Daedalic Entertainment: Zukunft des Hamburger Entwicklerstudios ungewiss

Sven Bauduin 139 Kommentare
Daedalic Entertainment: Zukunft des Hamburger Entwicklerstudios ungewiss
Bild: Daedalic Entertainment

Das in erster Linie für seine Adventure bekannte Hamburger Entwicklerstudio Daedalic Entertainment sieht einer ungewissen Zukunft entgegen. Laut der Verlagsgruppe Bastei Lübbe, die mit exakt 51 Prozent der Anteile Mehrheitseigner des Studios sind, sei das aktuelle Modell nicht mehr zukunftsfähig.

Ungewisse Zukunft durch weniger Gelder

Die Bastei Lübbe AG nimmt daher Wertminderungen an ihrer Finanzbeteiligung am Entwicklerstudio Daedalic Entertainment vor und plant Restrukturierung, so der Verlag in einer offiziellen Pressemitteilung. Was das für den Titel „Der Herr der Ringe: Gollum“, ein neues Spiel im von J. R. R. Tolkien erschaffenen Universum von Mittelerde, bedeutet, lässt sich zur Zeit noch nicht abschätzen.

In der Vergangenheit konnte sich Daedalic zu einer der erfolgreichsten Spieleschmieden in Deutschland entwickeln und ist besonders für Abenteuer wie „Edna bricht aus“, „Deponia“, Die Säulen der Erde oder das aktuellste Spiel „State of Mind“ bekannt.

Zum neuen Gollum-Titel lagen bis heute indes wenig handfeste Informationen vor, wenngleich CEO Carsten Fichtelmann noch im März 2019 von einem Action-Adventure mit großer Vision sprach.

Verlag hält Studio aktuell für nicht tragfähig

Die aktuellen Geschäftszahlen und besonders das schwache 3. Quartal 2019 lassen die Bastei Lübbe AG als Mehrheitseigner und Hauptgeldgeber des Studios an der Zukunft und Tragfähigkeit von Daedalic Entertainment zweifeln. Carel Halff, Chef der Bastei Lübbe AG wurde in der Pressemitteilung des Verlages entsprechend deutlich und deutete bereits Veränderungen an.

Das Geschäftsmodell unserer 51-prozentigen Finanzbeteiligung erweist sich als nicht zukunftsfähig. Gemeinsam mit dem Minderheitsgesellschafter werden wir daher nun alle Optionen für eine Neupositionierung der Daedalic Entertainment und ihres Geschäftsmodells prüfen.

Carel Halff, CEO der Bastei Lübbe AG

Nach den aktuellen Einschätzungen seines Vorstandes erwartet der Verlag einen gegenüber der bisherigen Prognose deutlich gesunkenen EBIT für das laufende Geschäftsjahr 2019/2020 von voraussichtlich -10,5 Millionen bis -6,7 Millionen Euro. Im Bezug auf die Daedalic Entertainment GmbH wird Bastei Lübbe eine Wertminderung von 12 bis 14 Millionen Euro vornehmen.

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