EndeavourOS 19.12.22: Flexibles Rolling Release mit den neuesten Paketen

Sven Bauduin 44 Kommentare
EndeavourOS 19.12.22: Flexibles Rolling Release mit den neuesten Paketen
Bild: EndeavourOS

EndeavourOS ist eine niederländische Linux-Distribution die als Rolling Release auf Arch Linux basiert und die aktuellsten Pakete mitbringt. Vom Linux Kernel bis hin zu neun verschiedenen Desktop-Umgebungen, konzentriert sich das noch sehr junge Projekt bei seinem Betriebssystem vor allem auf eines – aktuelle Softwareversionen.

Ein einsteigerfreundliches Arch-Derivat mit grafischer Installationsroutine, auch ArcoLinux – welches sich durch einen großartigen Support auszeichnet – fällt in diese Kategorie, das die Nachfolge des beliebten Antergos antreten kann, suchen Anwender bereits seit längerem – Antergos wurde am 21. Mai 2019 eingestellt. Nun schickt sich das niederländische EndeavourOS an, die Nachfolge der Linux-Distribution aus Galicien, der autonomen Gemeinschaft im Nordwesten Spaniens, anzutreten.

Unterbau aus Arch Linux mit aktuellsten Paketen

Wie sein geistiger Vorgänger Antergos basiert auch EndeavourOS auf Arch Linux und nutzt – neben eigenen Software-Repositorien – dessen offizielle Repositories und Paketquellen, das AUR sowie den aus Arch Linux bekannten Paketmanager Pacman.

Nachdem das aktuelle – auf AMD64 optimierten – 1,6 GB große Image des Betriebssystems EndeavourOS 19.12.22 (ISO) erfolgreich auf einen bootfähigen USB-Stick kopiert wurde, startet die Distribution als Live-Medium und lässt sich mit Hilfe der grafischen Installationsroutine „Calamares“ schnell und komfortabel installieren.

Nach einem Neustart erwartet den Anwender die Desktop-Umgebung Xfce in der neusten Version 4.14.1, ein X.Org-Server auf dem neuesten Stand 1.20.6 und vor allem der jüngste aller von Linus Torvalds freigegebenen Linux Kernel in der Version 5.4.6. Auch Anwendungen wie der Mozilla Firefox 71.0 sind in aktueller Fassung vorhanden – hier ist EndeavourOS „out-of-the-box“ noch einmal deutlich aktueller unterwegs als beispielsweise ArcoLinux.

Freie Wahl der Desktop-Umgebung

Die aktuellste Version von Xfce dient EndeavourOS respektive dem Anwender im Grunde nur als Starthilfe, denn neben der leichten und besonders ressourcensparenden Desktop-Umgebung stehen insgesamt acht weitere Desktops zur Auswahl. MATE, LXQt, Cinnamon – bekannt aus Linux Mint –, KDE Plasma 5, Gnome, Budgie sowie die Desktop-Umgebung von Chinas meistgenutzter Distribution Deepin, stehen nach der Installation zur Auswahl – natürlich ebenfalls in der aktuellsten Version.

Wer den Net-Installer nutzt – der selbstredend eine Internetverbindung während der Installation voraussetzt – kann bereits während des Installationsprozesses die gewünschte Desktop-Umgebung wählen und erhält zudem ein System inklusive aller Anwendungs- und Systemupdates, welches nach der Installation keinerlei Aktualisierungen mehr benötigt.

ComputerBase hat sowohl die reguläre Offline-Installation mit Xfce, als auch den Net-Installer mit KDE Plasma 5 ausprobiert – beide Installationsroutinen sind selbsterklärend und führen schnell zu dem gewünschten Ergebnis. Nach dem erstmaligen Start des Betriebssystems begrüßt das selbstentwickelte „Welcome Center v2.0“ den Anwender und unterstützt ihn bei den ersten Schritten.

EndeavourOS bietet eine Auswahl von neuen Desktop-Umgebungen
EndeavourOS bietet eine Auswahl von neuen Desktop-Umgebungen (Bild: EndeavourOS)

Für Einsteiger und Umsteiger

Wie seinerzeit Antergos soll EndeavourOS Anwendern dabei helfen, ohne viel Mühe ein vorkonfiguriertes Arch Linux auf der Festplatte – oder besser SSD – zu installieren, denn unzählige Skripte auf der Kommandozeile auszuführen schreckt doch viele der potenziellen Nutzer von einer Arch-Linux-Installation ab – von dem damit verbundenen Zeitaufwand einmal ganz zu schweigen.

EndeavourOS schließt die Lücke die Antergos hinterlassen hat und wird sich zukünftig mit ArcoLinux um Platz 1 unter den empfehlenswerten und vorkonfigurierten Distributionen mit grafischem Installer auf Basis von Arch Linux duellieren. In den letzten 12 Monaten ist das Interesse an dem niederländischen Betriebssystem stetig gewachsen und EndeavourOS konnte sich in diesem Zeitraum in der Bestenliste von DistroWatch – welche auf der Anzahl der Zugriffe basiert – von Platz 97 auf Platz 32 in der vergangenen Woche verbessern. Für ein so junges Projekt durchaus ein Erfolg.