Infotainmentsystem: Ford Sync 4 kommt 2020 auf Displays von 8 Zoll bis 15,5 Zoll

Nicolas La Rocco 84 Kommentare
Infotainmentsystem: Ford Sync 4 kommt 2020 auf Displays von 8 Zoll bis 15,5 Zoll
Bild: Ford

Ford will ab dem kommenden Jahr erste Fahrzeuge mit dem vollständig neu entwickelten Infotainmentsystem Sync 4 ausstatten. Sync 4 ist für die Nutzung auf unterschiedlich großen Touch-Bildschirmen ausgelegt und unterstützt mehr Cloud-Funktionen und kabellose Features. Ab 2020 wird Ford zudem OTA-Updates anbieten.

Im kommenden Jahr will Ford das über die letzten Jahre verbaute Infotainmentsystem Sync 3 (Hands-On) durch das neue Sync 4 ablösen, wie das Unternehmen heute bekannt gegeben hat. Sync 4 soll ab kommendem Jahr in ausgewählten Fahrzeugen verbaut werden. Welche das sein werden, hat Ford noch nicht bekannt gegeben.

Touch-Displays mit bis zu 15,5 Zoll

Sync 4 zeichnet sich durch eine flexible Darstellung der Inhalte angepasst an die auf dem Display zur Verfügung stehende Fläche aus. In Zukunft will Ford Touch-Bildschirme mit Größen von 8 Zoll, 12 Zoll und 15,5 Zoll anbieten, auf denen Sync 4 laufen soll. Auch in Abhängigkeit vom Fahrzeugtyp sollen unterschiedliche Grafiken dargestellt werden. Ein Mustang wird somit teils andere Bedienelemente haben als ein Fiesta.

Ab der 12-Zoll-Version des neuen Infotainmentsystems werden neue Multi-Tasking-Features zur Verfügung stehen. Unter anderem soll die Anzeige in größere und kleinere Fenster aufgeteilt werden, um zum Beispiel die Navigation und den Musikplayer parallel darstellen zu können. In dem kleineren Bildschirmbereich können nach individueller Vorliebe etwa verschiedene Streaming-Dienste, das Radio oder die lokale Musikwiedergabe abgelegt werden.

Ab 15,5 Zoll bietet Sync 4 sogenannte Adaptive Dash Cards. Damit sind zuletzt oder häufig verwendete Features und interaktive Anzeigeelemente gemeint, die in einer horizontalen Leiste unterhalb des primären Anzeigebereichs dargestellt werden. Indem wichtige Funktionen unten im Display ausgelagert angezeigt werden, will Ford das umständliche Hangeln durch verschiedene Menüebenen auf ein Minimum reduzieren oder vollständig obsolet machen. Die Adaptive Dash Cards sind interaktiv, sodass darüber zum Beispiel die Musik oder Telefonate gesteuert werden können. Auf den Karten lässt sich im kleineren Format auch der nächste Navigationsschritt darstellen.

Sync 4 ist für Sprachbedienung mit der Cloud verbunden

Cloud-Konnektivität soll Standard bei Sync 4 sein. Schon jetzt lässt sich jeder Ford optional mit FordPass Connect inklusive eines LTE-Hotspots ausrüsten. Dafür nutzt Ford in den USA das Mobilfunknetz von AT&T. Navigationskarten sollen bei Sync 4 zeitnah mit den neuesten Verkehrs- und Baustellen-Informationen aktualisiert werden. Auch die Suche nach freien Parkplätzen soll inklusive Preisen in Echtzeit möglich sein.

Zur Cloud-Konnektivität zählt auch Fords neue Sprachbedienung, die natürliche Sprache besser verstehen und zum Teil auch Konversationen mit Fahrer abwickeln können soll, indem wie bei Apple Siri oder dem Google Assistant zusammenhängende und weiterführende Fragen gestellt werden können. Die Sprachbedienung lässt sich neben der Navigation oder Suche nach Restaurants mit speziell ausgerichteter Küche auch für das Verschicken von SMS und E-Mail nutzen. Obwohl Sync 4 stärker von der Cloud abhängig ist, sollen grundlegende Aufgaben weiterhin im Auto berechnet werden, sodass das Ziel auch ohne Mobilfunkanbindung erreicht wird. Maschinelles Lernen soll dabei helfen, dass Sync 4 von den Gewohnheiten des Fahrers lernt und zum Beispiel Vorschläge für Ziele und Telefonate macht.

Kabelloses Android Auto, CarPlay und Laden

Sync 4 ist nicht länger auf Kabel angewiesen, um das Smartphone zu laden oder dessen Inhalte auf dem Infotainmentsystem darzustellen. Apple CarPlay und Android Auto (Test) werden in ihren kabellosen Varianten unterstützt, was auch für Sync-AppLink-Apps wie Googles Navigationsdienst Waze oder Ford+Alexa gilt. Das neue Infotainmentsystem stellt dem Anwender Verbindungen über WLAN und Bluetooth zur Verfügung, um abseits der integrierten auch die auf dem Smartphone verwendeten Dienste im Auto nutzen zu können. Über AppLink bringt Ford aber auch Funktionen des Autos auf das Smartphone, darunter die Steuerung von Beleuchtung, Klimaanlage und Radio. Während der kabellosen Verbindung lässt sich das Smartphone kabellos im Auto aufladen.

Speziell für den US-amerikanischen Markt ist die Unterstützung von SiriusXM 360L, das das Satellitenradio mit einem On-Demand-Streaming-Angebot kombiniert.

Ford will ab 2020 OTA-Updates anbieten
Ford will ab 2020 OTA-Updates anbieten (Bild: Ford)

OTA-Updates ab sechs Monaten nach Start geplant

Zukünftig will Ford OTA-Updates für das Infotainmentsystem und Fahrzeug anbieten. Ab 2020 sollen die meisten der neu auf den Markt gebrachten sowie überarbeiteten Fahrzeuge mit dieser Funktionalität ausgerüstet werden. Das soll unter anderem die Zahl der benötigten Werkstattbesuche reduzieren. Updates kleineren Umfangs sollen unauffällig im Hintergrund durchgeführt werden. Mit ersten OTA-Updates rechnet Ford sechs Monate nach Auslieferung der ersten Fahrzeuge mit OTA-Update-Unterstützung.