Gigabyte Aero 17 HDR im Test: Benchmarks in Apps und Games

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Jan-Frederik Timm 62 Kommentare

Leistungsprofile machen den Unterschied

Über das „Gigabyte Control Center“ lässt sich das Aero 17 HDR in Sachen CPU- und GPU-Leistung feinstufig anpassen. Dabei ist zwischen dem Netz- und dem Akkubetrieb zu unterscheiden.

Im Netzbetrieb gibt es für die CPU gleich sechs und für die GPU immer noch zwei Leistungsstufen. Was genau sie bewirken, verrät auch Gigabyte nicht, der Test hingegen schon. Und die Ergebnisse sind durchaus interessant.

Extrem schnelle CPU auf Wunsch

In der höchsten Leistungseinstellung gestattet Gigabyte dem Core i9-9980HK eine dauerhafte Package-Power von 80 Watt. Mit dann möglichen 3,7 GHz Turbotakt auf allen acht Kernen absolviert die mobile CPU den Blender-Benchmark sogar schneller als ein Ryzen 5 3600 für Desktop-PCs. Doch auch die langsamste Stufe mit dauerhaft 38 Watt lässt die Achtkern-CPU noch schneller rechnen als einen Core i7-9750H mit sechs Kernen bei 65 Watt.

Blender Benchmark
Einheit: Minuten, Sekunden
    • Aero 17 HDR – CPU „6/6“
      20:46
    • AMD Ryzen 5 3600
      21:55
    • Aero 17 HDR – CPU „5/6“
      21:56
    • Aero 17 HDR – CPU „4/6“
      21:58
    • Aero 17 HDR – CPU „3/6“
      22:47
    • Aero 17 HDR – CPU „2/6“
      23:55
    • Aero 17 HDR – CPU „1/6“
      25:34
    • XMG Fusion 15 – Enthusiast
      27:07
    • Asus Zephyrus S GX701 „Turbo“
      28:56
    • Lenovo Legion Y740 – Ausgeglichen
      29:41
    • Lenovo Legion Y740 – Leistung
      29:41
    • Razer Blade Pro „Hoch“
      30:28
    • XMG Fusion 15 – Blanced
      33:15
    • Asus Zephyrus S GX701 „Leistung“
      33:52
    • Razer Blade 15 (2018) – Gaming
      37:27
    • Asus Zephyrus S GX701 „Leise“
      37:54
    • XMG Fusion 15 – Leise
      39:22
    • Razer Blade Pro „Mittel“
      40:40
    • Lenovo Legion Y740 – Leise
      43:47
    • Razer Blade 15 (2018) – Balanced
      45:24
    • Razer Blade Pro „Niedrig“
      57:13

Die beiden Leistungseinstellungen für die GeForce RTX 2070 Max-Q machen hingegen nur einen kleinen Unterschied: 4 Prozent schneller ist die Einstellung 2/2 im Vergleich zu 1/2. Das passt zum um ca. 80 MHz steigenden GPU-Takt.

SotTR Benchmark
    • Razer Blade Pro „Hoch“
      107,0
    • Asus Zephyrus S GX701 „Turbo“
      105,0
    • Razer Blade Pro „Niedrig“
      103,0
    • Razer Blade Pro „Mittel“
      103,0
    • Asus Zephyrus S GX701 „Leistung“
      103,0
    • Asus Zephyrus S GX701 „Leise“
      100,0
    • Lenovo Legion Y740 – Leistung
      94,0
    • Lenovo Legion Y740 – Leise
      91,0
    • Lenovo Legion Y740 – Ausgeglichen
      89,0
    • Aero 17 HDR – GPU „2/2“
      79,0
    • XMG Fusion 15 – Enthusiast
      78,0
    • Aero 17 HDR – GPU „1/2“
      76,0
    • XMG Fusion 15 – Blanced
      74,0
    • XMG Fusion 15 – Leise
      43,0

In beiden Einstellungen verliert das Aero 17 HDR erfreulich wenig Leistung im Dauereinsatz und kann so im Vergleich zum am Anfang vergleichbar schnellen Schenker XMG Fusion 15 im Dauereinsatz fast 15 Prozent Vorsprung herausholen.

„Control Center“ ist nicht nur dazu geeignet, die Leistung einzustellen, denn auch die Lüftersteuerung, die RGB-LED-Beleuchtung und das Display bzw. dessen Abstimmung lassen sich dort anpassen.

Wer das Aero 17 HDR in seiner Leistung nicht manuell anpassen will, dem verspricht Gigabyte mit dem „AI Widget“ ein intelligentes Helferlein. Hier gibt der Anwender nur noch vor, in welche Richtung es gehen soll, den Rest erledigt die Software. Sie greift dazu auch auf Informationen aus der Cloud zurück und soll so beispielsweise in der Lage sein, für ein Bildbearbeitungsprogramm viel CPU-Leistung bereitzustellen, wenn das auch andere Nutzer manuell getan haben. Die volle Kontrolle und Transparenz über das, was CPU und GPU im Notebook machen, wird hier gegen das Versprechen, dass die Software „intelligent das Richtige tun wird“, eingetauscht. Genutzt hat ComputerBase das „AI Widget“ im Netzbetrieb daher nicht.

Immer noch flott im Akkubetrieb

Anders sieht es im Akkubetrieb aus. Hier entfallen die gleich auf der ersten Seite des „Control Center“ angezeigten Leistungsprofile für CPU und GPU, in diesem Fall muss eine Anpassung zwingend über das Tool „AI Widget“ erfolgen. Die Bandbreite der gebotenen Möglichkeiten fällt allerdings klein aus, bei der CPU stellt sich lediglich die Frage zwischen gemessenen 17 oder 23 Watt Package-Power. Der Blender-Benchmark benötigt dann knapp 40 Minuten. Das ist einerseits deutlich langsamer als im schnellsten Modus im Netzbetrieb, auf der anderen Seite immer noch schneller als ein Razer Blade 15 im Standardmodus am Netzstecker.

Im Akkubetrieb ist „AI“ immer aktiv, die Profile im Control Center sind deaktiviert
Im Akkubetrieb ist „AI“ immer aktiv, die Profile im Control Center sind deaktiviert

Spieleleistung im Detail

Die nachfolgenden Benchmarks zeigen die Messwerte inklusive Frametimes noch mal im Detail. Neben Shadow of the Tomb Raider kommt auch F1 2019 zum Einsatz. Beide Spiele wurden in Full HD getestet, VSync war deaktiviert. Es kam jeweils das Preset „Ultrahoch“ zum Einsatz, bei Tomb Raider war zudem SMAAT2x aktiviert.

Modell CPU GPU
Gigabyte Aero 17 HDR Core i9-9980HK GeForce RTX 2070 Max-Q
XMG Fusion 15 Core i7-9750H GeForce RTX 2070 Max-Q
Razer Blade Pro Core i7-9750H GeForce RTX 2080 Max-Q
Asus Zephyrus S GX701 Core i7-8750H GeForce RTX 2080 Max-Q
Lenovo Legion Y740 15 Zoll Core i7-9750H GeForce RTX 2080 Max-Q
Razer Blade Core i7-8750H GeForce GTX 1070 Max-Q

Zu bedenken gilt es, dass das Aero 17 HDR die im Diagramm gezeigte Leistung auch dauerhaft abliefert, während das XMG Fusion 15 mit der gleichen GPU um fast 15 Prozent Federn lassen muss. In Zukunft wird ComputerBase die Ergebnisse eines späteren Durchlaufes in dieses Diagramm mit aufnehmen.

Spielen ist auch im Akkumodus möglich

Im Gegensatz zu den zuletzt getesteten Gaming-Notebooks hält das Aero 17 HDR auch im Akkumodus in Spielen oder anderen Anwendungen mit Last auf der GeForce RTX ein vergleichsweise hohes Leistungsniveau. In Shadow of the Tomb Raider werden hier noch 54 FPS, in F1 2019 60 FPS erreicht. Das entspricht fast 70 Prozent der Leistung im Netzbetrieb.

Wird die CPU gefordert, fällt die Leistung hingegen deutlicher, was verwundert, weil die vom Akku zu entnehmende elektrische Leistung niedriger ist. In Blender sind im Akkubetrieb maximal noch 23 Watt Package-Power zu beobachten, in den Profilen „Balanced“ und „Battery Saver“ gut 17 Watt.

Leistung Laufwerke

Im Testmuster steckt, dem All-Intel-Inside-Werbeslogan folgend, eine 512 GB große NVMe-SSD vom Typ Intel SSD 760p. Die SSD ist schnell, erreicht im Test aber nicht die von Intel versprochenen sequentiellen Transferraten von bis zu 3,2 GB/s lesend und 1,6 GB/s schreibend. Ein zweites M.2-Laufwerk (SATA oder NVMe) lässt sich nachrüsten.

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