5G: Huawei plant Milliarden-Investment in Italien

Sven Bauduin 40 Kommentare
5G: Huawei plant Milliarden-Investment in Italien
Bild: Huawei

Der chinesische Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei plant in Italien in den nächsten drei Jahren Investitionen in Höhe von 3,1 Milliarden US-Dollar (2,75 Milliarden Euro) und fordert eine „transparente, effiziente und faire“ Nutzung seines Knowhows in Sachen 5G-Netzausbau.

5G-Ausbau gerät ins Stocken

Huawei ist bereits seit 15 Jahren in Italien präsent und arbeitet mit den nationalen Telekommunikationsunternehmen Telecom Italia und Vodafone Italia am Ausbau der 5G-Infrastruktur. Obwohl sich die USA und China im Handelsstreit wieder angenähert haben und das US-Embargo gegen Huawei zum Teil aufgehoben wurde, geriet der 5G-Netzausbau auch in Italien ins Stocken.

Das Dekret, das den ehrgeizigen Infrastrukturplan von Huawei billigt und von Italiens Regierungskoalition bestehend aus der 5-Sterne-Bewegung und der rechten Lega Nord beschlossen wurde, muss innerhalb der nächsten 60 Tage vom Parlament abgesegnet werden, sonst verfällt es.

Thomas Miao, Geschäftsführer von Huawei Italien, drängt die Politik derweil zur Eile und fordert eine „transparente, effiziente und faire“ Nutzung des Knowhows, welches Huawei auf dem Gebiet des 5G-Netzausbaus zu bieten habe. Zudem forderte er die die Regierung auf, die Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.

Es ist sehr wichtig, dass die 5G-Technologie neutral ist und die Normen für alle Spieler gelten, um sicherzustellen, dass wir vom ersten Tag an eine sichere und zuverlässige Infrastruktur haben. Im schlimmsten Fall können bis zu 165 Tage erforderlich sein, um die Genehmigung für 5G-Geschäfte zu erhalten.

Die Vereinigten Staaten haben sich dafür stark gemacht, dass Italien und andere europäische Staaten Huawei-Geräten ausweichen und ZTE genau unter die Lupe nehmen, da die Hersteller ein Sicherheitsrisiko für die 5G-Infrastruktur darstellen sollen. Beide Unternehmen haben ein solches Risiko nachdrücklich bestritten.

Zuletzt hatte auch US-Handelsminister Wilbur Ross bestätigt, dass die US-Regierung den Verkauf von sicheren Gütern an Huawei zukünftig erlauben wolle.

3.000 neue Jobs durch Investitionen in Marketing und Forschung

Trotz der aktuellen Unwägbarkeiten erklärte Huawei seine Absicht, unter anderem 1,2 Milliarden Euro in Marketing und über 50 Millionen Euro in die Forschung zu investieren. Laut Angaben des Konzerns schaffe Huawei damit in den nächsten drei Jahren 1.000 Stellen im eigenen Unternehmen und bis zu 2.000 weitere Jobs im Zulieferernetzwerk.

Stellenabbau in den USA

Während Huawei in Italien investieren und Arbeitsplätze schaffen will, stehen die Zeichen in den USA auf Stellenabbau. Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, seien vor allem Angestellte der auf Forschung und Entwicklung spezialisierten Huawei-Tochterfirma Futurewei Technologies betroffen. Bis zu 850 Mitarbeiter müssen demnach um ihren Job fürchten.

Update 23.07.2019 09:25 Uhr

Futurewei Technologies mit Sitz im kalifornischen Santa Clara hat bestätigt, dass das Unternehmen aufgrund der Einschränkung des Geschäftsbetriebs durch die Maßnahmen der US-Regierung mehr als 70 Prozent der Mitarbeiter entlassen muss. Über 600 der 850 Beschäftigten müssen die US-Forschungstochter von Huawei verlassen.