Intel-Wireless-Schutzschriften: Exklusive Gespräche mit Käufer für 8.500 Patente

Volker Rißka 28 Kommentare
Intel-Wireless-Schutzschriften: Exklusive Gespräche mit Käufer für 8.500 Patente
Bild: Intel

Nur zwei Wochen nach den ersten Berichten, Intel würde 8.500 Patente aus dem Wireless-Segment inklusive 5G veräußern, sollen die Schutzschriften nun nicht mehr einem breiten Feld angeboten werden, sondern exklusiv verkauft werden. Apple steht als potentieller Kunde ganz oben auf der Liste, wenngleich Details fehlen.

Apple als alleiniger Käufer?

Apple würde als extrem finanzkräftiges Unternehmen perfekt ins Bild passen, weil es stets auf einen Partner angewiesen ist, wenn es um die Thematik Modem für ihre Smartphones geht. Nachgesagt wird Apple bereits seit Jahren die Entwicklung einer eigenen Lösung, doch ohne entsprechende Schutzschriften wäre auch diese stets abhängig von anderen Firmen. Nach dem Fehlschlag, zuletzt allein auf Intel zu vertrauen, die sich schon beim 4G-Modem verspäteten und das 5G-Modem nicht rechtzeitig liefern konnten, musste Apple vor wenigen Monaten zurück zu Qualcomm gehen – ein großer Sieg für die Modem- und SoC-Spezialisten. Doch starben Apples Ambitionen in dem Bereich nicht, denn der Qualcomm-Apple-Vertrag ist befristet.

Auch ein Konsortium könnte gewinnen

Laut dem Auktionsbüro, welches die 8.500 Patente veräußern sollte, ist der Verkauf vorerst gestoppt, weil sich Intel in Gesprächen mit einem potentiellen Käufer befinde. Unklar ist dabei, ob es um das komplette Paket oder nur einen größeren Teil gehe. Die Auktion könnte letztlich wiederbelebt werden, wenn über den finanziellen Rahmen keine Einigung erzielt wird oder der restliche Teil noch verkauft werden soll. Laut Auktionar sei das Interesse an den Patenten sehr groß. Am Ende könnte auch wieder ein Konsortium bestehend aus vielen Firmen zum Zuge kommen, so wie seinerzeit Apple, Blackberry, Ericsson, EMC, Microsoft und Sony, die 2011 zusammen 4,5 Milliarden für Nortel-Patente boten und so Google ausstachen.

Der Umfang der Intel-Patente aus dem Bereich wird als sehr wertvoll eingeschätzt, es soll die größte Veräußerung von Schutzschriften seit Nortel sein. 6.000 Patente sollen allein auf die Mobilfunk-Standards 3G, 4G und 5G entfallen, weitere 1.700 auf Wireless-Technologien, die für die Integration gebraucht werden könnten. Garniert wird das Paket mit 500 weiteren Patenten aus der Halbleiter- und Elektronikbranche, die sich vielfältig nutzen lassen sollen.

Intel hatte sich zuletzt von der Modem-Entwicklung für Smartphones getrennt, da es diesen Markt als wenig lukrativ ansieht. Problematisch für Intel war dabei stets der Umstand, dass neue Produkte zu spät auf den Markt kamen. Diese Fehler will der neue CEO Bob Swan nicht noch einmal machen. 5G steht bei der Firma weiterhin aber hoch im Kurs, hier jedoch mit dem Fokus auf PCs, Datacenter, Autonomes Fahren, IoT und weiteren Zukunftsmärkten.