Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

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Ein "armer" Deutscher muss aber eben auch die Mieten und Lebenshaltungskosten in Deutschland zahlen.
Deswegen halte ich den Begriff der relativen Armut für gut und wichtig, denn er trägt dem soziokulturellen Existenzminimum Rechnung ... mit €10,- in der Woche magst du in Namibia zu den wohlhabenden gehören ... in Deutschland hast du damit noch nichtmal ein Dach über dem Kopf. Das kostet bei uns nämlich mindestens €200,- (und dann ist es noch ungeheizt und dunkel).
Was nutzt einem ein 50mal höheres Einkommen, wenn man damit auch nicht über die Zeit kommt, weil die Preise eben 60mal so hoch sind?

Willst du allen ernstes ein "absolutes" Armuts-Maß ansetzen?
Das ist wie jede Gleichmacherei unfug. Gleichzeitig ist das meiner Meinung nach eine frechheit gegenüber allen, die IN Deutschland am oder unterm deutschen soziokulturellen Existenzminimum leben ... die mögen im Vergleich zu den meisten Äthiopiern extrem reich sein ... aber in Deutschland ermöglciht ihnen dieser "extreme Reichtum" dennoch KEIN normales Leben.

Armut bedeutet nicht nur, weniger als "xy pro Tag" zur Verfügung zu haben, es kommt eigentlich viel mehr darauf an, was man damit am Lebensmittelpunkt erreichen kann.
Es gab mal eine Zeit, da entsprach unser "geringfügiges Beschäftigungsverhaltnis" (heute 450 EUR - Jobs), ziemlich genau dem Jahresgehalt eines indischen Lehrers (Staatsdienst) ... der Lehrer konnte damit in Indien gut leben (gehörte sogar zu den "Besserverdienern" dort) ... in Deutschland bräuchte man da schon drei bis fünf von diesen Jobs.

Du bemisst die Kaufkraft des Euro ja auch nicht daran, was du dir für einen Euro in Ghana oder China kaufen könntest ... dafür nutzt du doch auch eher Regionen IN der Eurozone (und selbst IN der Eurozone müsste da noch differenziert werden).

Armut ist international nicht wirklich besser vergleichbar, als die Kaufkraft unterschiedlicher Währungen in ihren jeweiligen Geltungsbereichen.

Verpflanzt du einen Äthiopier nach Europa, bei exakt gleichen Bezügen, dann ist der innerhalb weniger Wochen verhungert ... von daher ist er auf jeden Fall ärmer, als ein Deutscher "Armer".
Packst du den deutschen H4ler nach Äthiopien (bei vollen Bezügen), dann kann der da leben wie King Karl persönlich von daher ist dieser reicher, als der äthiopische Arme.

Allerdings läuft es nicht so ... und daher ist als "arm" anzusehen, wer mit seinem Haushaltsgeld schlecht bis garnicht über die Runden kommt. Der ausschlaggebene Faktor ist hier das soziokulturelle Existenzminimum am Lebensmittelpunkt und nicht irgendein konstruiertes Minimum, nach dem dann im eigenen Sozialraum "ALLE" als Reich anzusehen sind.

Äthiopier und Deutsche könnten wir vergleichen, wenn das Soziokulturelle Existenzminimum beider änder auf dem selben Level liegt ... ansonsten muss für eine saubere Betrachtung hier gewichtet werden ... auch wenns nicht ins Weltbild oder die aktuelle Diskussionsposition passt.

Du kannst aber das MDG "Armut bekämpfen" auch in der Weise umsetzen, dass sich die soziokulturellen Existenzminima global angleichen ... ist das erreicht, dann gilt auch nur noch jeder auf der Welt als Arm, der unter 2 USD am Tag zur Verfügung hat. In Teilen Europas und in den USA sind die Leute, die momentan so wenig zur Verfügung haben nicht "arm", sondern in absehbarer Zeit tot.
 
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Ein "armer" Deutscher muss aber eben auch die Mieten und Lebenshaltungskosten in Deutschland zahlen.
es geht nicht um das geld, es geht um den lebensstandard. eine sozialwohnung in d ist weitaus luxuriöser als eine gutbürgerliche wohnung in namibia. wer aber in namibia arm ist, der droht zu verhungern oder dessen kinder... willst du das wirklich gleichsetzen und sagen, dass arumt in der welt und in deutschland das selbe ist? anderswo 12 stunden am tag unter menschenunwürdigen bedingungen schuften bis zum zusammenbrechen, damit wenigstens ein teil der kinder nicht den hungertot sterben oder hier ein billiregal kaufen weils für die teuren designermöbel nicht reicht?
für mich sind das zwei ganz unterschiedliche themen. jedes für sich ist durchaus diskussionswürdig, aber bitte nicht zusammen in einen topf werfen.

Willst du allen ernstes ein "absolutes" Armuts-Maß ansetzen?
wenn wir über die armut in der welt und die resourcenverteilung zwischen erster und dritter welt sprechen? selbstverständlich!

wenn wir über das lohnniveau in deutschland sprechen? absolut nein!

aber dazu solltet ihr euch mal für ein thema entscheiden und nicht im ersten satz von mindestlohn in deutschland und im folgenden von der ausbeutung der dritten welt durch den kapitalismus schreiben. das sind zwei ganz unterschiedliche themen.

Gleichzeitig ist das meiner Meinung nach eine frechheit gegenüber allen, die IN Deutschland am oder unterm deutschen soziokulturellen Existenzminimum leben ...
möchtest du diese problematik einer ätiopischen mutter näherbringen, deren kind grad den hungertot gestorben ist oder aufgrund von verseuchtem wasser? DAS wäre dann wirklich eine frechheit.

... aber in Deutschland ermöglciht ihnen dieser "extreme Reichtum" dennoch KEIN normales Leben.
wollen wir uns auf das thema einigen? das hin und herspringen finde ich nämlich sehr unübersichtlich. also weltpolitik oder bundespolitik? lass uns auf eins festlegen, alles andere führt zu keinem sinnvollen dialog.

Armut bedeutet nicht nur, weniger als "xy pro Tag" zur Verfügung zu haben, es kommt eigentlich viel mehr darauf an, was man damit am Lebensmittelpunkt erreichen kann.
aber das ist doch das gleiche. was kann ein harz 4er denn erreichen? eine hand voll reis für sich und seine familie durch knochenarbeit? den hungertot um einen weiteren tag aufschieben?
oder eine wohnung nach westlichem standard mit fließendem und sogar trinkbarem wasser, sanitären einrichtungen, elektrizität, heizung, etc. pp?
du kannst es drehen und wenden wie du willst "armut" ist nicht pauschal und überall das gleiche thema. wir können über armut generell sprechen oder relative armut in einem bestimmten raum (deutschland, europa, etc.). natrülich ist relative armut auch ein problem, aber eben ein vollkommen anderes. und da passt die systemkritik am kapitalismus im sinne der globalen ausbeutung der dritten welt mal so gar nicht rein.
 
Ich habe nur einfach keine Lust mehr, mir in Diskussionen darüber immer den "Hammer" abzuholen ... solange es irgendwo auf der Welt leute gibt, die noch weniger zur Verfügung haben, darf ich mich nicht drüber beschweren, dass ich mir KEIN Billiregal leisten kann, ich meinen Beruf auf Instrumenten ausübe, die teilweise nur als "oller Schrott" bezeichnet werden können (meine Hauptgitarre war ein Dachbodenfund) und mich drüber freuen darf, wenn ich bei einem Auftritt mal was warmes zu essen bekomme?

Ich habe einfach keinen Bock mehr auf diese Keule. Es st schrecklich, wenn anderswo Menschen verhungern ... aber das hiesige "hohe" Armutslevel sollte mMn nicht als entschuldigung dafür missbraucht werden, die Unterschiede noch zu verstärken.

Es gibt mehrere Wege, Armut zu bekämpfen ... entweder man hebt den Lebesstandard der Armen, oder man senkt den der Reichen. Armut IST ein relationaler Begriff ... ohne Armut kein Reichtum - und andersrum.

Viele Leute geben unglaublich viel Geld für SCHEISSE aus, die keine Sau braucht ... ich tu das nicht, und komme trotzdem immer wieder ins Schleudern, wenn die Stromrechnung kommt, meine Katze mal zum Tierarzt muss oder ich einfach nur mal wieder Schuhe OHNE Löcher haben will.
In einem Land zu leben, wo die Leute trotz knochenarbeit verhungern ist um einiges schlimmer, aber es geht auch echt an die Substanz, an gut gefüllten Läden vorbeizugehen, weil man sich grad eh NICHTS leisten kann, was es dort gibt. Ich laufe genau so durch Deutschland -> ich fühle mich arm.
Und es kommt auch nicht selten vor, dass ich mal ne Woche hungere, WEIL ich mir neue Schuhe gekauft habe, oder weil der Tierarzt eben für eine Sicht-Untersuchung und eine Spritze über 60,- haben will ... und ich meine Stromrechnung trotzdem bezahlen muss.
Der Vorteil, den ich hungernden in der dritten W>elt gegenüber habe, ist dass ich nicht verhungern werde ... und dass ich mir noch einreden kann, ich sei selbst daran Schuld.

Ich weiß .. Job suchen ... alles gut ... und wenn ich nen Kredi für den Führerschein aufnehme, dann finde ich vielleicht auch endlich was.

Du willst die Themen trennen ... gerne ... ich rede über Armut in Deutschland, und da wir die Themen jetzt ja strikt trennen wollen, sollte auch niemand mit der "andere-hungern"-Keule, ankommen ... Wegen mir geht es von nun an nicht mehr um den Hunger in der Welt, sondern um gesellschaftliche Teilhabe in Deutschland.

Wir können aber auch die andere Route nehmen, die Armut der Welt ... mein erster Vrschlag: Schuldenschnitt ... damit die schwächeren Volksökonomien nicht mehr immer neue Schulden aufnehmen müssen, und damit nichtmal die Tilgung der alten Kredite bewältigen können. Der Teufelskreis um Schulden muss durchbrochen werden ... nur Staaten, die Geld haben, können dieses auch in Infrastruktur investieren, aus der dann eventuell Wohlstand erwachsen kann (vorrausgesetzt, dieser wird nicht von ausländischen Investoren abgezogen ... oder von gierigen Wichsern in NOCH mehr Luxus gesteckt) ...
Ein weterer wichtiger Schritt ist wohl die krasse Eindämmung der Globalisierung ... z.B. über Schutzzölle, die der Smith'schen "unsichtbaren Hand" endlich wieder zu der Macht verhelfen, die Smith für sie annahm ... momentan schiebt sie nämlich nur viel Kapital in Regionen, in denen sowieso schon viel Kapital vorhanden ist (sei es nun Produktionsmittel, Geld, Immobilien oder einfach Humankapital).
Kein Export von Lebensmittelüberschüssen in Agrarregionen ...
Keine Waren aus Billiglohnländern, die dann nur ein Viertel dessen Kosten (inkl. Transport) was ihre Produktion vor Ort kosten MÜSSTE ...
Kein "Geiz ist Geil" ... keine 0,0%-Finanzierung.
Längere Produktlebenszyklen - statt jährlichen "Mini-Upgrades".
Und im Gefolge ein Abfall des Lohniveaus in DE auf vielleicht 25% des heutigen Durchschnitts.

Weg von der Gesellschaft auf Pump ... und vor allem KEINE Bankenrettung ... höchstens als Kredit der von staatlich bestellten Treuhändern verwaltet wird, von den Banken zurückzuzahlen ist, und NUR an die Anleger ausgegeben werden darf.
Wer am Markt Scheiße baut, hat von ihm zu verschwinden ... da dann Fantastilliarden hineinzupumpen, ohne für Sicherungsmechanismen zu sorgen, ist ein Geschenk ... man könnte es "Sozialschmarotzerei" nennen, was die Banken da abgezogen haben ... man bekommt den Arsch gepudert und bedankt sich dafür bei der Gesellschaft von der man lebt allenfalls mit einem feuchten Pups.
An dieser Stelle bin sogar ich ein Liberaler ... sowas regelt der Markt - vorrausgesetzt man lässt ihn. Der Staat hat hier allenfalls die Folgen abzufedern, die das für einen Großteil der Bürger hat ... nicht indem er weiterhin Boni ermöglich, sondern in dem er die Anleger schützt. JEDES andere Vorgehen führt nur zu einem verwöhnten Kind ... und damit macht sich der Staat im Fall der Banken genauso zum Hampelmann, wie Eltern, die es nicht schaffen, auch mal "Nein" zu sagen.
Durch die Bankenrettung wurde zwar nicht ganz so viel verloren, aber durch die art, wie die Finanzkrise bewältigt wurde, ist mMn nichts gewonnen ... höchstens ein bisschen Zeit (bis zum nächten Crash).
Hier wurde eine beispiellose Chance verspielt ... Meine Meinung.

Für den fetten Westen wird das hart ... aber wahrscheinlich ist das besser, als alles was eine "lasst sie Kuchen Essen"-Mentalität erreichen kann. Menschen verhungern so oder so.
Aber erzähl das mal deutschen, die im eigenen Wohlstands-Sud vor sich hin garen ... es ist den Leuten egal, wie die Verteilung läuft, solange bei ihnen genug ankommt, dass sie sich nicht bewegen müssen.
 
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die diskussion über kapitalismus und die ausbeutung der dritten welt kam nicht von mir, ich bin lediglich darauf eingegangen, weil sie im kontext imho einfach nicht passt.
wenn du nicht über das thema reden willst, ist das vollkommen in ordnung. zumal es imho für systemkritik am kapitalismus ganz global einen besseren thread hier gibt...
 
DerOlf sagt es mal wieder richtig und ich frage mich was will unser Staat mit dem Grundeinkommen erreichen,vielleicht sollte man es so machen das Studenden und Azubis es durch Ehrenamtliche Arbeit verdienen können für die Zeit die ihre Lehre oder Studium dauert.

Menschen die ein Einkommen von 1400-2000 Brutto bekommen können es sich z.b verdienen wenn sie ihre Steuererklärung abgeben und nicht irgendwo im Minus stehen bei einer Kreditfirma. Und die Menschen die einen bestimmten verdienst von 30.000-50.000 im Jahr haben brauchen nicht noch mehr da sie ja so Arm sind und nicht wissen was Amut wirklich heißt.

Als eine Art belohnungssystem für Menschen die weniger verdienen und die Leute die es brauchen wie Studenten und Azubis.Wer nur vom Staat leben will hat halt selberschuld wenn er sein Arsch nicht hochbekommt und sich jeden Tag bei Aldi das Bier kaufen muss.

Das ist kein Unfaires System denke ich.
 
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wenn wir über die armut in der welt und die resourcenverteilung zwischen erster und dritter welt sprechen? selbstverständlich!

wenn wir über das lohnniveau in deutschland sprechen? absolut nein!

aber dazu solltet ihr euch mal für ein thema entscheiden und nicht im ersten satz von mindestlohn in deutschland und im folgenden von der ausbeutung der dritten welt durch den kapitalismus schreiben. das sind zwei ganz unterschiedliche themen.

Diese Dinge liegen aber ganz nah bei einander. Sie sind systemimmanent.


DerOlf sagt es mal wieder richtig und ich frage mich was will unser Staat mit dem Grundeinkommen erreichen,vielleicht sollte man es so machen das Studenden und Azubis es durch Ehrenamtliche Arbeit verdienen können für die Zeit die ihre Lehre oder Studium dauert.

Wieso sollte man das tun? Ehrenamtlich heisst nicht umsonst ehrenamtlich. Entweder ist es ehrenamtlich oder Lohnarbeit.

Das ist kein Unfaires System denke ich.

Dann solltest du mal eine Weile so einen Drecksjob in prekärer Situtation machen müssen. Vllt würdest du dann deine Haltung überdenken. Das ist wie irgendwelche Reichen davon sprechen, man solle halt mal einen Job für Mindestlohn machen und sich nicht so anstellen.
 
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Lübke schrieb:
ich will gar nix verhindern, ich will nur diese ständigen sprünge zwischen armut auf der welt und der statistischen armut in deutschland mal konkretisieren, damit man sieht dass hier zwei verschiedene themen vermischt werden.
Deswegen habe ich auch unterschieden zwischen SGBII und relativer Armut.
Du möchtest jetzt als Diskussionsgrundlage eine Zahl die unterhalb des SGBII liegt (was gegen das Grundgesetz verstoßen würde), welche gar nicht erhoben wird.
Das wird langsam etwas schwer. Abgesehen davon leben wir nun mal nicht in Äthiopien. Ich kann mir hier nicht für ein paar Cent ein Brot kaufen.
Das Durchschnittseinkommen liegt dort wo? ~450$?
Knapp die Hälfte hungert. Legen wir deren Einkommen einfach mal bei 0$ an hat die nicht hungernde Hälfte ein Jahreseinkommen von ~900$ (Quasi ja schon die Wohlhabenden).
Meinst du das ist so direkt vergleichbar? Ich würde mal darauf tippen das man in Deutschland mit 900$ nicht zwangläufig auf Dauer überlebt.

Vielleicht sollte man doch etwas relativer an die Sache dran gehen?
 
Um das mal zu erklären wie ich das meine.

Im Allgemeinen wird darunter altruistisches Handeln verstanden, bei dem eine Einzelperson oder eine Gruppe freiwillig und unentgeltlich Arbeit leistet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrenamt

Wenn jetzt z.b ein Student Ehrenamtlich über 1 Jahr eine Gruppe von Kindern betreut die Leichtathletik betreiben könnte die Belohnung dann das Grundeinkommen sein für die Zeit des Studiums.

@ Godde bei dir klingt das so als müste man absolute drecks arbeit machen wie Müll aufsammeln,aber wenn eine Gruppe Studenten sagen ok wir wollen etwas für unsere Umwelt machen und treffen sich in Gruppen um die Straßen zu Säubern dann ist das doch Ok und das grundeinkommen ein Absolut gute Belohnung für sie für die Zeit des Studiums.

Man kann sehr viel Ehrenamtlich machen und es ist keine niedere Arbeit,was machen macht kann man sich ja selber aussuchen,ich kene z.b eine Studentin die eine Leichtathletik Kidnergruppe schon seit mehren Jahren Ehrenamtlich betreut.Sie fährt mit ihn zu Wettkämpfen und Trainiert mit ihnen und macht so vieles über das sich die Kinder freuen.

Da ist absolut nicht schlimmes bei mir mach mal son Drecksjob,an der Aussage sieht man mal wider wie verwöhnt unser Volk ist,so wie die Aussage von
cruse
für 1600 brutto würd ich nicht mal aufstehen,äää da bin ich mir zu schade für weil ich Luxus haben will nen fetten BMW mit Goldenen Radkappen.

Und so kleine Kinder betreuen ist ja der totale drecksjob ohh das ist unter meiner würde.

Einen Deutschen vorschlagen was Ehrenamtliches zu machen,wie komme ich auf die Idee,Schande über mein Haupt -_-"
 
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Lübke schrieb:
du willst mir sagen dass zu zeiten des adels und der leibeigenschaft das geld besser verteilt gewesen wäre als heute? ich habe da so meine zweifel...
Dass der absolute Reichtum der Oberschicht heute größer ist, ist sowieso klar.
Aber auch relativ gilt das aus meiner Sicht.
Im Mittelalter ging es den Menschen im mittleren Europa im Vergleich zu den Jahrhunderten davor und danach besser. Sie wurden weniger unterdrückt.
Man muss hier natürlich Naturkatastrophen, Seuchen usw. genauso herausnehmen.

Lübke schrieb:
aber dazu solltet ihr euch mal für ein thema entscheiden und nicht im ersten satz von mindestlohn in deutschland und im folgenden von der ausbeutung der dritten welt durch den kapitalismus schreiben. das sind zwei ganz unterschiedliche themen.
Beides ist Kapitalismus. Bloß ist die Entfernung zum Zentrum unterschiedlich. In seiner Heimat will sich der Kapitalismus vor dem Umsturz schützen, denn nur dort ist er möglich. Gleichzeitig bietet er seinen Funktionseliten im Zentrum einige Genehmlichkeiten. Anders könnte sich der Kapitalismus nicht erhalten.
Innerhalb des ökonomischen Regelwerks des Kapitalismus wird das natürlich anders erklärt. Aber der Kapitalismus könnte schlimmer sein, jedoch würde eine solche Variante nicht lange bestehen. Deshalb hat sich ein Funktionsmechanismus durchgesetzt, der genau das gerade angesprochene bewerkstelligt.

Lübke schrieb:
aber das ist doch das gleiche. was kann ein harz 4er denn erreichen? eine hand voll reis für sich und seine familie durch knochenarbeit? den hungertot um einen weiteren tag aufschieben?
oder eine wohnung nach westlichem standard mit fließendem und sogar trinkbarem wasser, sanitären einrichtungen, elektrizität, heizung, etc. pp?
Wenn dieser Lebensstandard so lebenswert ist, frage ich jetzt einfach mal frech, warum sollte irgendjemand dann darüber leben?

Wie gesagt, die generelle Systemkritik ist dadurch zum Thema geworden, weil zur Diskussion stand, ob das BGE irgendetwas verbessert. Und ich habe gesagt, nein, der Kapitalismus (die einseitige Kapitalakkumulation) wird vielleicht sogar beschleunigt.
Letztendlich geht es beim BGE ja darum, die Situation durch eine kleine Änderung zu verbessern. Bloß scheint das nicht zu funktionieren.

Lübke schrieb:
und wer glaubt weil er in deutschland als arm gilt würde profitieren, wenn wir die resourcen der welt gerecht in der welt verteilen, der ist mal total auf dem holzweg.
Es geht um mehr, als um materiellen Profit.
 
S1l3nt schrieb:
Einen Deutschen vorschlagen was Ehrenamtliches zu machen,wie komme ich auf die Idee,Schande über mein Haupt -_-"
Ehrenamt ist die Vernichtung von Arbeitsplätzen. Niemand hat Freizeit zu verschenken.

Dank Ehrenamt konkurrieren dann Gratis Mitarbeiter mit jenen, die von ihrer Arbeit leben wollen.

cruse für 1600 brutto würd ich nicht mal aufstehen,äää da bin ich mir zu schade für weil ich Luxus haben will nen fetten BMW mit Goldenen Radkappen.
Was bleibt den bei 1600 brutto? Knapp mehr als H4, dafür statt Freizeit Arbeit.

Was ist Luxus? Mit so einem Lohn wird man bis 67 aka 69 1/2 arbeiten müssen und bekommt am Ende doch nur eine Minimalrente. Mehr Geld kann man ausgeben oder man sorgt vor damit man eben nicht später mit Rollator zur Arbeit muss.

Für den fetten BMW braucht es keinen guten Lohn. Wird doch eh alles auf Kredit finanziert. Bedeutet man ist fest im Hamsterrad und darf auf keinen Fall einen Monatslohn aussetzen. Merke: Reichtum definiert sich nicht durch den Fahrzeugpreis, das ist eher zur Schaustellung des Ego oder einer Geschlechtsteilverlängerung.
 
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Also ich hab 1600 brutto und hab jeden Monat um die 300-400€ übrig die ich nicht ausgeben kann,steht auch ein paar Seiten weiter vorn.

Was will man den jeden Tag kaufen,Goldene Kornflakes essen ?

Den Arsch mit Geldscheinen abwischen und einer Zigarre dabei paffen.

1600 brutto macht 1150 netto

1150
-320 miete
-60 strom/gas
-27 fitness studio
-20 handy
-37 unfall,glas,hausrat
-150 lebensmittel
-------------
538€ sind noch da zum verprassen.

Mehr als genug für Sprit fürs auto oder sonst was,ich bin sogar noch Privat versichert was ich nicht mit aufgelistet hab.
 
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Du hast also eine 2 Zimmer Wohnung einer Platte im tiefen Osten. Für alle anderen ist Miete wesentlich teurer, ganz ohne goldene Wasserhähne.

Krankenkasse hast du nicht. Lebensmittelausgaben sind H4 Niveau von 142 Euro. Warum nochmal morgens aufstehen?
Von den genannten 300 musst du Ferien finanzieren, Sonderausgaben wie Möbel, Kühlschrank, PC, Auto. Ich sehe nicht, wie hier am Ende noch ein Euro an Altersvorsorge übrig bleibt.
 
Am Jahresende hab ich immer 3000-4000€ wovon ich 2500 auf ein zinskonto lege und ich hab die AOK und eine Private noch,aber das sind nur kleinbeträge von dennen daher hab ich sie nicht mit aufgelistet.

Warum Möbel und Pc,ich kaufe doch nicht jeden Monat was für den Pc und Möbel auch nicht.

Den Pc muss ich noch nicht aufrüsten und Möbel sind in der Wohnung genug,als ob ich jedes mal umräumen würde.

Das Gesammtvermögen bleibt geheim,das geht kein was an.
 
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@ S1l3nt,


Dein Vorschlag zwecks Ehrenamt ist eigentlich nicht zu kritisieren, solange man ihn nicht mit Lohnarbeit in Verbindung bringt. Wenn du Studenten in so eine Situation bringen willst, dann konkurriert Ehrenamt mit Lohnarbeit. Darum sollte es hier aber nicht gehen.
Ähnliches sieht man bei Eurojobs. Die ersetzen Lohnarbeit, ganz einfach und vernichten sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.
Der Staat könnte hergehen und anstatt Hart 4 mit Zubrot, einen vollen Arbeitsplatz schaffen, für die, die können und wollen.

Bemerkenswert wieviel du jeden Monat übrig hast. Bei mir gehen alleinen schon 400 Euro oder teilweise mehr für Ernährung drauf.
 
Es soll auf keinenfall Konkurenz sein von daher sollte es schon sowas sein was kein Straßenarbeiter so andere als Beruf machen.

Eine Sportgruppe betreuen währe eine sache z.b und da gibt es sicher noch mehr.

Tätigkeiten die nicht als Beruf von anderen ausgeübt werden.
 
Übrigens gibt es für Trainer mit Lizenz, egal welcher, eine Aufwandsentschädigung, vom jeweiligen Verband.

Ich kenne das selbst vom Verein her, bin nämlich ehrenamtlich engagiert. Da lösen die 400€ Trainier die Ehrenamtlichen ab, bzw. die meisten machen es nur noch für Geld, da, wenn man Geld bekommt, man anscheindend qualifizierter oder besser geeignet ist, nach außen hin zumindest. Das sagt mal gar nichts über die Fähigkeiten aus. Es geht auch darum, wie man mit Menschen umgeht, und Inhalte vermitteln kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Einige hier meinen ja, der Staat muss unbedingt bei der Arbeitsplatzversorgung regulierend eingreifen, damit auch jeder Arbeitswillige einen gut bezahlten Arbeitsplatz erhält.
Das herrschende System heißt aber Marktwirtschaft und so reguliert sich das System unter der Maßgabe Effizienz selber, wie die heutige Nachricht in der FAZ "Mehr Erwerbstätige erledigen weniger Arbeit" beweist.
Noch ist also bei der jetzt stetig sinkenden Arbeitslosenquote (seit 20-25 Jahren!) eine staatlich verordnete Arbeitsstundenreduzierung anscheinend nicht von Nöten, auch wenn es lokale Hochzonen gibt (z. Bsp. Wuppertal). Es gibt auch lokale Gegenden in Deutschland, wo
Vollbeschäftigung herrscht und man dorthin umziehen könnte, sofern die eigene berufliche Qualifikation stimmt oder man dort eine annehmen will.
 
@Godde:
Diese Dinge liegen aber ganz nah bei einander. Sie sind systemimmanent.

es ist aber eine vollkommen andere relation von z. b. harz 4 zu dritte welt als von harz 4 zu deutschen einkommen. die größenordnungen passen einfach nicht zusammen. einmal ist harz 4 unfassbar viel, einmal ist es zu wenig. wenn du das vermischen willst, kannst du jedes argument torpedieren, indem du eben den kontext zwischen global und national wechselst. das führt doch zu nix.

@Hypeo:
Im Mittelalter ging es den Menschen im mittleren Europa im Vergleich zu den Jahrhunderten davor und danach besser. Sie wurden weniger unterdrückt.
ich will das hier nicht vertiefen, da es ot wäre, aber lies dich bitte mal zum thema leibeigenschaft ein. weniger unterdrückt als heute? das glube ich nicht.

Beides ist Kapitalismus. Bloß ist die Entfernung zum Zentrum unterschiedlich.
das verschiebt aber die perspektive maßgeblich. wenn du es global betrachtest, ist das bge ein absolutes unding. drüben verhungern menschen trotz dass sie sich kaputtschuften und hier sollen menschen haufenweise geld hinterhergeschmissen bekommen ohne einen handschlag dafür zu tun`? wie ungerecht ist das denn bitte? wenn du die dritte welt in die diskussion einschließen willst, bitte. aber dann kann die antwort nur lauten, dass das bge eine himmelschreiende ungerechtigkeit wäre, die jeder mensch mit einem funken anstand bekämpfen muss. die billionen € sollten da eingesetzt werden, wo die menschen den hungertot sterben, nicht in deutschland.
ist es das worauf du hinaus willst? ich denke nicht, oder?

Wenn dieser Lebensstandard so lebenswert ist, frage ich jetzt einfach mal frech, warum sollte irgendjemand dann darüber leben?
weil mehr besser ist? bei einem auto reichen auch 200 ps mehr als locker aus und trotzdem kaufen menschen für sehr viel geld autos mit 500 ps.
ich frag mal andersrum: würdest du sagen dass es den hungernden menschen in der dritten welt genau so gut geht wie den menschen hier, deren lebensstandard du in zweifel ziehst? du siehst da keine unterschiede? ich sehe da unterschiede die noch weitaus größer sind als zwischen harz 4 und einem millionär.

was S1l3nt angeht, er lebt sehr sparsam aber durchaus ein vernünftiges leben, eben nur mit mäßigem konsum/luxus. imho kann man das nicht grad als unzumutbar bezeichnen.

zum thema ehrenamt habe ich mal in einem anderen thread meine persönliche vorstllung von einem gerechten sozialsystem (und rentensystem) gepostet. ich persönlich fände folgendes gerecht:
einen basissatz der jedem ein zumutbares minimum bereitstellt und dann mit einem punktesystem aufgestockt wird, dass vollkommen einkommensunabhängig ist. je mehr punkte man im leistungsfall hat, des so mehr sozialleistungen/rente sollte einem zustehen. punkte erwirbt man durch arbeitsjahre (unabhängig vom einkommen), ehrenamtliche tätigkeiten, freiwilliges soziales jahr, schwangerschaftszeiten, behinderungen, etc.
kurz: alles was man für die gesellschaft leistet, wird auch im sozialfall honoriert. wer aufgrund von behinderung einen höheren bedarf hat, der soll auch einen höheren anspruch haben um diesem höheren bedarf gerecht zu werden. ein solches sozialsystem würde nicht die faulheit honrieren und auch nicht die reichen bevorzugen, sondern alle gleich behandeln. halte ich für sehr viel sinnvoller als ein bge.
 
@Thomas

Die FAZ schreibt also, dass es mehr Teilzeitstellen gibt. Jo eh nichts neues und auch nicht immer positiv, je nachdem wer von der flexibleren Arbeitszeit profitiert - oftmals ist es nur das Unternehmen - bzw. ob es dadurch steuerliche Vorteile gibt und vor allem wie die Gehälter dabei im Vergleich zur "Arbeit = Produktivität" aussehen.
 
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