Kindle 2019 Kids Edition im Test: Bluetooth und Leseeigenschaften

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Michael Schäfer 15 Kommentare

Bluetooth

Der Kindle Oasis und der aktuelle Kindle Paperwhite haben es vorgemacht, nun ist Amazon auch beim kleinen Kindle nachgezogen und hat den Einstiegs-Reader mit einer vollwertigen Bluetooth-Funktion ausgestattet, mit der sich über entsprechende Bluetooth-Endgeräte wie Lautsprecher oder Kopfhörer auch Hörbücher ausgeben lassen. Über einen separaten Kopfhörerausgang verfügt der E-Book-Reader jedoch nicht. Im Gegensatz zu PocketBook, die auf ihren aktuellen Readern sowohl einen Audio- wie auch reinen Hörbuch-Player mit einer großen Formatunterstützung bieten, verstehen sich die entsprechenden Kindles nur auf die Wiedergabe von Inhalten der Amazon-Tochter Audible.

Das Abspielen von Hörbüchern ist bisher nur im Erwachsenenprofil möglich
Das Abspielen von Hörbüchern ist bisher nur im Erwachsenenprofil möglich

Einfache Kopplung

Das Herstellen einer Verbindung ist in den Einstellungen schnell erledigt, im Test erkannte der Reader alle ihm vorgesetzten Lautsprecher oder Dongles. Zu einem Problem kann lediglich der für Hörbücher immer noch zu knapp bemessene Speicher werden, besonders wenn Vertreter mit langer Laufzeit auf das Gerät geladen werden. Da Audible auch ungekürzte Werke oder Titel anbietet, deren Länge gern mal 20 Stunden überdauern kann, fällt der Speicherbedarf derer ebenfalls groß aus. Audible gibt aber bisher nur bei wenigen Hörbüchern die Möglichkeit, diese in einzelnen Stücken herunterzuladen, um durch Austausch der bereits gehörten Teile mit neuen Speicherplatz zu sparen.

Einfacher Abspieler

Viel Komfort darf der Anwender zudem nicht von der verwendeten Software erwarten, diese bietet nur die grundlegenden Funktionen. Im Inhaltsverzeichnis kann zu bestimmten Kapiteln gesprungen werden, über den unten angebrachten Schieberegler zu einer bestimmten Stelle im Hörbuch – den richtigen Punkt dabei zu treffen, ist besonders bei zeitlich langen Exemplaren jedoch eine kniffelige Sache. Über zwei weitere Schaltflächen kann jeweils 30 Sekunden vor- oder zurückgesprungen werden, dazu folgt noch die Einstellung der Lautstärke sowie der Abspielgeschwindigkeit – das war es dann auch schon.

Komfortables Lesen trotz geringer Auflösung

Trotz der geringen Auflösung gestaltet sich das Lesen auf dem kleinen Kindle als recht komfortabel. Das zeigt erneut, wie weit Amazon der Konkurrenz in Sachen Render-Engine und der dadurch resultierenden sehr guten Textdarstellung voraus ist. Der Single-Core-Prozessor mit einer Taktrate von einem GHz sorgt für einen zügigen Aufbau der Seiten, auch wenn der Paperwhite oder Oasis hier trotz der höheren Auflösung die Nase vorne hat. Im direkten Vergleich besitzen beide Reader gegenüber dem Kindle zwar eine sichtbar feinere Schrift, dennoch ist diese auch auf dem kleinen Bruder gut zu lesen.

Ghosting kein Thema

Das Ghosting-Verhalten des Readers ist ebenso über jeden Zweifel erhaben, bei einem Seitenwechsel bleiben keinen sichtbaren Fragmente der vorangegangenen Seiten übrig. Wer dennoch sichergehen will, stellt in den Einstellungen die komplette Aktualisierung der Seite bei jedem Umblättern ein. Dies soll zwar einen leicht negativen Einfluss auf die Geschwindigkeit beim Seitenaufbau und auf den Energieverbrauch besitzen, in der Praxis konnten bisher jedoch bei keinem E-Book-Reader wirklich signifikante Auswirkungen beobachtet werden.

Die Bibliothek bietet auch bei der Kids Edition zahlreiche Möglichkeiten zur Filterung und Organisation von Inhalten – jedoch lediglich für das Elternkonto. Audible-Hörbücher werden in dieser allerdings nach wie vor ohne Cover angezeigt; ein Zustand, der bereits in mehreren ComputerBase-Tests kritisiert wurde.

Monotonie bei den Leseeinstellungen

Bei den Lese-Einstellungen hat sich bei vielen Herstellern eine Tristesse eingeschlichen, da macht Amazon keine Ausnahme. Die Einstellungen für die Textdarstellung umfassen dabei Schriftgröße, Textausrichtung sowie Zeilen- und Randabstand. Des Weiteren beinhaltet das System 9 Schriften, die sich in 14 Größen darstellen lassen. Darüber hinaus lässt sich noch die Dicke der dargestellten Zeichen einstellen, was besonders für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen hilfreich ist.

Die Leseeinstellungen sind bei der Kids Edition identisch zum normalen Kindle
Die Leseeinstellungen sind bei der Kids Edition identisch zum normalen Kindle
Die Leseeinstellungen sind bei der Kids Edition identisch zum normalen Kindle
Die Leseeinstellungen sind bei der Kids Edition identisch zum normalen Kindle

Zu den gewohnten Einstellungen gesellen sich noch die Amazon-eigenen Funktionen hinzu. X-Ray hat sich dabei bereits seit einiger Zeit etabliert und bietet über eine sich über den Text legende Seite weiterführende Informationen zum gelesenen Buch wie Inhalte, Figuren oder Orte und wird mittlerweile von einer Vielzahl an Büchern unterstützt. „Wordwise“ ist besonders für Kinder und Jugendliche interessant, hierbei handelt es sich um einen Vokabeltrainer im Prinzip eines Karteikastens. Der VoiceView-Screenreader ermöglicht es dagegen Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, auf dem Reader zu navigieren. Dazu wird bei jedem Tipp auf einen Menüpunkt ein entsprechendes Audio-Feedback mit der Nennung des gedrückten Bereichs ausgegeben. Leider ist dieses sehr sinnvolle Feature seit langer Zeit nur auf Englisch und bei der Verwendung einer englischen Menüsprache erhältlich.

Mit Wispersync sollen zuletzt gelesene oder gehörte Stellen auf verschiedene Geräte synchronisiert werden – und das völlig plattformunabhägig. So kann abends auf dem Reader gelesen und am nächsten Morgen unterwegs das Hörbuch an der Stelle fortgesetzt werden, an dem am Abend vorher das Buch beendet wurde. Gleiches gilt ebenso zwischen dem Hörbuch und dem Weiterlesen am Abend. Dies funktioniert jedoch nur mit bei Amazon gekauften Inhalten und auch dies bisweilen noch nicht zuverlässig.

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