Intel-Quartalsbericht: Modem-Verkauf an Apple überstrahlt Umsatzverlust

Volker Rißka 36 Kommentare
Intel-Quartalsbericht: Modem-Verkauf an Apple überstrahlt Umsatzverlust
Bild: Intel

Die Spatzen pfiffen es seit Tagen von den Dächern, mit dem Quartalsbericht ist es offiziell: Apple kauft Intels Smartphone-Modem-Sparte für eine Milliarde US-Dollar. Im gesamten zweiten Quartal lief es besser als von Analysten erwartete, dennoch verbucht Intel gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzrückgang.

Die Übereinkunft von Intel mit Apple ist nahezu allumfassend und der Preis von einer Milliarde US-Dollar allgemein als sehr günstig anzusehen. Apples Portfolio an Wireless- und Modem-Patenten wächst durch die Übernahme auf über 17.000 Schutzschriften. Interessant sind dabei die Fesseln, die sich Intel für die Zukunft anlegen lässt: Das Smartphone-Modem-Geschäft soll für allezeit ein Tabu-Thema sein. Parallel dazu wird die Entwicklung von Modems für andere Bereiche wie Automotive, IoT und PC aber weitergehen. Hier dürfte es interessant zu sehen sein, wie genau das getrennt werden soll, denn grundverschieden sind die Modems verschiedener Geräte bekanntlich nicht.

Intel will retain the option to develop modems for non-smartphone applications, such as PCs, internet of things devices and autonomous vehicles.

2.200 Angestellte werden von Intel zu Apple wechseln. CEO Bob Swan erklärte, das seien rund 70 Prozent der Belegschaft in dieser Abteilung, für die restlichen Angestellten sei es „ein schwieriger Tag“. Das Unternehmen werde versuchen, die Mitarbeiter intern als auch extern unterzubringen, heißt es weiter.

Schwaches Servergeschäft schlägt auf Umsatz und Gewinn

Zehn Prozent weniger Umsatz als noch im Jahr zuvor und ein operativer Gewinnrückgang von 34 Prozent muss Intel beim Geschäft mit Servern verbuchen. Dies konnte das leicht steigende Geschäft im Client-Bereich nicht aufwiegen, wenngleich diese Sparte mit einem Umsatz von 8,84 Milliarden US-Dollar nun wieder deutlich vor dem Server-Bereich mit 4,98 Milliarden US-Dollar Umsatz rangiert. Noch markanter sichtbar ist das beim operativen Gewinn, während mit PCs und Notebooks in Form von CPUs und Modems über 3,7 Milliarden verdient wurden, sind es mit Servern im operativen Geschäft jetzt „nur“ noch 1,8 Milliarden US-Dollar.

Der größte Verlust-Posten ist auch im zweiten Quartal die Speichersparte von Intel. 13 Prozent weniger Umsatz und ein Minus von 284 Millionen US-Dollar hinterlassen auch bei Intel Spuren, die jedoch der gesamte Markt durch Überversorgung und niedrige Preise trägt.

Unterm Strich lag der Umsatz im zweiten Quartal bei 16,505 Milliarden US-Dollar, ein Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der Gewinn fiel um 17 Prozent auf 4,179 Milliarden US-Dollar. Für das dritte Quartal erwartet das Unternehmen den saisonal üblichen Sprung auf etwa 18 Milliarden US-Dollar Umsatz, was jedoch auch in diesem Fall einen Rückgang gegenüber 2018 markieren würde.