Firefox-Entwickler: Mozilla entlässt 70 Mitarbeiter, „um Innovation zu finanzieren“

Frank Hüber 84 Kommentare
Firefox-Entwickler: Mozilla entlässt 70 Mitarbeiter, „um Innovation zu finanzieren“
Bild: Mozilla | CC0 1.0

Mozilla hat heute 70 Mitarbeiter entlassen, nachdem der Umsatz in 2019 niedriger ausgefallen ist als erwartet und auch 2020 hinter den Erwartungen zurückbleiben wird. Um aber weiterhin Innovationen im Unternehmen finanzieren zu können, ohne die finanziellen Mittel zu überschreiten, habe man sich zu diesem Schritt entschieden.

Interims-CEO Mitchell Baker von Mozilla, das unter anderem den Internet-Browser Firefox und das E-Mail-Programm Thunderbird entwickelt, hatte diese Entscheidung zunächst in einem internen Memo an die Mitarbeiter bekannt gegeben. Darin spricht sie auch davon, dass neue Produkte mit neuen Einnahmequellen nur langsamer entwickelt und auf den Markt gebracht werden konnten als für 2019 vorgesehen. Neue Abo-Modelle hätten nicht die erhofften Abonnenten gefunden und die Einnahmen abseits der Suche seien hinter den Erwartungen geblieben, so Baker.

Deshalb habe man sich entschlossen, für 2020 einen zurückhaltenderen Ansatz zu wählen und Arbeitsplätze zu streichen, um die Ausgaben weiterhin nicht die Einnahmen überschreiten zu lassen. Da Gehälter und Bonuszahlungen immer weiter steigen und Geld für die Innovationsförderung in Höhe von 43 Millionen US-Dollar bereitgehalten werden müsse, habe man sich für diesen Weg entschieden, um im Jahr 2020 Kosten zu senken. Um verantwortungsbewusst zusätzliche Investitionen in die Verbesserung des Internets tätigen zu können, müsse Mozilla innerhalb der Grenzen der Finanzen arbeiten, so Baker.

Weitere Kündigungen in Großbritannien und Frankreich möglich

Auch wenn die Entscheidung hierzu schon im vergangenen Jahr gefallen sei, habe man mit der Bekanntgabe gewartet, bis eine fast vollständige Liste der betroffenen Mitarbeiter vorliegt. Diese und die genaue Zahl der Kündigungen sei aber auch jetzt noch nicht final und könne noch höher ausfallen, da man in Großbritannien und Frankreich noch im Abstimmungsprozess sei, wie es das Gesetz erfordere. Im Jahr 2018 beschäftigte die Mozilla Foundation rund 1.000 Mitarbeiter weltweit, es sind somit rund 7 Prozent der Belegschaft von den Entlassungen betroffen.

Auch die Führung der Qualitätssicherung sei entlassen worden, so der Mozilla-Mitarbeiter Chris Hartjes via Twitter, der zwar selbst noch nicht entlassen worden sei, aber gar nicht wisse, an wen er zukünftig noch berichten und woran er arbeiten solle.

Die entlassenen Mitarbeiter sollen Abfindungen erhalten und bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz unterstützt werden. Zuletzt hatte Mozilla 2017 rund 50 Mitarbeiter entlassen.