Denon AV-Receiver: Details zu HDMI 2.1, 4K und 8K sowie Latenz für Spieler

Nicolas La Rocco 74 Kommentare
Denon AV-Receiver: Details zu HDMI 2.1, 4K und 8K sowie Latenz für Spieler
Bild: Denon

Denon hat im Rahmen einer Q&A-Runde auf YouTube weitere Fragen zur Ausstattung der neuen AV-Receiver mit HDMI 2.1 beantwortet. Dabei kamen unter anderem Fragen zu den Fähigkeiten der einzelnen HDMI-Buchsen sowie zur Latenz beim Spielen auf. Zudem hat das HDMI-2.1-Upgrade für Besitzer eines AVC-X8500H nun einen Termin.

In der von Patrick Schappert von Grobi.TV moderierten Q&A-Runde war Roland Krüger, Head of Technical Marketing (DE+AT) bei Sound United, zu Gast. Zu Sound United zählen neben Denon Marken wie Marantz, Polk Audio oder Boston Acoustics.

HDMI 2.1 für AVC-X8500H kommt im Januar 2021

Im Rahmen der Vorstellung der neuen AV-Receiver hatte Denon den AVC-X8500HA kurz angeschnitten, aber weder einen Termin noch Preis genannt. Dabei handelt es sich um den 2018 vorgestellten AVC-X8500H, der mit einem Upgrade der HDMI-Platine auf den neuen Standard 2.1 zum AVC-X8500HA wird. Das Upgrade soll im Januar 2021 zu einem Preis von 700 bis 800 Euro angeboten werden. Bereits im Oktober dieses Jahres soll der für DTS:X verantwortliche Decoder des Receivers per Firmware-Upgrade kostenlos auf DTS:X Pro aktualisiert werden, um (theoretisch) bis zu 30.2 native Kanäle zu unterstützen, wobei der AVC-X8500H(A) für maximal 13.2 ausgelegt ist. Bisher war DTS:X ohne Pro auf 11.1 limitiert. Neue Blu-ray Discs werden nicht benötigt, da DTS:X Pro als neuer Renderer/Upmixer lediglich mehr aus bestehenden DTS:X-Tonspuren holen kann.

Apropos neue Produktnamen: Genau genommen spricht Denon nicht mehr von AV-Receivern, da bei der neuen Generation mit AVC von AV-Controllern die Rede ist, weil kein klassischer FM-Tuner für den Radioempfang mehr verbaut ist, sondern nur noch Internetradio wiedergegeben werden kann. Eine Ausnahme bildet der AVR-X2700, der weiterhin als Receiver mit Radio geführt wird, wahlweise auch mit DAB+-Tuner.

Für den AVC-X6700H und AVC-X4700H sind die letzten drei Ziffern der Modellnummer direkt auf 700 gesprungen, nachdem es im letzten Jahr keine neuen Versionen von AVC-X6500H und AVC-X4500H gegeben hat, während Modelle wie der AVR-X1600H eine 600 im Namen tragen. Für den kleinsten 7-Kanal-Receiver wird es dieses Jahr kein Upgrade mehr geben. Der AVC-X8500H behält auch mit HDMI-2.1-Upgrade die 500 im Namen, da bis auf die neue HDMI-Platine keine Veränderungen vorgenommen wurden.

Ton einer zweiten HDMI-2.1-Quelle über eARC verarbeiten

Im Bereich HDMI 2.1 ist bestätigt worden, dass der neue 8K-Eingang, von dem alle neuen Modelle einen besitzen, explizit für Zuspieler mit einer Ausgabe in bis zu 8K bei maximal 60 Hz oder 4K bei maximal 120 Hz vorgesehen ist, während die anderen HDMI-Eingänge dem älteren Standard HDMI 2.0b entsprechen, der ohne Farbunterabtastung auf 4K60 limitiert ist. Wer zwei 8K- oder 4K120-Zuspieler besitzt, etwa künftig eine PlayStation 5 und Xbox Series X, kann zumindest im Bereich Audio dennoch beide Quellen an die neuen AV-Controller übertragen. Für eine Konsole lässt sich der Eingang am AVC nutzen, für die andere ein HDMI-2.1-Eingang am Fernseher, der wiederum an den primären HDMI-Ausgang (Monitor 1) des AV-Controllers angeschlossen wird, der über den Enhanced Audio Return Channel (eARC) die Toninformationen erhält.

Alle HDMI-2.1-Buchsen arbeiten mit 40 Gbit/s statt der vollen 48 Gbit/s, so wie es zum Beispiel auch LG bei den OLED-Fernsehern des aktuellen Jahrgangs umgesetzt hat. Das bedeutet, dass ein RGB- respektive YCbCr-Signal ohne Farbunterabtastung (4:4:4) in bis zu 4K120 oder bis zu 8K30 mit maximal 10 Bit Farbtiefe verarbeitet werden kann. 4K120 mit 12 Bit Farbtiefe setzt zwangsweise auf eine Farbunterabtastung von 4:2:2, bei 8K60 ist es bereits mit 10 Bit Farbtiefe 4:2:0. Welche Auflösung, Bildwiederholrate, Farbtiefe, Farbunterabtastung, HDR-Modi oder HDMI-Features beim aktuell verwendeten HDMI-Eingang und HDMI-Ausgang genutzt werden, lässt sich über ein neues Video-Info-Overlay einsehen, das über zweimaliges Drücken der Info-Taste aufgerufen werden kann.

Latenz für Spieler soll maximal 1 ms betragen

Für Spieler, die das Signal einer Spielkonsole oder des PCs durch den AV-Controller schleifen, dürfte vor allem die dadurch potenziell verursachte Latenz von Interesse sein. Sofern in der gesamten Kette der Auto Low Latency Modus (ALLM) aktiv ist, der bereits für die Xbox Series X bestätigt wurde, soll die Latenz durch den AV-Controller bei maximal 1 Millisekunde liegen, wie Roland Krüger von Sound United erklärte. Bei aktiviertem ALLM findet keinerlei Postprocessing auf dem durchgeschleiften Signal statt.

Neue Benutzeroberfläche ist seit drei Jahren in Arbeit

Die bei Denon nicht mehr ganz taufrische Benutzeroberfläche soll erst mit zukünftigen AVC-Generationen überarbeitet werden. Der Punkt, dass es Zeit für eine neue Benutzeroberfläche sei, sei laut Roland Krüger nicht von der Hand zu weisen, diese soll aber nicht mehr mit den 700er-Modellen eingeführt werden. Seit drei Jahren sei diese in Arbeit und eine Entscheidung für den dafür benötigten Chip bereits getroffen. Für das Display in der Gerätefront will Denon auch künftig an Punktmatrix-Displays festhalten.

Weitere Details zu den neuen AVC-Produkten, etwa zu den unterstützten Lautsprecher-Anordnungen bei Dolby Atmos, DTS:X Pro, Auro 3D und IMAX Enhanced sowie zu verschiedenen Upmixing-Funktionen oder der genauen DAC- und DSP-Bestückung, sind dem über drei Stunden langen Stream vom gestrigen Abend zu entnehmen.