Telefónica Deutschland: 3G-Netz wird Ende 2021 für mehr 4G abgeschaltet

Nicolas La Rocco
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Telefónica Deutschland: 3G-Netz wird Ende 2021 für mehr 4G abgeschaltet
Bild: Telefónica Deutschland

Telefónica Deutschland will das 3G-Netz zum Ende des kommendes Jahres abschalten und die rund 18.000 Standorte auf 4G umrüsten. Damit setzt das Unternehmen diesen Plan ein Jahr früher um, als ursprünglich geplant war. Daten werden künftig ausschließlich über 4G und 5G abgewickelt, 2G bleibt aber für gewisse Dienste aktiv.

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Auch bei Telefónica Deutschland steht nun bereits für das Jahr 2021 fest, dass die 20 Jahre alte 3G-Technologie abgeschaltet wird. Künftig werden alle drei großen Netzbetreiber Deutschlands ausschließlich auf 2G, 4G und 5G setzen. Bislang war von Telefónica Deutschland angedacht, das 3G-Netz Ende 2022 abzuschalten. Die Deutsche Telekom und Vodafone wollen ihre 3G-Netze beide am 30. Juni 2021 abschalten.

Dem Unternehmen zufolge zählt es aktuell rund 44 Millionen Kunden, von denen über 97 Prozent ihre mobile Daten mit einem 4G-fähigen Endgerät abwickeln. In der Praxis laufen bei Telefónica Deutschland über 90 Prozent aller Daten über 4G, während 2016 noch rund 60 Prozent auf das 3G-Netz entfielen.

2.100 MHz wird dem 4G-Netz zugewiesen

Bis zum Ende dieses Jahres sollen erste Mobilfunkstandorte mit 3G-Technik auf 4G umgerüstet werden, während an den anderen Standorten vorerst weiter 3G und 4G parallel genutzt werden kann. Den Großteil der Umrüstungen für die aktuell rund 18.000 Standorte will Telefónica Deutschland in der zweiten Jahreshälfte 2021 durchführen. Dem Unternehmen zufolge soll dies binnen kürzester Zeit und möglichst unterbrechungsfrei erfolgen, da das für 3G verwendete Frequenzspektrum bei 2.100 MHz lediglich umfunktioniert und somit zusätzlich für 4G zur Verfügung steht.

Aus der Frequenz von 3G wird 4G
Aus der Frequenz von 3G wird 4G (Bild: Telefónica Deutschland)

Weil das alte 3G maximal 42,2 Mbit/s im Downlink liefern kann, steigt mit dem Wechsel zu 4G nicht nur die maximale Datenrate auf 225 Mbit/s, sondern auch die Energieeffizienz verbessert sich. Pro transportiertes Byte soll – unter Einbeziehung von 5G – der Stromverbrauch nach der Abschaltung um bis zu 90 Prozent gesenkt werden. Voice over LTE (VoLTE) sorgt zudem für eine deutlich verbesserte Sprachqualität.

2G bleibt für Telefonie und M2M aktiv

Aufseiten der Kunden soll es durch die bereits hohe Nutzungsrate von 4G kaum Einschränkungen zum 3G-Ende geben. Wer bislang überhaupt keine mobile Daten auf dem Smartphone oder klassischen Handy verwendet, wird auch weiterhin im 2G-Netz unterwegs sein, das Telefónica Deutschland neben der Telefonie für Dienste wie E-Mail und M2M aktiv lässt. Selbst im Geschäftskunden-Segment würden moderne IoT-Lösungen immer häufiger über 4G abgewickelt.

Von der Abschaltung betroffen sind potenziell Kunden, die Daten bislang ausschließlich über 3G abwickeln. O2 wird seinen Kunden einen kostenlosen SIM-Karten-Tausch sowie bei Bedarf Hardware-Optionen anbieten. An den Vertragsbedingungen sowie an der persönlichen Telefonnummer soll sich nichts ändern.