Servus.
Peter_Shaw schrieb:
Bei den Sprühdosen hast du das Problem, dass ein Teil des Lacks schon getrocknet ist, bevor er auf die Oberfläche trifft.
Dies stimmt so pauschal nicht. Ich hatte schon mehrmals kleinere und mittlelgroße Autoteile selber mit Spraydose lackiert, sogar Felgen und erhielt dort eine einwandfreie Oberfläche, die man mit Spritzpistole nurnoch minimal besser, teils garnicht hinbekommen hätte. Lackieren mit Dose bedarf Übung, wie auch bei der Pistole, der eine kommt damit klar, der andere nicht und man darf keine Billiglack in Ramschdosen kaufen. A und O ist ansonsten die Vorarbeit, die am meisten Zeit bedarf.
Ein Nachteil an Dose ist, daß die Lackschicht selber sehr dünn wird, außer man trägt mehrere Schichten auf.
@TS: Ich würde dir zu einem Autolack raten. Diese bieten einen guten Schutz gegen Ausbleichen bzw. Korrosion durch Schadstoffe aus der Luft, aber, was wichtiger ist, sie sind sehr stoßfest.
Pulverbeschichten wäre natürlich noch besser, da die Farbschicht wesentlich widerstandsfähiger ist, als Autolack oder gar normalen Lack.
Bei Hocglanz ist es sehr wichtig, in der Vorarbeit eine wirklich glatte Oberfläche zu erarbeiten - manche Gehäusewände sind ja eher rau oder haben sonst irgendwelche Strukturen in der Oberfläche.
Den Lack komplett entfernen würde ich persönlich nicht, auch wenn das Risiko besteht, daß der Lack auf dem Gehäuse sich nicht mit dem aufzutragendem Lack verträgt, dazu aber gleich mehr.
Ich würde wie folgt vorgehen:
Die zu lackierenden Teile mit 600er Nassschleifpapier nass anschleifen.
Dann eine Schicht sog. Spritzspachtel auftragen, kurz antrocknen lassen und nochmal eine Schicht auftragen und kplt. trocknen lassen.
Anschließend mit 800er Nassschleifpapier
überall nass anschleifen, bis du eine schöne glatte Oberfläche erhältst (wenn du ein gutes Gefühl in den Fingerspitzen hast, spürst du es, wenn du drüber fährst).
Durch die Spritzspachtel bekommst du eine sehr glatte Oberfläche und zu gleich eine gute grundlage für den Lack, da Spritzspachten sehr gut hält, teils sogar auf lackieren nicht angeschliffenen Oberflächen - daher auch aufpassen, beim Auftragen, das Zeug ist ziemlich hartnäckig.
Ist deine Oberfläche eher rauh, kann es erforderlich sein, den Arbeitsgang zu wiederholen.
Vermeide es auch, die Spritzspachtel soweit abzuschleifen, daß der alte Lack hervor kommt, da du sonst ein größeres Risiko hast, daß der weiße Lack sich hebt o.ä., wenn sich beide Lacke, (alt und neu) nicht vertragen.
Anschließend kann man sich überlegen, noch eine Schicht Grundierung aufzutragen.
Wenn du richtiges Hochglanz willst, kommst du nicht drumherum, auf den weißen Lack (gibt es als 1K-Lack) eine gute Schicht Klarlack aufzutragen.
Wenn es dir reicht, daß der Lack schön glänzend ist, reicht es auch, zwei bis drei Schichten 1K-Lack aufzutragen und wenn dieser gut durch getrocknet ist (ca. 5-7tage) noch ordentlich zu polieren.
Wenn es Hochglanz sein soll, muss eben noch Klarlack drauf, je dicker die Schicht, desto stärker wird der Tiefenglanz, wobei ich diesen dann Nass in Nass lackieren würde, was mehr Übung und Erfahrung erforderlich macht. Nass in Nass heist, daß du den Klarlack auf den nur kurz angezogenen Grundlack aufträgst, erhältst aber so die besten Ergebnisse, wobei es jedoch eben schwieriger wird. Lässt du den Grundlack zu lange antrocken,bekommt dieser womöglich einen matten Schleier, trägst du den Klarlack zu früh auf, läuft dir der ganze Mist davon.
Dringlichst anzuraten ist so oder so, mehrmals vorher an anderen Teilen zu üben.
Die Teile bei warmer Umgebung mindestens 24Std trocknen lassen, je nach Zahl der Lackschichten und Temperaturen sogar länger, bevor du wieder zusammen baust - beachte aber, daß der Lack in dem Zustand bei weitem noch nicht durch getrocknet ist und seine "härte" erhalten hat, was erst nach ca. 4-7tagen der Fall ist, je nach Lackdicke und Temperaturen und erst dann kannst du den Lack gänzlich mechanisch Belasten, d.h. polieren u.ä.
Nochwas zur Farbwahl an sich. Weiß ist, was Lackierfehler und nicht ganz perfekte Oberflächen betrifft gutmütig, jedoch ist es zum lackieren an sich recht schwer, da man nicht richtig sieht, wann der Lack kurz vorm "Laufen" ist (bei zu wenig wird die Oberfläche schlecht/matt bzw. rau, bei zu viel läuft dir der Lack runter und bildet sog. Lacknasen).
Wenn du Teile lackierst, lass die anderen bereits lackierten Teile nicht daneben liegen, da du sonst auf diesen einen Lackierneben/-staub drauf bekommst, der, je nach "feuchte" des Lacks kaum runter bekommst.
Grüßle ~Shar~
EDIT: Was noch wichtig ist, daß du vor dem lackieren die Oberfläche von Fetten/Silikonen befreist. Kannst du z.B. mit einem Silikonentferner machen. Anschließend die Oberfläche staubfrei machen und dann erst lackieren.Entsprechend ist es auch wichtig, dies in einem möglichst Staubfreien Raum zu machen.