Ubisoft-Spiele auf Steam: Anno 2070 und Liberation HD werden doch nicht unspielbar

Update Fabian Vecellio del Monego
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Ubisoft-Spiele auf Steam: Anno 2070 und Liberation HD werden doch nicht unspielbar
Bild: Ubisoft

Assassin's Creed Liberation erschien ursprünglich Ende 2012 für die PlayStation Vita. Später erschienen zahlreiche Portierungen auf weitere Plattformen, darunter auch den PC. Auf Steam wird der Titel jedoch ebenso wie Anno 2070 ab September wohl unspielbar, wie nun eine knappe Notiz auf der Shopseite verrät.

Online-Dienste von insgesamt 15 Spielen enden

Bereits Anfang des Monats veröffentlichte Ubisoft eine Liste von Spielen, deren Online-Dienste bald eingestellt werden sollen. Unter den insgesamt 15 Titeln fanden sich beispielsweise Anno 2070 und Far Cry 3, aber auch einige Assassin's-Creed-Ableger. Einer davon ist Assassin's Creed Liberation HD – ein während des Siebenjährigen Krieges im New Orleans des 18. Jahrhunderts platzierter Einzelspieler-Titel, der von den geplanten Änderungen eigentlich recht unberührt bleiben sollte. Ohnehin wurde lediglich für den gefloppten VR-Shooter Space Junkies ein gänzliches Aus kommuniziert – es handelt sich um einen reinen Mehrspieler-Titel.

Anno 2070, Liberation HD etc. werden nicht mehr verfügbar sein

Nun lassen jedoch zwei Hinweise auf der Steam-Shopseite zu einigen Ubisoft-Spielen aufhorchen. Bei Assassin's Creed Liberation HD steht dort zunächst, dass der Titel „auf Anfrage des Publishers“, also auf Bitte seitens Ubisofts, nicht mehr zum Verkauf steht. Soweit so gut, ein für derart alte Spiele nicht unbedingt unüblicher Schritt. Die zweite Notiz überrascht aber: „Please note this title will not be accessible following September 1st, 2022“, heißt es knapp. Demnach wird das Spiel ab September dieses Jahres nicht mehr spielbar respektive herunterladbar sein – auch nicht für jene, die den Titel ursprünglich auf Steam gekauft haben.

Assassin's Creed Liberation
Assassin's Creed Liberation

Besonders brisant ist daran, dass Assassin's Creed Liberation HD erst kürzlich im Rahmen des Steam Summer Sales in einem Bundle mehrerer Serienableger rabattiert erhältlich war. Noch ist allerdings unklar, ob es sich bei der Ankündigung nicht doch um ein Missverständnis handelt – eine Stellungnahme seitens Ubisoft steht derzeit noch aus. Dagegen spricht indes, dass beispielsweise auch Far Cry 3, Anno 2070 und Silent Hunter 5: Battle of the Atlantic von den beiden Maßnahmen betroffen ist. Denkbar erscheint allerdings ebenso, dass die Spiele den Steam-Käufern fortan nur noch über Ubisoft Connect zur Verfügung stehen – üblicherweise müssen Titel des Publishers stets über dessen eigene Vertriebsplattform aktiviert und gestartet werden.

Schon zuvor hat Ubisoft hin und wieder Spiele von Steam entfernt, ein prominentes Beispiels ist Anno 1800 (Test). Das Aufbaustrategiespiel wechselte zum Release im Zuge einer Exklusivvereinbarung zum Epic Games Store und war fortan auf Steam nicht mehr käuflich. Nichtsdestoweniger behielten Käufer im Nachgang Zugriff auf das Spiel und auch sämtliche DLCs wurden für sie verfügbar gemacht. Insofern überrascht Ubisofts restriktives Vorgehen bei Anno 2070, Far Cry 3, Liberation HD und Silent Hunter 5.

Spieler reagieren empört

Derweil reagieren nicht nur Spieler der beiden Titel auf die Ankündigung mit Empörung und Wut, so beispielsweise auf Reddit. Die kürzlichen Rezensionen auf Steam wurden infolge eines Review Bombingssehr negativ“. Ubisofts dreistes Vorgehen schaffe einen Präzedenzfall, heißt es, den es um jeden Preis zu verhindern gelte: Bliebe ein solches Verhalten ungestraft, würde es früher oder später weitere Spiele treffen – ein Shitstorm bahnt sich an. Auch von juristischen Konsequenzen ist bereits die Rede. Grundsätzlich erwerben Käufer auf Steam aber nie ein Spiel als solches, sondern lediglich eine Lizenz für dessen Nutzung – dass diese Wiederrufen werden kann, wird von den Steam-Nutzungsbedingungen gedeckt.

Im Fall von Assassin's Creed Liberation HD existieren derweil in der Theorie Workarounds, um die Geschichte rund um Protagonistin Aveline de Grandpré weiterhin auf dem PC spielen zu können: Einerseits gibt es den Titel als Zusatzinhalt der Remaster-Edition von Assassin's Creed 3, andererseits ist das Spiel weiterhin über Ubisoft Connect verfügbar. Für Käufer der Steam-Variante ist das wiederum kein Trost – und zudem geht es der Spielerschaft ums Prinzip; Liberation HD und die weiteren Titel dienen lediglich als Aufhänger des Protests.

Update

Inzwischen hat sich Ubisoft zu der uneindeutigen Situation geäußert. Demnach handelt es sich um ein Missverständnis; die Hinweise auf den Steam-Shopseiten sind entsprechend irreführend. Ubisoft arbeite zusammen mit Valve daran, für Klarheit zu sorgen und die Notizen anzupassen; so seien wie anfangs kommuniziert lediglich DLCs und Online-Funktionen betroffen. Spieler, die Anno 2070, Liberation HD und Co. derweil einst gekauft haben, sollen die Möglichkeit behalten, auf die Titel zuzugreifen, sie zu spielen und bei Bedarf erneut herunterzuladen – allerdings geht Ubisoft nicht explizit darauf ein, über welche Plattform respektive welchen Launcher das in Zukunft möglich sein wird. Der Publisher setze allerdings alles daran, so wird betont, die Spiele in einem bestmöglichen Zustand verfügbar zu halten.

As stated in our support article, only DLCs and online features will be affected by the upcoming decommissioning. Current owners of those games will still be able to access, play or redownload them. Our teams are working with our partners to update this information across all storefronts and are also assessing all available options for players who will be impacted when these games’ online services are decommissioned on 1st September, 2022.

It has always been our intention to do everything in our power to allow those legacy titles to remain available in the best possible conditions for players, and this is what we are working towards.

Ubisoft
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