SteelSeries Sensei Ten im Test: Sensorik, Software und Verarbeitung

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Fabian Vecellio del Monego 19 Kommentare

Die Sensei Ten verfügt über einen Mikrocontroller und internen Speicher. Die Latenz zum Rechner beträgt bei einer maximalen USB-Abfragerate von 1.000 Hertz eine Millisekunde, optional werden zudem Polling-Raten von 500, 250 und 125 Hertz unterstützt. Die Verzögerungszeit steigt dabei reziprok proportional.

Bewährte Sensorik hinter neuem Namen

Bei der Sensorik schöpft SteelSeries hinsichtlich des Marketings aus dem Vollen und bescheinigt dem TrueMove Pro eine „nie dagewesene Präzision“, die „jede Maus auf jedem Mauspad“ übertreffe, kocht dabei aber auch nur mit Wasser: Hinter dem griffigen Namen verbirgt sich – wie so oft üblich – ein angepasster PixArt PMW-3389. So wie auch Corsair beim PMW-3391 hebt der Hersteller dabei die maximale Sensorauflösung von den ursprünglich 16.000 Punkten pro Zoll auf 18.000 dpi an, während Razer mittlerweile gar schon mit 20.000 dpi herumalbert.

PixArt PMW-3331 PixArt PMW-3360 PixArt PMW-3389 PixArt PMW-3399 Logitech Hero 16K
Sensorik Optisch
Auflösung 100–8.500 dpi 200–12.000 dpi 100–16.000 dpi 100–20.000 dpi 100–16.000 dpi
Geschwindigkeit 7,6 m/s 6,3 m/s 10,2 m/s 16,5 m/s 10,2 m/s
Beschleunigung 343 m/s² 490 m/s² > 392 m/s²
Lift-off-Distance ~ 2,8 mm ~ 1,2 mm ~ 1 mm

Einen Nutzen haben die inflationären Zahlen allerdings nicht: Sensorauflösungen im oberen vierstelligen oder gar fünfstelligen Bereich sollten zugunsten einer akkuraten Handhabung gemieden werden, da die Maus sonst einfach zu sensibel wird und keine akkurate Handhabung mehr ermöglicht. Abseits der Zahlenspielereien arbeitet der PMW-3389 allerdings auch in der Sensei Ten erstklassig. Die Lift-off-Distance fällt mit rund 1,2 mm niedrig aus, wodurch der Mauszeiger beim Anheben oder Absetzen des Eingabegerätes kaum verrutscht.

SteelSeries Sensei Ten (PixArt PMW-3389)
SteelSeries Sensei Ten (PixArt PMW-3389)

Auf eine Glättung der vom Sensor erfassten Mausbewegungen oder eine sonstige die Eingaben verfälschende Nachbearbeitung verzichtet die Sensei Ten im relevanten Auflösungsbereich; erst oberhalb von 5.000 Punkten pro Zoll gibt es Smoothing. Alternativ lassen sich „Angle Snapping“ und Zeigerbeschleunigung zwar aktivieren, doch einen Grund dazu gibt es beim PMW-3389 nicht.

Software

Auch wenn Nutzer der Sensei Ten zum Betrieb keine weiteren Treiber benötigen, kann es sich dennoch lohnen, zusätzliche Software zu installieren. Mit der SteelSeries Engine 3 bietet der Hersteller ein eigenes Programm an, um die Maus nach eigenem Belieben zu konfigurieren.

Das Programm tritt einerseits kompakter auf als beispielsweise Razers Synapse 3 oder Corsairs iCUE, bietet aber dennoch über die bloßen Einstellungen der Mausparamter hinausgehende Funktionen wie eine Spiele-Integration oder eine Discord-Einbettung, um eingehende Benachrichtigungen über die RGB-Beleuchtung der Sensei Ten auszugeben. Hinsichtlich der primären Funktion zur Konfiguration der Maus zeigt sich die Engine 3 vorbildlich: Es lassen sich bis zu fünf dpi-Voreinstellungen manuell festlegen und weitere Sensorikparameter fein adjustieren.

Darüber hinaus ermöglicht die Software die Erstellung und Aufnahme von Makros, alternativ kann aber auch aus einem Katalog vordefinierter Tastenbelegungen gewählt werden. Eine Sekundärbelegung gestattet die Engine 3 derweil nicht. Die Beleuchungseinstellungen lassen sich zwischen Logo und Mausrad getrennt vornehmen und erlauben sowohl statische Farben als auch übliche Effekte, darunter beispielsweise „Atmend“ oder „ColorShift“, wobei es sich um eine Farbschleife handelt – insgesamt ist also eine umfangreiche Anpassung möglich.

Beim Schließen wird die Engine 3 standardmäßig in die Taskleiste minimiert. Darüber hinaus lädt das Programm gemäß Standardeinstellungen im Zuge des Windows-Starts, was sich allerdings deaktivieren lässt. Grundsätzlich lässt sich die Software dank des internen Speichers der Sensei Ten weitgehend ohne Verlust an Funktionen komplett beenden.

Verarbeitung

Hinsichtlich der Verarbeitung leistet sich die Sensei Ten keine Fehler. Die Spaltmaße sind überwiegend akkurat und beim Schütteln des Eingabegerätes ist kein Klappern zu vernehmen. Aufgefallen ist lediglich, dass sich die Unterseite recht leicht temporär eindellen lässt, dazu dürfte es im Rahmen normaler Verwendung allerdings nicht kommen. Hoher Druck auf die Oberseite führt derweil zum Auslösen der Primärtasten, was auf die nicht separierten Tastenabdeckungen zurückzuführen ist. Auch dies kommt in der Praxis aber in der Regel nicht vor.

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