XCOM: Chimera Squad im Test: Ein gutes XCOM mit Vorteilen für Nvidia und Zen 2

Wolfgang Andermahr et al.
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XCOM: Chimera Squad im Test: Ein gutes XCOM mit Vorteilen für Nvidia und Zen 2

tl;dr: Kaum angekündigt, schon ist XCOM: Chimera Squad erschienen. ComputerBase hat sich das Rundenstrategiespiel genauer angesehen und sowohl das Spiel getestet als auch zahlreiche Benchmarks erstellt. Dort zeigt sich die alte Unreal Engine 3.5 zwar nicht als sonderlich hübsch, dafür aber auch nicht als allzu fordernd.

So etwas erlebt man selten. Am 14. April hat 2K Games wie aus dem nichts ein Spin-Off zu XCOM angekündigt und keine zwei Wochen später ist das Spiel schon da. XCOM: Chimera Squad macht durchaus einige Sachen anders als XCOM sowie XCOM 2 und experimentiert mit zahlreichen veränderten Elementen herum. Ob das gelungen ist und wie die PC-Version läuft, klärt der Test.

Chimera Squad ist günstig mit allen Vor- und Nachteilen

XCOM: Chimera Squad kostet gerade einmal 20 Euro, bis zum 1. Mai gar nur 10 Euro. Das ist sehr erfreulich, aber so verwundert es natürlich wenig, dass das Spin-Off anders als XCOM 2 zum Release technisch hinterher hinkt. Es kommt erneut die alte Unreal Engine 3.5 zum Einsatz und optisch kommt Chimera Squad nicht an den Vollpreistitel XCOM 2 (Technik-Test) heran.

Das fängt bei den quasi fehlenden Zwischensequenzen an, geht über die einfacheren In-Game-Sequenzen und endet dabei, dass auch das Spiel selbst optisch weniger bietet. Das haben die Entwickler versucht durch einen leicht comicartigen Stil abzufangen, fällt aber sofort auf. XCOM: Chimera Squad ist aber nicht hässlich, sondern schlicht deutlich weniger pompös. In Anbetracht des Kaufpreises lässt sich vor allem bei 10 Euro nichts gegen die Grafik sagen, für XCOM 3 muss es aber einen großen Fortschritt geben.

Ein einfaches Grafikmenü mit genügend Detaileinstellungen

Das Grafikmenü von XCOM: Chimera Squad ist einfach gehalten und ähnelt dem von XCOM 2 sehr. Es gibt zwar genügend einzelne Optionen, Komfortfunktionen fehlen aber fast gänzlich. Es gibt einzig einen FPS-Limiter (30 FPS, 60 FPS, 120 FPS und 144 FPS), weitere Features wie Beispielscreenshots oder Up- oder Downsampling fehlen aber.

5 Preset für eine angepasste Grafik

XCOM: Chimera Squad bietet mit „Minimal“, „Niedrig“, „Mittel“, „Hoch“ und „Maximal“ 5 verschiedene Grafik-Preset, wobei Maximal auch zugleich die höchstmöglichen Details darstellt.

Wer von Maximal auf Hoch zurückschaltet, muss primär bei den Schatten Abstriche hinnehmen. Diese sind dann generell etwas weicher, während manche Objekte überhaupt nicht mehr mit Schatten bedacht werden. So werfen Gitterzäune plötzlich keine Schatten mehr beziehungsweise die einzelnen Gitter werden schlicht völlig ignoriert. Darüber hinaus verlieren auch die Texturen etwas an Schärfe.

Mit dem Mittel-Preset werden die Schatten noch weicher und weitere Objekte werden von der Schattendarstellung ausgeschlossen. Darüber hinaus wird auch die Umgebungsverdeckung zurückgedreht. Mittel ist die letzte empfehlenswerte Einstellung, denn mit Niedrig sind Schatten und Umgebungsverdeckung kaum noch vorhanden, was die Qualität deutlich reduziert. Darüber hinaus greift die Kantenglättung nicht mehr. Das Minimal-Preset sieht optisch identisch zu Niedrig aus.

Die Presets machen große Unterschiede

Die Performanceunterschiede zwischen den einzelnen Presets sind mit einer Ausnahme groß. Wer von der maximalen Einstellung auf Hoch zurückschaltet, erhält kaum mehr Leistung. Auf einer GeForce RTX 2070 Super steigt die Framerate gerade einmal um 5 Prozent, auf einer Radeon RX 5700 XT gar nur um 2 Prozent. Ab dem Mittel-Preset werden die Sprünge dann deutlich größer. Denn dann geht es ordentliche 26 beziehungsweise 27 Prozent vorwärts.

Grafik-Presets – 3.840 × 2.140
  • AMD Radeon RX 5700 XT:
    • Minimal-Preset
      99,4
    • Niedrig-Preset
      85,5
    • Mittel-Preset
      64,2
    • Hoch-Preset
      50,7
    • Maximal-Preset
      49,6
  • Nvidia GeForce RTX 2070 Super:
    • Minimal-Preset
      117,5
    • Niedrig-Preset
      112,1
    • Mittel-Preset
      89,1
    • Hoch-Preset
      70,9
    • Maximal-Preset
      67,8

Mit dem Niedrig-Preset wird XCOM: Chimera Squad deutlich hässlicher, dafür aber auch noch einmal deutlich schneller. Auf der AMD-Grafikkarte beträgt das Plus 33 Prozent, auf einem Nvidia-Beschleuniger sind es 26 Prozent. Die Minimal-Einstellung erhöht die Framerate um weitere 5 und 16 Prozent.

Als Anti-Aliasing steht FXAA zur Verfügung

Als Kantenglättung nutzt XCOM: Chimera Squad FXAA, während MSAA anders als bei XCOM 2 nicht verfügbar ist. Das ist aber nicht tragisch, FXAA macht in dem Spiel einen ordentlichen Job, sowohl was die Bildschärfe als auch was die Glättung angeht. In beiden Disziplinen gibt es zwar mittlerweile bessere Lösungen, doch schadet das bei der einfachen Grafik kaum.

Die Texturen sind zweckmäßig

Die Texturen passen zur Grafik von XCOM: Chimera Squad, mehr als zweckmäßig sind diese nicht. In Verbindung mit dem genutzten Grafikstil sind diese durchaus passend, größere Details darf man von den Oberflächen aber nicht erwarten. Dafür hält sich aber auch der Speicherverbrauch in Grenzen. Für 1.920 × 1080 mit maximaler Texturqualität ist ein 4 GB großer Grafikkartenspeicher ausreichend, für 2.560 × 1.440 und 3.840 × 2.160 sind 6 GB empfehlenswert.

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