Mafia 2 Definitive Edition im Test: Ein Oldie mit Grafik-Facelift für 30 Euro

Wolfgang Andermahr et al.
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Mafia 2 Definitive Edition im Test: Ein Oldie mit Grafik-Facelift für 30 Euro

tl;dr: Mafia 1 erhält in Kürze ein richtiges Remake, Mafia 2 heute dagegen „nur“ ein Remaster. ComputerBase hat sich die Mafia 2 Definitive Edition genauer angesehen und wenig verwunderlich nur eine leichte optische Frischzellenkur vorgefunden. Die Anforderungen an die Grafikkarte sind dafür auch moderat.

Das ist die Mafia 2 Definitive Edition

Erst vergangene Woche hatte 2K Games ein Remake zu Mafia 1 und eine überarbeitete Version vom Nachfolger Mafia 2 namens Mafia 2 Definitive Edition angekündigt. Das umfassende Remake zum 1. Teil wird noch etwas auf sich warten lassen, das zaghafte Remaster zu Mafia 2 gibt es bereits jetzt.

Das Remake zu Mafia 1 wird kaum noch etwas mit dem Original gemein haben, Story, Gameplay und Grafik werden angefasst. Den ersten Screenshots zur Folge sieht das Spiel richtig gut aus. Die Mafia 2 Definitive Edition basiert dagegen noch auf dem Original. Das hat den Vorteil, dass der Entwicklungsaufwand deutlich geringer ist, allerdings fällt auch der Fortschritt gering aus. Optisch wird die Neuauflage von Mafia 2 gegen die Neuauflage von Mafia 1 also klar zurückstecken müssen. Dafür gibt es aber den Vorteil, dass wer das Original von Mafia 2 besitzt, die hübschere Definitive Edition nicht kaufen muss. Denn das Remaster bekommt jeder Besitzer von Mafia 2 kostenlos hinzu.

Wie für ein einfaches Remake üblich hat 2K Games die Assets des Spiels ausgetauscht, an der eigentlichen Technologie aber keine großen Änderungen vorgenommen. Damit sieht die Grafik von Mafia 2 Definitive Edition am Ende nur etwas besser aus als beim knapp 10 Jahre alten Mafia 2.

Das fängt bereits beim Menü an. Das ist offenbar nicht für hohe Auflösungen optimiert: Die Schrift bleibt auch in Ultra HD unscharf und verfranzt, das sollte auch bei einem einfachen Remaster nicht so sein. Auch dem Spiel selbst sieht man das Alter sofort an, daran ändern auch die Verbesserungen nichts.

Mit die größten Fortschritte haben noch die Gesichter gemacht, die allerdings nur bei den Hauptfiguren sogar recht gut aussehen. Auch die Texturen sind generell hübscher geworden, dasselbe gilt bedingt für Schatten und Objektdetails. Erwähnenswert sind schlussendlich noch die Umstellung der Engine von DirectX 9 nach DirectX 11 und Anpassungen an der Kantenglättung.

Grafikmenü mit Änderungen zum Original

Das Grafikmenü von Mafia 2 Definitive Edition ähnelt dem des Originals. Neu ist der FPS-Limiter, der sich auf 30, 50, 60 sowie 120 FPS stellen lässt, alternativ ist auch eine stufenlose Konfiguration zwischen 30 und 300 FPS möglich. Weitere Komfortfunktionen gibt es nicht.

Presets teils mit geringen Unterschieden

Das Spiel bietet mit „Niedrig“, „Mittel“ und „Hoch“ drei verschiedene Presets, wobei letzteres die maximale Qualitätsstufe darstellt. Zwischen Hoch und Mittel zeigt sich auf Screenshots zwar kein Unterschied, in Bewegung ist er aber sichtbar, denn die Kantenglättung arbeitet (noch) weniger effektiv als mit den höchsten Einstellungen. Hinzu kommt, dass die Physikeffekte in Gefechten deutlich einfacher ausfallen – mehr dazu weiter unten.

Einen gravierenden grafischen Unterschied gibt es aber erst mit Niedrig. Denn das Preset reduziert die Kantenglättung weiter, zusätzlich werden einige Schatten nicht mehr dargestellt und die Umgebungsverdeckung deaktiviert. Das ist ein großer optischer Einschnitt. Davon abgesehen ändert sich nichts. Das LOD arbeitet in allen Einstellungen sehr aggressiv und störend.

Wer von Hoch auf Mittel reduziert, erhält auf der GeForce RTX 2070 Super einen Leistungsschub von 11 Prozent, auf der Radeon RX 5700 XT sind es gleich 24 Prozent. Der Unterschied kommt dadurch zu Stande, dass AMD-GPUs das vom Spiel genutzte MSAA nicht sonderlich gut schmeckt. Und da Mittel nur noch 2×MSAA anstatt 4×MSAA nutzt, kommen Radeons mit den Anforderungen etwas besser zurecht. Mit dem Niedrig-Preset gibt es jeweils einen großen Schub. Die Nvidia-Grafikkarte legt um weitere 67 Prozent zu, das AMD-Pendant erneut um höhere 83 Prozent. Auch hier ist der Grund das Multi-Sampling-AA, das bei Niedrig komplett abgeschaltet wird.

Presets – 2.560 × 1.440
  • AMD Radeon RX 5700 XT:
    • Niedrig-Preset
      185,1
    • Mittel-Preset
      100,9
    • Hoch-Preset
      81,2
  • Nvidia GeForce RTX 2070 Super:
    • Niedrig-Preset
      194,9
    • Mittel-Preset
      116,4
    • Hoch-Preset
      104,4

Neben Post-Processing-AA gibt es sinnloses MSAA

Mafia 2 Definitive Edition hat die Kantenglättung deutlich überarbeitet. Das Spiel bietet mit FXAA und SMAA modernes Post-Processing-Anti-Aliasing, effektiv einsetzen kann es die Techniken aber nicht. FXAA macht das Bild primär unscharf, SMAA glättet bei nur leichter Unschärfe einige Objekte nur wenig oder gar nicht – das Bild flimmert daher weiterhin.

Darüber hinaus gibt es noch altgedientes Multi-Sampling-AA in den Stufen 2×, 4× sowie 8×. Allerdings ist auch MSAA in Mafia 2 Definitive Edition reichlich unbrauchbar, denn es werden nur wenige Kanten erfasst. Der optische Unterschied ist gering, die Performance sinkt dafür deutlich. Hinzu kommt, dass sich MSAA und SMAA offenbar ein kleines Duell liefern mit dem Ergebnis, dass Kanten, die das SMAA alleine absolut perfekt glättet, nach dem Hinzuschalten von MSAA plötzlich schlechter aussehen. Daher gibt es keine Konstellation, in der MSAA sinnvoll erscheint, die einzige mit Aussicht auf Besserung ist SMAA. Die Presets, die ab der Einstellung Mittel MSAA nutzten, sind folglich schlecht konfiguriert.

GPU-PhysX ist geblieben – nun aber anders

Mafia 2 kommt im Original mit Nvidias GPU-PhysX daher, das nur auf GeForce-Grafikkarten beschleunigt werden kann. GPU-PhysX ist primär für die Partikeleffekte bei Waffenfeuer zuständig und ermöglicht eine doch massive, wenn auch wenig realistische Trümmerdarstellung. Mafia 2 Definitive Edition bietet immer noch PhysX, nun aber als moderne, ebenso von Nvidia stammende APEX-Version. Das hat den Vorteil, dass auch Grafikkarten von AMD die Effekte beschleunigen können.

Anders als im Original lassen sich die Effekte nicht einzeln deaktivieren. Wer das Mittel-Preset auswählt, deaktiviert APEX aber automatisch.

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