RDNA-Grafik: AMD und Samsung bringen Radeon ins Smartphone

Volker Rißka 127 Kommentare
RDNA-Grafik: AMD und Samsung bringen Radeon ins Smartphone
Bild: AMD

AMD hat ein neues Lizenzabkommen vereinbart, welches den bekannten Konsolen-Deals mit Sony und Microsoft in Nichts nachsteht: Samsung wird in Zukunft Grafik-IP von AMD beziehen, dessen Grundlage die erst zur Computex 2019 angekündigte RDNA-Architektur ist. Diese feiert in gut einem Monat in Navi alias Radeon RX 5700 Premiere.

Der Fokus der Zusammenarbeit ist die Entwicklung von einer ultra low power, high performance mobile graphics, dem typischen Geschäft von Samsungs Chipentwicklern. Dort hatte Samsung bisher gegenüber dem Konkurrenten Qualcomm stets das Nachsehen, die mit der Adreno-Lösung vor Jahren bereits günstig an AMD-IP kamen. Samsung kauft dort in der Regel fremde Technologie zu, PowerVR und Mali sind die Standard-Lösungen in mobilen Chips der letzten Jahre. Mit ausgewachsener Grafik-IP soll bei Samsung eine neue Generation an leistungsstarken Mobil-Chips entstehen.

Auch für AMD ist der Deal kein schlechter, fasst das Unternehmen so doch noch über einen Umweg in Zukunft Fuß im Smartphone-Markt. Frühere eigene Versuche im Tablet-Markt oder gar die Entwicklung von Low-Power-SoCs, die für Smartphones funktionieren sollten, scheiterten. Doch war AMD mit diesen nicht allein – Intel hatte unzählige Milliarden in dem Smartphone-Markt versenkt. AMDs CEO Lisa Su erkennt hingegen den Wert von strategischer Zusammenarbeit, denn alles allein entwickeln kann und will AMD heute nicht mehr, die Firma konzentriert sich auf ihr Kerngeschäft. Die zukünftige Zahl an Radeon-Nutzern kann sich durch den Einsatz im Smartphone exponentiell steigern, denn nicht nur Smartphones sollen damit ausgerüstet werden, auch weitere Produkte, die AMDs Portfolio im Markt ergänzen. Samsung wird dafür Lizenzgebühren und Tantiemen an AMD zahlen.

This strategic partnership will extend the reach of our high-performance Radeon graphics into the mobile market, significantly expanding the Radeon user base and development ecosystem.

Lisa Su, CEO, AMD

Was hinter RDNA steckt, bleibt noch ein Fragezeichen

Noch größtenteils unbekannt ist aber, was sich hinter RDNA verbirgt. Die Computex in der vergangenen Woche war nur ein kleiner Teaser, zur E3 in der kommenden Woche soll es mehr Details geben, spätestens zum Start im Juli. AMD spricht heute erneut von einer stark skalierbaren Architektur, die nun von einer Mittelklasse-Lösung wie die RX 5700 hinab bis ins Smartphone gehen soll. Dies lässt im Umkehrschluss dann aber auch immer noch Spielraum für Luft nach oben, das Namensschema ist deshalb wohl bewusst von AMD gleich zum Start so gewählt. Exakt darüber hatte ComputerBase bereits zum Auftakt vor einer Woche spekuliert.