12 True-Wireless-Kopfhörer im Test: Xiaomi Redmi AirDots

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Frank Hüber 182 Kommentare

Die Xiaomi Redmi AirDots sind die günstigsten kabellosen In-Ear-Kopfhörer im Test. Mitunter sind sie über eBay schon für weniger als 20 Euro erhältlich. In Kauf nehmen muss der Käufer dabei, eine Verpackung mit chinesischer Beschriftung und eine Anleitung in chinesischer Sprache zu erhalten.

Neben dem Ladecase und den AirDots erhält der Käufer drei unterschiedlich große Silikon-Ohreinsätze. Ein Ladekabel befindet sich nicht im Lieferumfang. Das Ladecase mit 300 mAh in Form einer Pillendose ist mit Maßen von 62 × 40 × 27 mm angenehm klein und sehr leicht, für die Hosentasche allerdings etwas zu dick. Es lädt die AirDots zwei Mal auf, so dass sich eine Akkulaufzeit von insgesamt 12 Stunden ergibt. Die AirDots halten mit einer Ladung laut Xiaomi 4 Stunden durch, die im Test mit 3,5 Stunden jedoch nicht ganz erreicht werden. Auf eine Schnellladefunktion muss man verzichten, so dass das vollständige Aufladen der Ohrhörer rund 1,5 Stunden dauert.

Das Ladecase offenbart die erste Schwäche der Redmi AirDots, denn sie lassen sich nur schwer aus diesem herausnehmen. Die Mulde ist zum Greifen zu klein und die übrige Fläche der Ohrhörer bietet nicht genügend Halt zum Herausnehmen. Am einfachsten lassen sich die AirDots tatsächlich aus dem Ladecase nehmen, indem man dieses in die Handfläche schlägt, so dass die Ohrhörer herausfallen

Trotz des niedrigen Preises setzen auch die Redmi AirDots auf Bluetooth 5.0. Der dynamische Treiber im Inneren der sehr kleinen Ohrhörer misst 7,2 mm. Ihr Frequenzgang liegt bei den üblichen 20 Hz bis 20 kHz. Auf Codecs abseits von SBC wie aptX oder AAC zur Übertragung muss der Käufer verzichten. Die AirDots sind jedoch nach IPX4 zertifiziert, so dass sie gegen Schweiß und Regen geschützt sind, aber nicht untergetaucht werden dürfen. Mit nur je 4 Gramm sind die AirDots zudem sehr leicht. An der Außenseite ist eine kleine LED verbaut, die weiß oder rot leuchten kann und über den Status der Ohrhörer informiert.

Automatisches Koppeln mit Problemen

Bedient werden die Redmi AirDots über eine Taste auf beiden Ohrhörern, die einen guten Druckpunkt bietet. Für das erste Koppeln mit einem Smartphone muss diese nicht gedrückt werden, sondern die AirDots schalten bei der Entnahme aus dem Ladecase automatisch in den Kopplungsmodus. Der Nutzer muss dabei über Bluetooth nur eine Verbindung zum rechten Ohrhörer („xiaomi mi airdots_r“ im Bluetooth-Menü) herstellen, der linke soll dann automatisch verbunden werden. In der Theorie ist das also wie bei vielen anderen TWS-In-Ears, in der Praxis hat dies im Test aber alles andere als zuverlässig funktioniert. Es waren drei Resets beider Ohrhörer notwendig, bis ein Koppeln des rechten Ohrhörers auch den linken Ohrhörer verbunden hat. Zuvor wurde immer nur das rechte Exemplar verbunden und Musik nur auf diesem wiedergegeben.

Keine Steuerung der Lautstärke über Tasten

Je eine Taste auf der Außenseite dient zur Steuerung. Der Druckpunkt ist, wie bereits erwähnt, gut, aufgrund der leichten und kompakten Form führt jede Bedienung aber zu einem leichten Verrutschen der AirDots im Ohr. Sowohl über den linken als auch rechten Ohrhörer kann die Wiedergabe gestartet, pausiert und fortgesetzt werden. Auch Anrufe werden über die Taste angenommen, abgelehnt oder beendet. Wird die Taste zwei Mal gedrückt, startet der Sprachassistent des Smartphones, sofern dieser konfiguriert ist.

Eine weitere Bedienung der Wiedergabe ist über die Ohrhörer nicht möglich. Insbesondere ist keine Steuerung der Lautstärke oder ein Vor- und Zurückspringen durch Tracks möglich. Die Belegung der Tasten kann durch den Nutzer auch nicht angepasst werden, so dass die Steuerung immer über das Endgerät geregelt werden muss.

Guter Tragekomfort

Aufgrund der kleinen Größe und des geringen Gewichts sitzen die Xiaomi Redmi AirDots gut im Ohr und entfalten nur ein leichtes Druckgefühl. Durch viel Bewegung und beim Sport lockert sich der Sitz allerdings, so dass sie nicht dauerhaft getragen werden können, ohne nachjustiert zu werden. Gerade beim Sport macht sich auch die Bewegung der Ohrhörer bei der Wiedergabesteuerung negativ bemerkbar – wobei dies beim Tester beim rechten Ohr auffälliger ist als beim linken, weshalb es immer auch auf den individuellen Halt ankommt.

Tragekomfort der Xiaomi Redmi AirDots
Tragekomfort der Xiaomi Redmi AirDots

Schwächen beim Klang

Die Redmi AirDots schaffen es als einer der wenigen Kontrahenten im Test, die Bässe in „St. Jude“ von Florence and the Machine auch bei niedriger Musik wiederzugeben – allerdings wenig differenziert. Dies zeigt zudem auf, dass Xiaomi den Fokus auf eine moderne, basslastige Abstimmung gesetzt hat. Die Mitten bleiben zu matt, Höhen werden bei gleichzeitiger Basswiedergabe immer wieder verschluckt – „Lose Yourself“ von Eminem besteht so fast nur aus Bass und Rap, alle anderen Töne gehen unter.

Es fehlt den Ohrhörern – wenn auch nicht an Lautstärke und an Bass – an Klarheit, Differenzierung und Prägnanz der einzelnen Töne. Die Wiedergabequalität geht somit in erster Linie aufgrund des niedrigen Preises in Ordnung und ist für die Musikwiedergabe zwischendurch ausreichend. Wer jedoch häufig und lange Musik hört, sollte andere TWS In-Ears wählen.

Zum Telefonieren sollten die Redmi AirDots nur im Notfall genutzt werden, da die Mikrofone nicht überzeugen.

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