Nvidia GeForce GTX 460: Der flüsterleise Preisbrecher erschien vor 10 Jahren

Sven Bauduin 107 Kommentare
Nvidia GeForce GTX 460: Der flüsterleise Preisbrecher erschien vor 10 Jahren

Heute vor zehn Jahren, am 12. Juli 2010 erschienen mit den GeForce GTX 460 (Test) zwei flüsterleise Preisbrecher auf Basis des GF104-300 von Nvidia. Hohe Leistung, ein sehr gutes Preis-Leistung-Verhältnis sowie die hervorragende und zudem leise Kühlung überzeugten die Redaktion damals. Ein kurzer Blick zurück.

Kleiner GF104 schlägt großen GF100

Die Nvidia GeForce GTX 460 mit 768 MB und 1 GB sind zwar noch nicht Retro, haben sich aber zu ihrem 10. Jubiläum eine Erwähnung verdient, attestierte die Redaktion den Grafikkarten doch seinerzeit, die besten GeForce-GTX-400-Karten zu sein und die eigentlich höher positionierte, aber noch auf dem großen und hitzigen GF100 basierende GeForce GTX 465 (Test) komplett aus dem Spiel zu nehmen.

Entsprechend positiv fiel das Fazit von ComputerBase an diesem 12. Juli 2010 aus, denn vor allem die Version mit 1.024 MB GDDR5 wusste zu begeistern und sollte auch der direkten Konkurrenz von ATi das Leben schwer machen.

GTX 460 schlägt HD 5830 mit Kantenglättung

Die GeForce GTX 460 ließ die Radeon HD 5830 (Test) mit Kantenglättung ein gutes Stück hinter sich und kam ebenso der Radeon HD 5850 (Test) bei steigender Qualität und Auflösung nahe.

Weiterhin wurde die GeForce GTX 465 mit hohen Qualitätseinstellungen geschlagen, im Performancerating hieß es am Ende Gleichstand – ein gutes Ergebnis gegen den 3 Milliarden Transistoren starken GF100 der GTX 465. Der GF104 der GTX 460 basierte auf nur 1,9 Milliarden Transistoren, besaß aber neben mehr Chip-, Shader- und Speichertakt eine deutlich höhere Pixelfüllrate.

Kleiner und effizienter als das direkte Umfeld

Die Tabelle zeigt noch einmal die Spezifikationen der GeForce GTX 460 im Vergleich zum Mitbewerberfeld aus GTX 465 und der direkten Konkurrenz in Form der ATi Radeon HD 5830.

Radeon
HD 5830
GeForce
GTX 460 768 MB
GeForce
GTX 460 1 GB
GeForce
GTX 465
Logo ATi Radeon Graphics klein Nvidia GeForce Nvidia GeForce Nvidia GeForce
Chip RV870 GF104 GF104 GF100
Transistoren ca. 2,15 Mrd. ca. 1,95 Mrd. ca. 1,95 Mrd. ca. 3 Mrd.
Fertigung 40 nm 40 nm 40 nm 40 nm
Chiptakt 800 MHz 675 MHz 675 MHz 607 MHz
Shadertakt 800 MHz 1.350 MHz 1.350 MHz 1.215 MHz
Shader-Einheiten
(MADD)
224 (5D) 336 (1D) 336 (1D) 352 (1D)
FLOPs (MADD/ADD) 1.792 GFLOPS 907 GFLOPS 907 GFLOPS 855 GFLOPS
ROPs 16 24 32 32
Pixelfüllrate 12.800 MPix/s 16.200 MPix/s 18.900 MPix/s 13.354 MPix/s
TMUs 56 56 56 44
TAUs 56 56 56 44
Texelfüllrate 44.800 MTex/s 37.800 MTex/s 37.800 MTex/s 26.708 MTex/s
Shader-Model SM 5 SM 5 SM 5 SM 5
Hybrid-CF/-SLI X X X X
effektive Windows
Stromsparfunktion
Speichermenge 1.024 MB GDDR5 768 MB GDDR5 1.024 MB GDDR5 1.024 MB GDDR5
Speichertakt 2.000 MHz 1.800 MHz 1.800 MHz 1.607 MHz
Speicherinterface 256 Bit 192 Bit 256 Bit 256 Bit
Speicherbandbreite 128.000 MB/s 86.400 MB/s 115.200 MB/s 102.848 MB/s

Die GTX 460 war damit die erste der GeForce-GTX-400-Karten, die nicht auf den GF100 setzte, sondern auf dem für das obere Mid-Range-Segment angepassten GF104-300 basierte. Die Strategie von Nvidia ging auf und die GeForce GTX 460 entwickelte sich bis zum Erscheinen der GeForce-GTX-500-Serie zur am häufigsten empfohlenen Grafikkarte dieser ersten Fermi-Generation.

Ferner Fermi 2.0 kämpfte mit der Leistungsaufnahme

Sogar die erste Revision eines Chips der Fermi-Generation erwies sich noch immer als „durstig“, wenngleich die GTX 460 nicht mehr ansatzweise auf dem katastrophalen Niveau der GeForce GTX 480 (Test) operierte.

Auf dem Desktop wussten die beiden neuen GeForce-Beschleuniger durchaus zu überzeugen und gleichfalls die Temperaturen waren diesmal im grünen Bereich. Den wenig liebevollen Spitznamen „Thermi“ konnte die GTX 460 damit weitestgehend ablegen und zugleich spätere GeForce-GTX-500-Grafikkarten gingen diesen Weg.

Das Fazit damals wie heute

Damals wie heute lassen sich die GeForce GTX 460 und der GF104-Chip klar als Erfolg für Nvidia verbuchen, der „Thermi“ sehr schnell vergessen machte. Die GeForce GTX 460 war aus diesen Gründen damals bei der Community des ComputerBase-Forums beliebt, weshalb das damalige Fazit noch heute seine Gültigkeit besitzt.

Bezüglich der Leistung hat Nvidia mit der GF104-GPU in Form der GeForce-GTX-460-Serie also alles richtig gemacht. Mit der Radeon HD 5830 liegen beide Varianten ohne Kantenglättung gleich auf, während bei Nutzung von Anti-Aliasing sich vor allem die 1.024-MB-Karte der GeForce GTX 460 einen ordentlichen Vorsprung erkämpfen kann.

ComputerBase, am 12. Juli 2010

Zu Preisen von 199 Euro (GeForce GTX 460 768 MB) respektive 219 Euro (GeForce GTX 460 1 GB) duellierte sich die Grafikkarte ab dem 12. Juli 2010 mit der ATi Radeon HD 5830, die damals mit 189 Euro zu Buche schlug.