ASRock Mars 4500U im Test: Intel-NUC-Alternative mit AMDs APU Renoir

Volker Rißka
112 Kommentare
ASRock Mars 4500U im Test: Intel-NUC-Alternative mit AMDs APU Renoir

ASRock liefert mit dem Mars 4500U einen Mini-PC mit AMD-Renoir-APU für unter 400 Euro. Er besticht durch viel Leistung im flachen Design und kann es spielend mit Intels NUC-Systemen aufnehmen. Die altbackenen Anschlüsse trüben im privaten Umfeld allerdings das Bild.

ASRock legt mit der Mars-Familie eine weitere Mini-PC-Serie auf, die sich an der Plattform AMD Renoir bedienen. Dabei wird, anders als beim kürzlich getesteten DeskMini X300 (Test), aber auf verlötete Notebook-Prozessoren zurückgegriffen, was ein viel kompakteres Gehäuse möglich macht. Der ASRock Mars ist damit ein waschechter NUC-Gegenspieler.

AMD Renoir im Mini-PC

Mini-PCs mit AMD Renoir alias Ryzen 4000U und 4000H waren bis zum Herbst 2020 nicht zu sehen, erst dann haben sich Asus und ASRock als erste Unternehmen herangewagt. AMD hatte den Fokus erst einmal auf Notebooks gelegt und schon dort waren viele der CPUs schnell knapp. Denn AMD Renoir mit der Mischung aus bis zu acht Zen-2-Kernen und Vega-Grafikeinheit ist richtig gut geworden, wie nicht nur die vielfältigen Tests der APU auf ComputerBase zeigen.

Für den deutschen Markt hat ASRock primär den Mars 4500U gedacht, der mit einem Preis von 370 Euro die goldene Mitte markiert und so vor allem Comet-Lake-U-Lösungen der NUC-Familie in Schach halten soll. In bestimmten Märkten wird es jedoch auch Angebote mit einem Quad-Core-Prozessor vom Typ Ryzen 3 4300U und dem Acht-Kerner Ryzen 7 4800U geben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese später auch hierzulande anzutreffen sein werden, sofern das Interesse daran wächst.

ASRock Mars: Ein neues Format auf neuem Mainboard

FP6D4-P1 (PDF) lautet die Bezeichnung für das Herzstück des Mars: Die Hauptplatine, auf der die verlötete AMD-APU nebst 3-Phasen-Stromversorgung und allen weiteren Komponenten ihren Platz findet. Der Formfaktor ist dabei mit 17,8 × 14,5 cm einmal mehr ein eigenständiger, der komplette PC eher eine flache Flunder denn ein klassisches NUC-Gehäuse: Er ist mit 26 mm nur fast halb so hoch, dafür aber deutlich länger und breiter als Intels Referenz. Beim Volumen ist der Mars mit 0,7 l wiederum ganz ähnlich aufgestellt.

ASRock Mars 4500U
ASRock Mars 4500U

Dem AMD-Prozessor inklusive Grafikeinheit werden zwei SO-DIMMs zur Seite gestellt, die nach schnellem Standard DDR4-3200 arbeiten. Maximal können 64 GByte verbaut werden. Als Massenspeicher werden sowohl eine M.2-SSD mit vier Lanes nach PCIe 3.0 als auch eine klassische SATA-HDD oder -SSD unterstützt, die einmal auf der Oberseite respektive Rückseite der Platine verbaut wird.

Für Konnektivität nach außen steht in erster Linie WLAN-ax (Wi-Fi 6) bereit, klassisches Gigabit-LAN über ein Kabel gibt es natürlich auch. Viele USB-Anschlüsse, allesamt jedoch maximal mit 5 Gbit/s, sind mit von der Partie. Auch ein Kartenleser und Sound sind zugegen. Ähnlich wenig fortschrittlich wie das Thema USB sind die Grafikausgänge: HDMI 2.0 für 4K@60 Hz ist gut, D-Sub ist Anfang des Jahres 2021 im privaten Umfeld als altbacken, im professionellen Umfeld aber immer noch gefragt. Hier hat ASRock definitiv nur den kleinsten gemeinsamen Nenner gesucht und gefunden. Fast jedes Produkt eines Mitbewerbers hat fortschrittlichere Schnittstellen.

ASRock Mars 4500U (90P2-6L00020)
Preis: ab 390 Euro
CPU:

Integrierte GPU:
Chipsatz:
AMD Ryzen 5 4500U, 2,3–4,0 GHz, 8 MByte L3-Cache
6 Kerne/6 Threads
Vega 6, 1,5 GHz
integrierter Fusion-Controller-Hub
Arbeitsspeicher: nicht enthalten,
2 × DDR4-3200, SODIMM,
max. 1,2 Volt, max. 64 GByte
Massenspeicher: nicht enthalten,
1 × 2,5 Zoll, max. 9,5 mm Bauhöhe
1 × M.2 2280 (auf der Unterseite)
Interne Anschlüsse: 1 × SATA 6 Gbit/s
1 × M.2 2280 (PCIe 3.0 x4)
1 × M.2 2230 (mit Intel Wi-Fi 6 AX200 + Bluetooth 5.0 belegt)
Externe Anschlüsse: 1 × USB 3.2 Gen1 5 Gbit Typ C
4 × USB 3.2 Gen1 Typ A
2 × USB 2.0
1 × Gigabit-LAN (RTL 8111H)
1 × D-Sub
1 × HDMI 2.0
1 × Line-out und 1 × Mikrofon (Realtek ALC233-VB2)
1 × Kartenleser (SD/SDHC/SDXC/MMC)
1 × Kensington-Lock
Abmessung: 194 × 150 × 26 mm
Lieferumfang: Netzteil 65 W (19 V, 3,42 A) + Stromkabel,
VESA-Halterung (100 × 100 mm), Standfuß, Quick-Start-Guide, Handbuch,
Treiber-CD
ASRock Mars 4500U
ASRock Mars 4500U

Der ASRock Mars kommt stets als Barebone-Lösung in den Handel. Der Kunde muss also zwingend Arbeitsspeicher und einen Massenspeicher, vorzugsweise eine SSD, selbst erwerben. Beides sind Anfang 2021 keine Unkosten und problemlos erhältlich.

Nach dem Lösen der vier Schrauben in den Füßen wird einfach der Deckel aufgeklappt und schon sind die wichtigsten Elemente frei zugänglich. Die beiden RAM-Bänke sind direkt neben dem Prozessor zu finden, auch der SATA-Steckplatz für eine 2,5-Zoll-Lösung ist frei zugänglich. Nur die Installation einer M.2-Lösung erfordert mehr Arbeit: Hierfür muss man an die Unterseite der Platine gelangen, was mehr Schrauben nach sich zieht. ASRock hat den Prozess in einem kleinen Video zusammengefasst.

Auf der nächsten Seite: Benchmarks und Erfahrungen