Corsair One a200: Turmbau zu Ryzen 5000 und GeForce RTX 3000

Jan-Frederik Timm
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Corsair One a200: Turmbau zu Ryzen 5000 und GeForce RTX 3000

Corsairs zweite Generation des Turm-PCs mit CPU von AMD, der One a200, ist mit Ryzen 5000 und GeForce RTX 3000 im Test so schnell wie nie zuvor. Und obwohl die Verlustleistung in Spielen steigt, gilt das nicht für die Lautstärke. Frei von Kritikpunkten ist das System dabei nicht, der hohe Preis gehört 2021 aber nicht dazu.

Der Corsair One a200 im Überblick

Auch fünf Jahre nach der ersten Variante mit CPU von Intel bleibt Corsair dem massiven Gehäuse des Corsair One treu. Das hat sich allerdings wiederholt und zuletzt beim Corsair One a100 (Test) als sehr hochwertig und zweckmäßig erwiesen. Der neue Corsair One (Pro) a200 sieht dem alten damit zum Verwechseln ähnlich, die Veränderungen finden im Inneren statt und betreffen insbesondere CPU und GPU – aber nicht nur.

Mit Ryzen 5000 und GeForce RTX 3000

Denn aus Ryzen 3000 wird Ryzen 5000 und aus der GeForce RTX 2000 eine GeForce RTX 3000. Konkret gibt es die GeForce RTX 3080 wahlweise mit Ryzen 9 5900X (a200) oder Ryzen 9 5950X (Pro a200). Für den Test stand der Redaktion das schwarze Modell mit Ryzen 9 5900X zur Verfügung, der Pro a200 ist ohne Lackierung in Silber (Alu) gehalten.

Der Corsair One a200 im Test
Der Corsair One a200 im Test
Der Corsair One mit AMD Ryzen alt (a100) und neu (a200)
Corsair One a100 Corsair One a200 Corsair One Pro a200
CS-9020012 CS-9020011 CS-9020010 CS-9020021 CS-9040010
CPU AMD Ryzen 9 3950X
(16K/32T, 105 Watt)
AMD Ryzen 9 3900X
(12K/24T, 105 Watt)
AMD Ryzen 9 5900X
(12K/24T, 105 Watt)
AMD Ryzen 9 5950X
(16K/32T, 105 Watt)
Mainboard Asus ROG Strix X570 Gaming-I ASRock B550 Phantom Gaming-ITX
RAM 2 × 16 GB DDR4-3200 2 × 32 GB DDR4-3200
GPU Nvidia GeForce RTX 2080 Ti Nvidia GeForce RTX 2080 Super Nvidia GeForce RTX 3080
SSD 1 TB Corsair MP600
(NVMe, PCIe 4.0)
500 GB Corsair MP600
(NVMe, PCIe 4.0)
1 TB Corsair MP600
(NVMe, PCIe 4.0)
2 TB Corsair MP600
(NVMe, PCIe 4.0)
HDD 2 TB (Seagate)
Kühlung CPU & GPU All-in-One-Wakü
Netzteil Corsair SF600 600 Watt (SFX) Corsair SF750 Platinum, 750 Watt (SFX)
Gehäusefarbe Schwarz Schwarz Silber (Alu)
OS Windows 10 Home Windows 10 Pro
UVP 4.619,90 Euro 4.259,90 Euro 3.439,90 Euro 4.039,90 Euro 4.899,90 Euro

Den Corsair One i200 mit Intel gibt es auch noch

Auch der Corsair One mit CPUs von Intel wurde in diesem Jahr neu aufgelegt. In Ermangelung einer neuen HEDT-Generation von Intel gibt es hier aber keine neue Pro-Version mehr – der Pro i200 mit Core i9-10940X ist schon lange nicht mehr verfügbar. Zwei verschiedene Modelle hat Corsair auch vom Corsair One i200 aufgelegt. Die eine SKU setzt auf den neuen Rocket-Lake-S-Prozessor Core i9-11900K (Test) mit acht Kernen, die andere auf die etwas niedrigere 8-Kern-CPU Intel Core i7-11700K derselben Generation. Alle weiteren Ausstattungspunkte sind gleich.

Der neue Corsair One mit Intel Core (i200)
Corsair One i200
CS-9020027 CS-9020026 CS-9020025 CS-9020024
CPU Intel Core i9-11900K
(8K/16T, 125 Watt)
Intel Core i7-11700K
(8K/16T, 125 Watt)
Mainboard Intel 5490i
RAM 2 × 16 GB DDR4-3200
GPU Nvidia GeForce RTX 3080
SSD 1 TB
(NVMe, PCIe 4.0)
Kühlung CPU & GPU All-in-One-Wakü
Netzteil Corsair SF750 Platinum, 750 Watt (SFX)
OS Windows 10 Home Windows 10 Pro Windows 10 Home Windows 10 Pro
UVP ?

Mehr Lüfter für die GPU, keiner für das Mainboard

Auch der neue, 12 l Volumen fassende Alu-Turm-PC besitzt im Deckel einen großen 140-mm-Lüfter, der vollständig für die Be- und Entlüftung des Systems verantwortlich ist. Sofern er läuft, was im Leerlauf ein paar Minuten nach dem Hochfahren mit 400 bis 600 U/min der Fall ist, saugt er Frischluft durch die beiden Seitenwände an. Die so in das System gesogene Luft passiert auf der einen Seite den Radiator der All-in-One-Wasserkühlung der CPU, auf der anderen den Radiator der All-in-One-Wasserkühlung der GPU, bevor sie über den Deckel entweicht.

Fünf minus ein Lüfter und zwei Pumpen

Der Lüfter im Deckel ist allerdings nicht der einzige im System. Ein zweiter findet sich im Netzteil, ein dritter und ein vierter auf der Grafikkarte, um VRMs und Speicher auf Temperatur zu halten. Das ist neu.

Beim Corsair One a100 saß wie bei den Vorgängern mit Intel nur ein Lüfter neben der AiO auf dem PCB der Nvidia GeForce. In Summe bietet der a200 am Ende trotzdem einen Lüfter weniger als der a100, weil das Mini-ITX-Mainboard von ASRock auf den passiv gekühlten B550 und auch sonst keinen Lüfter setzt, während im a100 noch eine aktiv gekühlte X570-Platine von Asus (Chipsatz und VRMs) mit gleich zwei Lüftern zum Einsatz kam. Der Lüfter des Netzteils steht im Leerlauf auf dem Windows-Desktop ebenfalls still. Das Netzteil ist stärker geworden, es bietet im SFX-Format jetzt 750 statt vormals 600 Watt.

Die rechte Kammer enthält die Grafikkarte und deren Kühlung
Die rechte Kammer enthält die Grafikkarte und deren Kühlung

Weil die Lüfter im Netzteil und im Deckel nur anspringen, wenn dessen Temperatur zu hoch liegt, was auf dem Desktop nicht der Fall ist, und die GPU-Lüfter nur dann laufen, wenn die Grafikkarte gefordert wird, sind aus dem a200 im Leerlauf unter Windows somit lediglich das leise Säuseln der Pumpen und die Zugriffe auf die HDD zu hören. Die ohne Zugriff drehende HDD war im Testsystem hingegen nicht zu identifizieren, obwohl es sich um dieselbe Serie von Seagate wie vor einem Jahr beim a100 handelt. Die Geräuschkulisse im Leerlauf ist damit schon ohne in den Ruhezustand versetzte HDD ein Aushängeschild des Corsair One a200. Mit dem kleinsten Nebengeräusch im Raum geht das System auch auf dem Schreibtisch neben dem Monitor komplett unter.

Die HDD gehört seit Jahren abgelöst

Zu kritisieren gilt es wiederum, dass in einem so teuren High-End-Aushängeschild Jahr für Jahr eine HDD als zweites Laufwerk steckt, die mit 2 TB Volumen nicht einmal den wesentlichen Vorteil einer HDD ausspielt: Viel Speicherplatz zum kleinen Preis.

Die linke Kammer für CPU, Netzteil und Speicher
Die linke Kammer für CPU, Netzteil und Speicher

Aufrüstbarkeit

Weil der Corsair One a200 im Kern auf Standardkomponenten setzt, lässt er sich auch aufrüsten. Von der Garantie ist das aber nur teilweise gedeckt. Die Informationsseite zum Upgrade verrät, dass Nutzer lediglich den Arbeits- und den HDD-Massenspeicher im Rahmen der Garantie tauschen und dabei nur auf von Corsair freigegebene Produkte setzen dürfen. Wer das vorhat, soll sich vorab an den Kundenservice wenden. Die online genannten „Upgrade-Kits“ sind nicht mehr aktuell. Mit einem GPU-Upgrade sollten Anwender nicht spekulieren, weil das eine zum Full-Cover-Wasserkühler kompatible Platine voraussetzen würde. Der Hersteller gibt auf den Corsair One zwei Jahre Garantie.