LG 27GL850-B im Test: Fazit

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Frank Hüber 101 Kommentare

Der LG 27GL850-B ist ein sehr guter Monitor, der mit 27 Zoll, schnellem Nano-IPS-Panel, WQHD-Auflösung von 2.560 × 1.440 Bildpunkten, 144 Hz, FreeSync-Unterstützung samt LFC und offizieller G-Sync-Kompatibilität sowie hoher Abdeckung des DCI-P3-Farbraums für Spieler eine interessante Option darstellt, die kein TN-Panel einsetzen möchten. Die Farbtreue ist für einen Gaming-Monitor gut, wenn auch nicht optimal und mit Schwächen bei der Wiedergabe der Grautöne. Abstriche müssen beim LG 27GL850-B aber wie schon beim ViewSonic XG270QG (Test) bei der Homogenität und dem Kontrast in Kauf genommen werden. Bei der Schwarzwiedergabe zeigt sich in dunkler Umgebung zudem ein heller Bereich in der linken oberen Ecke. Auch die Mindesthelligkeit fällt etwas zu hoch aus.

Das dezente Design mit roten Akzenten und die sehr gute Erreichbarkeit der Anschlüsse, die zu diesem Zweck gar keine Pivot-Funktion erforderlich macht, überzeugen ebenso wie der Joystick zur Steuerung des OSDs im Alltag. Unverständlich ist, warum LG den Standfuß im Vergleich zu den Vorgängern beschnitten hat, denn dieser erlaubt keine Drehung des Displays mehr.

LG ist bei Nano-IPS nicht mehr konkurrenzlos

Allerdings hat LG im Bereich der Nano-IPS-Displays mit einer Reaktionszeit von 1 ms (GtG) inzwischen tatsächlich mit Konkurrenz zu kämpfen. Denn die zeitliche Exklusivität des 1 ms schnellen Nano-IPS-Panels ist ausgelaufen und LG verkauft es auch an die Konkurrenz, die damit eigene Monitore auf den Markt bringt.

Und während sich LG auf die Kernspezifikationen wie 144 Hz, FreeSync, G-Sync-Kompatibilität und eine HDR-Signal-Verarbeitung konzentriert, hat es ViewSonic mit dem XG270QG geschafft, weitere Extras umzusetzen, die den Monitor von LGs Variante absetzen. Das G-Sync-Modul mit FreeSync-Unterstützung macht den XG270QG einzigartig, doch auch die variable Bildwiederholfrequenz von bis zu 165 Hz per Overclocking, die gut umgesetzte, synchronisierte RGB-Beleuchtung und eine Funktion zur Reduzierung der Bewegungsunschärfe, die LG nicht bietet, unterscheiden ihn vom 27GL850-B. Zudem erlaubt der Standfuß des XG270QG eine Drehung des Displays. Die seitlichen Sichtschutzblenden dürften bei den meisten Käufern hingegen keine sinnvolle Anwendung finden.

ViewSonic XG270QG
ViewSonic XG270QG

Aber die Preisdifferenz spricht für LG

Lässt man den Preis außer Acht, ist der ViewSonic XG270QG tatsächlich der interessantere und vorzuziehende Monitor. Allerdings kostet der LG 27GL850-B mit aktuell rund 505 Euro deutlich weniger als der ViewSonic XG270QG, der weiterhin bei 800 Euro liegt. Die Differenz von 300 Euro ist für das zusätzlich Gebotene des XG270QG zu groß, um beim durchschnittlichen Käufer konkurrenzfähig zu sein. Wer ein schnelles IPS-Panel nicht nur, aber auch zum Spielen sucht, greift wegen des niedrigeren Preises deshalb zum LG 27GL850-B.

ComputerBase hat den 27GL850-B leihweise von LG zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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