Radeon RX 600 für OEMs: AMD Polaris bekommt mal wieder einen neuen Namen

Jan-Frederik Timm 101 Kommentare
Radeon RX 600 für OEMs: AMD Polaris bekommt mal wieder einen neuen Namen

Drei Monate nachdem erste Modelle einer ominösen Radeon-RX-600-Serie mit Polaris-GPUs im Treiber von AMD aufgetaucht waren, listet der Hersteller Radeon RX 640, 630, 625, 620 und 610 auf der eigenen Webseite. Sie richten sich abermals an OEMs.

Polaris gibt es seit Juni 2016

AMDs Polaris-GPUs gibt es seit Juni 2016. Premiere feierten sie auf der Radeon RX 480 (Test) mit Polaris-10-GPU. Knapp ein Jahr später erfolgte eine dezente Neuauflage als Radeon-RX-500-Serie (Test) mit Polaris-2x-GPUs, die offiziell dank optimierter 14-nm-FinFET-Fertigung höhere Taktraten bei höherem Verbrauch ermöglichten. Ende 2018 und damit weitere anderthalb Jahre später folgte die Radeon RX 590 (Test) mit Polaris-30-GPU, die auf 12 nm gewechselt war. All diese Modelle richteten sich sowohl an OEMs als auch an Endkunden und es lagen immer, wenn auch kleine, technische Anpassungen zugrunde.

Ein Jahr nach der Neuauflage als Radeon RX 500 hatte AMD im Frühjahr 2018 allerdings auch Aktualisierungen allein für OEMs vorgenommen: die Serie Radeon RX 500X. Und die jetzt öffentlich gemachte Serie scheint erneut darauf zu basieren, deckt bisher aber nur das untere Leistungsspektrum ab. Denn das vorläufige „Topmodell“ der Serie, die Radeon RX 640, gleicht mit wahlweise 512 oder 640 Shadern bei maximal 1,65 TFLOPs Rechenleistung der Radeon RX 550X. Der einzige Unterschied: Das von 128 Bit auf 64 Bit halbierte Speicherinterface.

Neue Grafikkarten mit halbiertem Speicherinterface?

Was auf den ersten Blick wie ein Fehler erscheint, könnte durchaus der Realität entsprechen und würde den Wechsel von Radeon RX550X auf Radeon RX 640 in der Bezeichnung erklären. ComputerBase hat AMD um Bestätigung gebeten um einen Fehler ausschließen zu können.

Auch an anderer Stelle steht noch ein Fragezeichen hinter den Neuankündigungen: PCGH weist darauf hin, dass die 320 Shader der Radeon RX 610 eher auf einen Refresh der Radeon 520 hinweisen, die wiederum auf dem Oland-Chip basiert, der im Jahre 2013 eingeführt, zuerst bei der HD 8570/8670 eingesetzt und später dann als Radeon R5 240/250, R5 330/340/350 sowie R5 430/435 wieder genutzt wurde. AMD selbst spricht hier allerdings ebenfalls von Polaris. Dass der Hersteller jetzt noch eine GPU neu aufgelegt hat, darf allerdings bezweifelt werden.