Snapdragon 460, 662, 720G: Qualcomm bringt 8 nm, Wi-Fi 6 und NavIC in die Mittelklasse

Nicolas La Rocco 33 Kommentare
Snapdragon 460, 662, 720G: Qualcomm bringt 8 nm, Wi-Fi 6 und NavIC in die Mittelklasse
Bild: Qualcomm

Im Rahmen eines speziell für den indischen Markt angesetzten Media Days hat Qualcomm drei neue Snapdragon-SoCs von der unteren bis zur oberen Mittelklasse vorgestellt. Snapdragon 460, 662 und 720G legen vor allem in puncto Konnektivität nach, bieten teils aber auch neue CPUs, GPUs und erweiterte Bildprozessoren.

Der Snapdragon 460 und 662 sollen zum Ende dieses Jahres in ersten Geräten verfügbar sein, während der Snapdragon 720G bereits für das erste Quartal erwartet wird. Zum Ende Februar startenden MWC dürften die ersten Ankündigungen erfolgen. Realme und Xiaomi haben sich heute schon zum Snapdragon 720G bekannt.

Dass Qualcomms Vorstellung der Chips in Indien erfolgt ist, hängt zwar auch mit der Zielgruppe für die erwarteten Smartphones zusammen, allerdings feiert in den Chips auch die Unterstützung des indischen Navigationssatellitensystems NavIC Premiere. Alle drei SoCs unterstützen damit GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo, QZSS und NavIC.

Snapdragon 720G wird in 8 nm gefertigt

Qualcomm erweitert das Portfolio mit dem Snapdragon 720G um einen weiteren Chip mit speziellen Gaming-Features, dazu zählen HDR mit erweitertem Farbraum und über aptX Adaptive synchronisierter Sound bei Nutzung eines kabellosen Kopfhörers. Der lässt sich beim Snapdragon 720G über das neue Bluetooth 5.1 koppeln, außerdem werden Wi-Fi 6 und LTE Advanced mit bis zu 800 Mbit/s im Downlink und 150 Mbit/s im Uplink geboten.

Snapdragon 720G
Snapdragon 720G (Bild: Qualcomm)

Als Bildprozessor kommt der Spectra 350L zum Einsatz, dessen Neuerung bis zu 192 Megapixel große Panoramabilder sind. Zu den klassischen Eckdaten des Chips zählt eine Octa-Core-CPU aus zwei Cortex-A76 mit bis zu 2,3 GHz sowie sechs Cortex-A55 bei 1,8 GHz, die im Vergleich zum Snapdragon 710 60 Prozent mehr Leistung liefern sollen. Für die Adreno-618-GPU gibt Qualcomm ein Plus von 75 Prozent an.

Der Snapdragon 720G stammt aus Samsungs 8LPP-Fertigung, die auch für den Snapdragon 730(G) verwendet wird. Der Snapdragon 765(G) setzt auf 7LPP.

Neue CPU und neues Modem für den 662

Für den Snapdragon 662 nennt Qualcomm den Bildprozessor Spectra 340T als Neuerung, der erstmals drei Kameras mit verzögerungsfreiem Wechsel in der 6er-Serie bringt. Wie beim Snapdragon 720G wird HEIF als neues Dateiformat unterstützt.

Snapdragon 662
Snapdragon 662 (Bild: Qualcomm)

Der Snapdragon 662 ist mehr ein Nachfolger des Snapdragon 652 (ehemals 620) als des Snapdragon 660, was etwa am Snapdragon-X11-Modem als Nachfolger des Snapdragon X8 erkennbar ist. Dadurch steigt der maximale Downlink von 300 auf 390 Mbit/s. Der Uplink bleibt unverändert bei 100 Mbit/s. Im Bereich der CPU wechselt Qualcomm von vier Cortex-A72 bei 1,8 GHz zu vier Cortex-A73 bei 2,0 GHz, während die vier Cortex-A53 beibehalten, aber von 1,4 GHz auf 1,8 GHz angehoben werden.

Snapdragon 460 erhält Performance-Kerne

Im Snapdragon 460 bietet Qualcomm erstmals eine in unterschiedliche Arten von Kernen aufgeteilte CPU mit Performance-Kernen an. Die bisher nicht im Detail erläuterte Kryo-240-CPU soll 70 Prozent mehr Leistung als die acht Cortex-A53 des Snapdragon 450 liefern. Mit der Adreno 610 zieht zudem eine 60 Prozent schnellere GPU ein, die zuvor den größeren Serien vorbehalten war. Das Snapdragon X11 sorgt zudem für eine schnellere LTE-Anbindung. Wie alle Neuvorstellung ist auch der kleinste Chip Wi-Fi-6-ready.

Von den größeren Chips erbt der Snapdragon 460 den Spectra-340-Bildprozessor für Triple-Kameras in der unteren Mittelklasse. Damit sind Aufnahmen mit 25 Megapixeln sowie parallele Aufnahmen von zwei Kameras bei jeweils 16 Megapixeln möglich.

Snapdragon 460
Snapdragon 460 (Bild: Qualcomm)

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Qualcomm unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.