Sony Xperia 5 III im Test: Quad-Kamera mit vielen Optionen

 3/4
Update Nicolas La Rocco
190 Kommentare

Die aktuellen Smartphones von Sony kommen mit den vielleicht unauffälligsten „Kamerabuckeln“ der gesamten Branche daher. Eine kleine, oben links auf der Rückseite in Pillenform verbaute schwarze „Insel“ nimmt die drei Linsen auf, ohne besonders weit aus dem Gehäuse hervorzustehen oder die Blicke anderweitig auf sich zu ziehen.

Drei sichtbare Linsen mit vier nutzbaren Kameras
Drei sichtbare Linsen mit vier nutzbaren Kameras

Aus drei Linsen macht Sony vier Kameras

Nur drei Kameras – waren es nicht vier? Hinter den drei Linsen verstecken sich insgesamt vier Kameras, denn beim Tele mit Periskop-Zoom und optischem Bildstabilisator (OIS) setzt Sony auf eine variable Brennweite, die einen Wechsel zwischen 70 mm bei f/2.3 und 105 mm bei f/2.8 zulässt. Abhängig von der Brennweite beträgt das Sichtfeld 34 respektive 23 Grad. Der 1/2,9'' große Sensor dahinter bietet eine Auflösung von 12 Megapixeln und arbeitet mit Dual-PD-Autofokus.

Die Hauptkamera mit 24 mm Brennweite (82 Grad Sichtfeld) setzt auf einen deutlich größeren 1/1,7''-Sensor mit einer Offenblende von f/1.7 und kommt ebenfalls mit OIS. Das Ultraweitwinkelobjektiv bietet eine Offenblende von f/2.2 und einen 1/2,6'' großen Sensor. Die Brennweite beträgt 16 mm, das Sichtfeld 124 Grad. Beide Sensoren arbeiten hier mit 12 Megapixeln.

Bildvergleich der vier Brennweiten

Große gestalterische Freiheiten

Mit den insgesamt vier Brennweiten gibt Sony dem Anwender große gestalterische Freiheiten zur Hand, denn vor allem bei Tageslicht kann praktisch frei zwischen den Linsen gewechselt werden, ohne größere Qualitätseinbußen in Kauf nehmen zu müssen, wenngleich die Hauptkamera mit 24 mm unterm Strich die besten Ergebnisse liefert. Die Kameras des Xperia 5 III lassen sich allesamt als relativ neutral abgestimmt beschreiben, denn weder die intensiven Farben von Samsung noch das HDR-Verhalten von Apple oder die kontrastreiche Abbildung bei Google erhalten Nutzer des Sony-Smartphones. Das lässt die Aufnahmen beinahe ein wenig langweilig wirken, dürfte bei der Zielgruppe der Modelle, die eher natürliche Aufnahmen erwartet, aber gut ankommen.

Vor allem mit den größeren Brennweiten 70 mm und 105 mm gibt Sony dem Anwender interessante Werkzeuge zur Hand, die einen natürlichen Bokeh-Effekt ohne KI-Berechnungen möglich machen. Beispiele dafür finden sich beim Schloss am Ufergeländer (Bild 11) oder beim Blick durch das Seil des Rettungsrings (Bild 27).

Sony Xperia 5 III im Test – Kamera

Bis zur Dämmerung bleibt die Vielfalt

Vorsichtig umgehen muss man mit den größeren Brennweiten aber zum Abend hin, denn während gute Aufnahmen mit etwas Restlicht bei Dämmerung noch mit allen vier Kameras durchaus möglich sind, fällt die Qualität der beiden Teleobjektive später bei richtiger Dunkelheit deutlich ab. Auch mit der Ultraweitwinkelkamera sind die Aufnahmen bei Nacht eher matschiger Natur und die HDR-Automatik arbeitet dann ebenfalls nicht mehr richtig. Das im Pub aufgenommene Foto mit Ultraweitwinkel rauscht sichtbar und wirkt ein wenig wie mit Weichzeichner bearbeitet. Bei Nacht liefert die besten, aber auch nicht überragenden Ergebnisse wenig überraschend die Hauptkamera mit dem größten Sensor.

Die hier gezeigten Fotos sind allesamt im Basic-Modus geschossen worden. Mit dem Xperia 5 III will Sony aber erneut auch Anwender mit professionellen Ambitionen ansprechen. Die bislang in eine eigene App ausgelagerten Pro-Modi hat der Hersteller zwischenzeitlich in einer einzigen App zusammengeführt, die sich „Photo Pro“ nennt. Standardmäßig startet die Kamera-App im Basic-Modus, das Antippen selbiger Schaltfläche links oben (im Querformat) in der Kamera-App öffnet ein Drehrad, das die bislang in eine eigenständige Photo-Pro-App ausgelagerten Modi zur Verfügung stellt.

Manuelle Modi wie bei einer Alpha

Sonys Smartphone-Entwickler haben für die Umsetzung der Benutzeroberfläche und der Funktionen mit der Alpha-Sparte der bekannten Digitalkameras zusammengearbeitet. Zur Auswahl steht unter anderem ein eigener Automatikmodus, bei dem aber Fokusmodus, Fokusbereich, Blitz, Dateiformat (RAW, JPEG + RAW oder nur JPEG) und Seitenverhältnis noch frei gewählt werden können. Im Modus „P – Programmautomatik“ wird die Verschlusszeit automatisch vom Smartphone geregelt, alle anderen Einstellungen wie ISO, Messmodus, Weißabgleich und HDR-Modus können aber vom Nutzer frei gewählt werden.

Im Modus „S – Priorität der Verschlusszeit“ kann aber auch diese manuell eingestellt werden, im Gegenzug wird dann ISO automatisch vom Gerät gesteuert, während die anderen Optionen wie zuvor im P-Modus erhalten bleiben. Über den vorletzten Menüpunkt „M – Manuelle Belichtung“ besteht freier Zugriff auf alle Parameter der Kamera. Unter „MR – Speicherabruf“ können im letzten Menüpunkt häufig vom Nutzer verwendete Kombinationen aus Modi und Einstellungen abgelegt werden.

Cinema Pro bleibt eigenständig

Eine eigenständige App gibt es nur noch für den professionellen Videomodus. Analog zur bisherigen Photo-Pro-App der Alpha-Entwickler stammt die Cinema-Pro-App für Videoaufnahmen aus einer Kooperation mit Sonys CineAlta-Sparte für professionelle Kinokameras. An dieser Stelle sei für eine äußerst detaillierte Beschreibung der Funktionen und auf Beispielaufnahmen aus dem Test des Xperia 1 II vor rund einem Jahr verwiesen.

25 Jahre ComputerBase!
Im Podcast erinnern sich Frank, Steffen und Jan daran, wie im Jahr 1999 alles begann.