Samsung: 8K-Fernseher mit 98 Zoll kostet 60.000 Euro

Nicolas La Rocco 142 Kommentare
Samsung: 8K-Fernseher mit 98 Zoll kostet 60.000 Euro
Bild: Samsung

Der erstmals zur CES Anfang des Jahres von Samsung gezeigte 8K-Flaggschiff-TV mit 98 Zoll hat einen stolzen Preis: 59.999 Euro. Bislang hatte Samsung nur die Preise der kleineren 8K-Fernseher für 2019 bekannt gegeben. ComputerBase hat mit Samsung außerdem über native 8K-Inhalte und das Upgrade auf HDMI 2.1 gesprochen.

Mitte März hatte Samsung zu Beginn der primär für den Handel und Großeinkäufer gedachten Roadshow die Preise der neuen 8K-Fernseher für 2019 angekündigt. Diese Modelle beerben die im letzten Jahr zur IFA vorgestellten Geräte, die sich ComputerBase im Frankfurter Showcase von Samsung im Detail ansehen konnte. Die zwei großen Veränderungen des Jahrgangs 2019 sind HDMI 2.1 für die neue One Connect Box und eine bessere Blickwinkelstabilität. Einen Überblick zum gesamten neuen Line-up inklusive der neuen 4K-Modelle liefert der Bericht zur Roadshow.

Ein Fernseher hatte bislang allerdings noch gefehlt: das mit 98 Zoll noch einmal 16 Zoll größere Flaggschiff, das im Januar erstmals auf der Bühne von Samsungs CES-Pressekonferenz gezeigt worden war. Im Vergleich zum letztjährigen 8K-Flaggschiff liegt das Plus an Diagonale immerhin noch bei 11 Zoll. Einen offiziellen Preis hatte Samsung bisher nicht für den Fernseher mit 249 Zentimeter großem Panel genannt.

Sechs Autos oder ein größerer Fernseher?

Zur letzten Station der Roadshow in Berlin steht dieser ab nun fest: 59.999 Euro und damit 48.000 Euro mehr als das nächst kleinere Modell mit 82 Zoll. Allein für die Preisdifferenz könnte man sich auch ein Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell oder sechs Dacia Logan kaufen. Aber was macht den Fernseher so teuer, obwohl er nur 41 Zentimeter mehr Displaydiagonale bietet?

  • GQ98Q950RGTXZG: 59.999 Euro
  • GQ82Q950RGTXZG: 11.999 Euro
  • GQ75Q950RGTXZG: 7.999 Euro
  • GQ65Q950RGTXZG: 5.499 Euro

Wie Samsung im Gespräch mit ComputerBase erklärte, steige bei der Produktion solch großer Panels der Aufwand exponentiell an, außerdem steige die Gefahr einer niedrigen Ausbeute (Yield) einwandfreier Panels. Immerhin muss Samsung sicherstellen, dass auf 249 Zentimetern alle 33.177.600 Pixel fehlerfrei funktionieren. Dass wie in beinahe allen Produktkategorien für das absolute Topmodell ein gewisser zusätzlicher Aufpreis zu zahlen ist, darf zwar ebenfalls angenommen werden, der 98-Zoll-Fernseher sei in der Produktion aber tatsächlich erheblich teurer als die kleineren Modelle von 65 bis 82 Zoll.

YouTube-App soll 8K bis nächstes Jahr abspielen können

Noch sind Samsungs Kunden bei den 8K-Fernsehern auf das Upscaling von 4K-Material über den Quantum Processor angewiesen, natives 8K-Material sucht man abseits von kurzen Democlips noch vergebens auf den bekannten Plattformen oder physischen Datenträgern wie der Ultra HD Blu-ray. Amazon und Netflix haben bislang nicht auf Anfragen von ComputerBase reagiert, wann mit dem Streaming in 8K zu rechnen sei.

Auf YouTube finden sich hingegen bereits zahlreiche Videos in 8K-Auflösung, allerdings kann die YouTube-App diese zumindest auf Samsungs Fernsehern noch nicht abspielen – bei 4K ist Schluss. Wie Samsung erklärte, liege das an der derzeit noch fehlenden Fähigkeit, Googles VP9-Codec in 8K zu decodieren. Wie ComputerBase selbst auf den neuen Geräten ausprobieren konnte, gibt es mit VP9 in 4K-Auflösung und mit BT.2020-Farbraum keinerlei Probleme während des Abspielens. Samsung wolle bis spätestens zu Beginn des nächsten Jahres auch 8K über die YouTube-App anbieten, hieß es auf Nachfrage.

HDMI 2.1 weiterhin als Upgrade geplant

Deutlich weniger Informationen konnte ComputerBase hingegen zum geplanten HDMI-2.1-Upgrade für die 8K-Fernseher des letzten Jahres in Erfahrung bringen. Nach wie vor plane Samsung, entsprechenden Kunden der 2018er Modelle ein Upgrade auf die One Connect Box der 2019er Modelle anzubieten. Zu welchen Konditionen, Preisen oder wann dies genau geplant ist, konnte Samsung jedoch noch nicht im Detail sagen.