Zilpzalp schrieb:
Oder, um deinen Ansatz anders auszuhöhlen: Wenn ein Anime sagen würde "ich möchte ein Haufen scheiße sein" und zeigt dann 24 Minuten pro Folge einfach nur einen animierten Haufen Scheiße auf weißem Hintergrund beim Dampfen, wäre das dann ein Meisterwerk? Mehr kann ein Anime gar nicht seinem Ziel entsprechen. Ist aber Quatsch.
Diese Animes kenn ich und schau ich auch und sehe sie auch als solche und bewerte sie entsprechend. Wobei die meisten dieser Animes selbst wissen wie scheiße sie sind und damit spielen, was sie schon wieder weniger scheiße macht.
Was willst du mir denn erzählen was Coppelion sonst sein soll?
Wenn die Macher meinen es sollte nichts seriöses sein dann ist es wiederum Unfähigkeit das zu zeigen was sie wirklich zeigen wollen.
Kunst ist da um sie zu interpretieren. Wenn es ein Künstler nicht schafft dem Rezipienten seine Intention klar zu machen dann muss er mit Fehlinterpretationen leben.
Man kann einen Anime nicht einfach danach beurteilen "wie gut er ist", man brauch logischerweise ein Bewertungsmaßstab für diese eine Sache.
Wenn du mir einen Aufsatz schreibst bewerte ich den auch nicht danach wie viele Liegestütze darin enthalten sind.
Schönes Beispiel sind tatsächliche diese "scheiß Animes" wie Ichiban diese Saison. Man erkennt sofort, dass sie nicht nach höherem streben und genau in ihrer Linie bleiben. Dafür werden sie bewertet. Zusatzpunkte gibts für unerwartet gute Momente aber am Ende gibts eben den großen Punktabzug weil man eben nur unterste Qualität ist im Vergleich. Das gibt dann ein faires Ranking im Mittelfeld weil ich eben einen fairen Maßstab verwendet hab.
Nun kommt Coppelion. Eröffnet mit einem depressiven Thema in Grautönen mit vielen leidenden und toten Menschen und offensichtlichem sozialen Kommentar zu Atomkraft. Er wirft noch ein paar Highschool Mädchen mit rein um es ein wenig Würze zu verleihen. Deren Aufgabe ist es etwas zu finden und nebenbei vielleicht noch ein paar leidenden Menschen zu helfen. Das ganze spielen sie straight mit ein paar wenigen schlechten Comedymomenten mit den Mädchen. Allerdings nicht zur Fröhlichkeit sondern um zu zeigen wie menschlich und unbedarft die Mädchen sind. Danach kommen die kleinen Geschichten in denen es wieder um Tod, Krankheit, Gefahr, Familienprobleme geht.
Der Anime ist nicht self-aware und hat reichlich an traurigen Geschichten und Tränen zu bieten. Dazu kommt, dass er allesamt wissenschaftliche Gadgets zu bieten hat, die auch alle erklärt werden.
Jetzt willst du mir erzählen, dass ich dadurch nicht die Intention der Macher kategorisieren kann?
Es versucht sich an Drama und Technobabble und scheitert grandios in beidem. Drama wegen der nichtexistenten Charaktere mit irrationalem Verhalten und unerklärlichen Motivationen und pseudoemotionales Gebabbel was so ausgelutscht ist, dass man es schon simultan mitsprechen kann. Die ganze Wissenschaft können sie sich auch in die Haare schmieren wenn sie es nicht schaffen sich einmal umzudrehen ohne das nächste phyikalische Gesetz umzuwerfen.
Meine Annahme, dass es sich nicht um einen Anime handelt, der von Anfang an nur mindere Qualität sein sollte begründe ich auf dem Design und Storymaterial.