkennung der Basisstation zu dem Standort des Smartphones und dem Netzbetreiber passen oder Zweifel an der Authentizität der Basisstation bestehen, was wiederum zu einem Abbruch der Kommunikation mit der betroffenen Mobilfunkzelle, dem Hinzufügen der betroffenen, vermeintlich gefälschten Basisstation auf eine Blacklist führen, oder zumindest in einem Sicherheitshinweis an den Benutzer resultieren könnte.

IMSI besser schützen

Hintergrund dieser zusätzlichen Sicherheitsmaßnahme ist es, dass das Smartphone nach Möglichkeit die „International mobile subscriber identity“ (IMSI) des Nutzers gar nicht mehr an gefälschte Basisstation übermittelt. Es werden immer wieder gefälschte Mobilfunkzellen eingesetzt, sogenannte IMSI-Catcher, um genau diese Informationen von in der Nähe befindlichen Smartphones abzufangen und zu nutzen. Die IMSI dient der eindeutigen Identifizierung der Netzteilnehmer. Nach Bekanntgabe dieser Kennung können Sicherheitslücken in Mobilfunkprotokollen genutzt werden, um mittels IMSI-Cracking die verschlüsselte IMSI in LTE- und 5G-Netzen zu entschlüsseln und Nachrichten und Telefonate abzuhören. Zudem ist es möglich, den Standort des Nutzers beziehungsweise des Smartphones zu verfolgen.

Lücken und Spionage sind Realität

Entsprechende Sicherheitslücken wurden kürzlich auch im vermeintlich besser geschützten Mobilfunkstandard 5G nachgewiesen und erfordern umfangreiche Anpassungen sowohl durch die GSMA und Netzbetreiber. Im Jahr 2017 wurde in der kanadischen Hauptstadt Ottawa ein flächendeckender Einsatz von IMSI-Catchern in der Innenstadt rund um Regierungsgebäude aufgedeckt.

Auch Strafverfolgung betroffen

Sofern Apple den Schutz in einer künftigen Betriebssystemversion von iOS einführt, würde auch die Arbeit von Strafverfolgungsbehörden erschwert, die zur Ortung von Smartphones IMSI-Catcher einsetzen. Noch kommt die im Patent genannte Technologie in iOS jedoch nicht zum Einsatz.