Beschnittene CPU's?

UntiBunti

Lieutenant
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März 2011
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Hallo liebe CB-User,
habe vor kurzem aufgeschnappt das manche Prozessoren, mit der selben Architektur, beschnitten werden um weniger Leistung zu erziehen. So soll zum Beispiel ein i7-5930K ebenfalls acht kerne haben, nur werden diese Werksseitig deaktiviert.
*Nur ein Beispiel ob das auf den Prozessor zutrifft wäre wenn reiner Zufall*
Stimmt das? Wenn ja, warum wird absichtlich ein Prozessor hergestellt, der den gleichen Arbeitsaufwand benötigt wie ein high-end Modell, allerdings dann weniger Leistung erziel...?
 
Weil evtl. 1 Kern kaputt ist, bevor man dann alles wegschmeißt, wird noch ein Kern deaktiviert und gelangt dann so in den Verkauf mit -2 Kernen.
 
na weil es kostengünstiger in der Produktion ist eine Charge zu fertigen anstatt dutzende Charge.

Ausserdem ist es eher so das die Highend produziert wird und wenn beim Test Fehler auftretten schaut man ob die als kastrierte Version trotzdem laufen ... so hast du weniger Ausschuss!
 
Das nennt sich Produktdifferenzierung. Willkommen in der Marktwirtschaft.
 
Man will eben verschiedene Preissegmente bedienen. Zum einen kann man somit auch defekte Prozessoren noch erfolgreich vermarkten wenn z.B. nur 1 oder 2 Kerne defekt , zum Anderen ist es sicherlich billiger nur eine Variante zu fertigen und daraus dann die verschiedenen Prozessortypen zu produzieren.
 
Ist doch nichts Neues am Markt.

Im Test durchgefallen, durch den User werden der oder die "fehlerhaften" Kerne freigeschaltet und die Freude ist groß.

MfG
 
Im Grunde wird das schon seit Jahren so praktiziert.

Das der 5930K in wirklichkeit ein kastrierter 8-Kerner ist glaube ich zwar nicht so ganz. Jedenfalls kann ich dahingehend online nicht viel finden.

Aber in Vergangheit wurde das ja schon öfter so praktiziert, siehe hier.

Vor vielen Jahren bin ich z.B. von einem Athlon XP2000+ (real 1660Mhz) sogar auf einen XP1700+ (real 1460Mhz) gewechselt (eigentlich Schwachsinn).
Hintergrund war einfach der das der neue 1700+ nach neueren Fertigungsstandarts (Thoroughbred B) gefertigt wurde und damit spielend auf realen 2,2-2,3 Ghz zu takten war was damals ca. einem XP3200+ entsprach.
Den alten 2000+ bekam ich nur schwer auf etwas über 1700Mhz.

Im Grunde wurden diese Kerne auch nur mit weniger Takt verkauft um auch den Einsteigerbereich abzudecken.
Bei Grafikkarten läuft das im Grunde nicht viel anders. z.B. bei der alten Geforce 6800
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Hersteller nehmen je nach Einsatzzweck mal teildeaktivierte CPUs oder setzen eigene Masken für einen Prozessor auf. Ein Pentium ist kein teildeaktivierter i5, aber ein Celeron ein Pentium mit kleinerem L3-Cache durch Abschaltung des Caches. Ein i5 hat aber ebenso wie ein i7 keine 8 Kerne. sondern beim i5 ist HyperThreading deaktiviert. Der i7 mit 6/8/10-Kernen ist wieder ein anderes Die und kommt eigentlich aus dem Serverbereich.
 
AMD Phenom™ II X3 war auch ein gutes Beispiel. SB 750 vorausgesetzt...

Meine alte GF 6800 konnte ich auch auf ne Ultra setzen per Rivatuner. Ach ist das lange her ;-)))

MfG
 
Das ist bei CPUs sogar noch älter. Die meisten 80486 SX waren ursprünglich 80486 DX Cpus, bei denen es zu Fertigunsgfehlern kam und deshalb die FPU nicht korrekt funktionierte. Deshalb wurde bei denen die FPU ganz deaktiviert. Zwischendrin wurden sogar fehlerlose Cpus kastriert, weil der Markt nach mehr SX Prozessoren verlangte.
 
Zuletzt bearbeitet: (Korrektur!)
StuffedLion schrieb:
Das nennt sich Produktdifferenzierung. Willkommen in der Marktwirtschaft.

Nö. Das nennt sich Gewinnmaximierung und Optimierung der Ausbeute.
Anstatt viele Fertigungslinien zu betreiben (teuer), macht man nur eine
(billig) und verändert das Produkt dann bei einem Teil der Ware im Anschluss
(hier durch Lasercut oder Software) die Beschaffenheit um damit mehr vom
Markt zu erreichen: Menge a) Leute die sich einen 700€ Prozessor kaufen
können und Menge b) Leute die nur 500€ ausgeben können usw. So kann ich
das gleiche Produkt dem gesamten Markt anbieten und muss nicht für jede
Käuferschicht ein eigenes Design / Fertigungslinie finanzieren. Das ist wie
bei den Autoherstellern auch, die z.B. nen 3er BMW in 3 PS Varianten anbieten,
da werden auch nicht 3 Motoren entwickelt sondern da werden per Software
bestimmte Einheiten einfach abgeschaltet oder eingeschränkt.

Und warum auch nicht? Wäre halt schön, wenn man später gegen Aufpreis
das noch zukaufen könnte, aber diese Welt ist einfach nicht perfekt :D
 
Also prinzipiell ist das fast bei jeder CPU so. Bei den GPUs ist das noch viel verbreiteter, da werden einfach vom Top Modell Shader deaktiviert und die Taktrate angepasst und fertig ist das billigere Modell.

Oft werden bei 8Kernern einfach 2 Kerne deaktivert. Das war bei den AMDs mit vier 3 Modulen auch so. Deshalb wollte ich die nie, das zum einen einfach Kerne oder Module deaktiviert und zum anderen aber auch Ausschuss-CPUs mit einem defekten Kerne so einfach umgewidmet werden. Unterm Strich eigentlich egal, aber irgendwie mag ich das nicht.

Und der größte Quatsch sind ja die unterschiedlichen Taktraten. Das ist das gleiche. Das sind alles die selben CPUs, nur mit anderem Takt. Maximal bei den Top Modellen wie z. B. den Devils Canyons oder den Centurion FX werden nach dem Qualitätscheck die Besten CPUs hierfür genommen.
 
Man bekommt das was man bezahlt. Zahlst du viel bekommst du eine nicht kastrierte CPU mit mehr Leistung, zahlst du wenig wird die Leistung beschnitten. Das dumme ist nur das du dich für die unbeschnittenen CPUs z.T dumm und dämlich zahlen musst. Der Aufpreis steht meistens in keinem verhältnis zur Mehrleistung.
 
Ich verstehe das Missfallen hier nicht so ganz.

Die Hersteller versuchen halt so günstig wie möglich zu produzieren. Das tun sie natürlich um möglichst hohe Gewinne zu erzielen, gleichzeitig führt dies aber auch zu niedrigeren Preisen für die Kunden.

Außerdem ist es doch egal, wie produziert wird, solange die Produkte den angegebenen Spezifikationen entsprechen.

Dass Produkte jenseits der gehobenen Mittelklasse ein immer schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis haben ist fast überall so und niemand wird gezwungen solche Sachen zu kaufen.
Andersrum gibt es sogar Dinge die gekauft werden, weil sie teuer sind um als Statussymbol zu dienen.

Das ist in der Tat Markwirtschaft, ohne die unsere schöne, bunte PC-WWW-Spiele-Welt nicht existieren würde.:cool_alt:
 
Luxuspur schrieb:
na weil es kostengünstiger in der Produktion ist eine Charge zu fertigen anstatt dutzende Charge.

genau so. Kann sein.
Ergänzung ()

areiland schrieb:
Das ist bei CPUs sogar noch älter. Die meisten 80486 SX waren ursprünglich 80486 DX Cpus, bei denen es zu Fertigunsgfehlern kam und deshalb die FPU nicht korrekt funktionierte. Deshalb wurde bei denen die FPU ganz deaktiviert. Zwischendrin wurden sogar fehlerlose Cpus kastriert, weil der Markt nach mehr SX Prozessoren verlangte.

Danke, das wusste Ich nicht.
 
UntiBunti schrieb:
Stimmt das? Wenn ja, warum wird absichtlich ein Prozessor hergestellt, der den gleichen Arbeitsaufwand benötigt wie ein high-end Modell, allerdings dann weniger Leistung erziel...?


Zu später Stunde will ich hier auch noch mal meinen Senf drauflegen:

Ich höre da bei dem TE eine leichte Verwirrung heraus, warum ein Prozessorhersteller die Leistung seiner CPUs einschränkt und das allerdings nicht aus technischen Gründen (defekte Teilcores bei der CPU/weniger Aufwand bei Produktion/ggfs. geringe Temperaturlimits während des Betriebs der CPU), sondern kurioserweise aus Vorsatz seine eigenen Produkte "sabotiert". Dies passiert nämlich leider die ganze Zeit.

BSP. Bei den Core i3 den Turbo nicht freizusetzen ist (vor allem) eine produktpolitische Entscheidung und keine technische. Oder die Limitierung der Pentiums und Celerons auf einen bestimmten Takt und ein reduziertes Featureset fällt unter genau die gleichen Aspekte.

Letztlich ist es tatsächlich ein Marketing und Absatzinstrument, bestimmten Preisregionen des Marktes ein bestimmtes Produktsortiment gegenüberzustellen und zwar so, dass die unterschiedlichen Zahlungsbereitschaften der Käufer bestmöglich abgeschöpft werden. Intel passt die Preise und Performance ihre CPUs ganz ganz genau nach dem Marktumfeld an. Da sitzen die besten Leute im Absatz und Marketing, die sich den ganzen Tag lang um nichts anderes kümmern.

Das ist auf der einen Seite auch ganz verständlich, denn wer will nicht für seine Produkte das meiste Geld am Markt erzielen. Außerdem ist keiner gezwungen sich einen Prozessor zu kaufen... Auf der anderen Seite muss man natürlich die Frage stellen, ob es nicht einen moralisch faden Beigeschmack gibt, bei dieser (fast überall verbreiteten) Art des Wirtschaftens. Als ich in der Marketingvorlesung genau diesen Aspekt der Preisgestaltung gehört habe, hat mein Kommilitone neben mir gesagt:"Das ist ja genau so, als wenn ich zwei BMWs produziere und bei einem davon die Scheibe einschlage, damit ich den Heilen für mehr Geld verkaufen kann." Der Prof musste etwas schmunzeln, musste ihm aber zustimmen ;-). Es bleibt eben der Konflikt zwischen dem Gewinnstreben des einzelnen am Markt (Intel) und einem volkswirtschaftlichen Interesse, welches dann am besten bedient ist, wenn natürlich alle Prozessoren nicht limitiert sind, sondern voll funktionsfähig. In solchen Fällen deckt sich das Allgemeinwohl eben nicht gänzlich mit den Interessen der einzelnen Wirtschaftsteilnehmer. Es gibt solche Beispiele übrigens zuhauf, gerade in der Lebensmittelindustrie. Da kommen viele Produkte vom gleichen Hersteller und da gibt es billige und teure und die billigen dürfen nicht so gut sein, dass die Leute die bereit sind mehr Kohle zu bezahlen zu dem teureren Produkt greifen...
 
Ein Maskensatz für ein Produkt kostet viele Millionen Dollar, so das eben teildefekte Die's auch verwendet werden und nicht in die Tonne wandern. Das ist wirtschaftlicher, als viele verschiedene Produkte zu fertigen. Problematisch ist es zum Beispiel bei den Konsolen SoC's, da gibt es keine Resteverwertung, so das da ganz besonders auf den Produkt-Yield geachtet werden muss.
 
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