Der "Oculus Go" Appreciation Club

Mracpad

Commodore
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#1
Ein Thread zum Erfahrungsaustausch bezüglich des Stand-Alone VR-HMD "Oculus Go".

Aus mannigfaltigen Gründen bin ich mit dem VR-Ökosystem von Oculus nie richtig warm geworden, entsprechend bin ich in Sachen "Facebook-VR" doch eher einer von der kritischen Sorte. Gerade deshalb muss ich jetzt mal ne Lanze für das imho sehr beeindruckende neue Produkt brechen..

Nach einem recht langen Testabend bin ich nicht nur positiv überrascht von der Go sondern tatsächlich, besonders in Sachen Preis / Leistung, vollumfänglich zufrieden. Luft nach oben ist natürlich immer, aber wenn man nicht gerade die Eierlegende Wollmilchsau zum Preis eines Huhns erwartet ist das Teil ein absolut rundes Produkt!

Dass die Ersteinrichtung ein Smartphone vorraussetzt ist zwar irgendwie merkwürdig aber noch zu verkraften, ist ja zum Glück bloß eine einmalige Sache.

Das Design ist schlicht und unauffällig, wie man es von einem Oculus Produkt erwartet hätte. Rein optisch hatte mir auch die Rift schon sehr gut gefallen. Die Farbe erinnert etwas an ein Nintendo Produkt was besonders dem kleinen 3DOF Controller ein klein wenig "Spielzeughauch" andeiht. Ein dunklerer Grauton hätte dem Gesamteindruck eventuell etwas mehr "Wertigkeit" verliehen, aber dies ist mit Sicherheit Geschmackssache.

Die Ausstattung ist spartanisch und bedarf mit Ladekabel, Putztuch und Controller eigentlich keiner großen Erklärung. Wer Ladegerät und Kopfhörer vermisst kann sich damit trösten dass beide Zubehörteile ansatzweise unnötig sind und dass fehlen den Produktpreis senkt. Zum laden kann quasi jedes beliebige Handyladegerät verwendet werden, die meisten Leute werden wohl genug von den Dingern rumfliegen haben.
Auf Kopfhörer kann, in meinem Fall zumindest, auch verzichtet werden. Die integrierten Speaker erledigen den Job zweckmäßig. Wer bombastischen Sound braucht, wäre auch mit billigen In-Ears/Kopfhörern unzufrieden gewesen und in öffentlichen Situationen (Bus, Bahn und Co.) würde ich persönlich generell auf völlige Abschirmung verzichten wollen. (Hören oder sehen, einen der beiden primären Sinne würde ich mir für die Umgebung frei halten..)

Die Bedienung mit 3DOF HMD und Controller ist.. okay. Irgendwann wird wohl 6DOF auch für mobile Stand-Alone Geräte zum Standard werden aber darauf will ich nicht weiter rumreiten, soll schließlich ein günstiges Einstiegsprodukt sein. Trotzdem hat man hier eventuell etwas liegen lassen. Ich weiß nicht wie teuer der Controller war aber mit einem zweiten davon, und/oder Funktionen ähnlich eines Nintendo Joy-Con liegt noch Potential brach.

Die Display und Linsenkombination ist echt gut. Der Tausch von God-Rays gegen Chromatic Aberations war ne gute Idee. Zwar stören die bunten Balken die Optik in Menüs und Co, aber wenn die Action einmal losgeht, egal ob Spiel oder Video, fällt es kaum noch auf. Im Gegenzug haben Sie die Fresnel Problematik fast eleminiert, echt beeindruckend.
Auch Farben(inkl. schwarzwert), Kontrast und SDE sind stimmig und zeigen wohin die Reise geht. Wenn die kommende Pimax so aussieht hat sich das Kickstarterbacking gelohnt...

Ob die Frequenz ein Problem darstellt weiss ich noch nicht, bei den ersten Netflix Tests gestern mit der Punisher Serie und Ultraviolet hatte ich das Gefühl ein ständiges Flackern oder Ruckeln (Irgendwie unruhiges Bild halt...) zu bemerken. Danach bei Family Guy und diversen Youtube 3D Demos war es entweder weg oder ich habe nicht mehr drauf geachtet. Zweiteres wäre auch okay, schließlich würde es bedeuten dass ich mich dran gewöhnen könnte. ;)

In den zwei/drei Spielen/experiences die ich danach noch ausprobiert habe ist mir auch nichts negatives mehr aufgefallen, abgesehen davon dass die Renderauflösung logischerweise verdammt niedrig ausfällt. Woher soll die Rechenleistung auch kommen.. Aber das zeigt auch nur dass man aus dem Display noch mehr rausholen kann wenn die Leistung stimmt.

Den Wermutstropfen bezüglich der Akkulaufzeit konnte ich zum Glück mit den TPCast Powerbanks bekämpfen, ansonsten wäre die Testphase gefühlt nämlich echt verdammt kurz ausgefallen. Klar sollte das Ding nicht zu schwer werden, aber für ein Gerät das förmlich "Nimm mich mit!" schreit, wären da doch bestimmt irgendwie noch ein paar Minuten mehr drin gewesen.

Insgesamt eine gelungene Vorstellung und ein tolles Einsteiger- oder Zweitgerät, oder wie seht ihr das?
 

Mracpad

Commodore
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#2
"Langzeit"-Testergänzungen:

Das Headstrap ist für längere Sessions nicht so toll, ich weiß jetzt was mit "Oculusface" gemeint ist. Selbst wenn ich die Riemen so weit lockere dass es bei Bewegungen hin und herwackelt bleibt ein "Druckgefühl" bestehen.

Und was Filme anschauen angeht, auch mit den neuen Linsen ist der Sweetspot dafür auf Dauer noch nicht groß genug. Bei 360° Content fällt das weniger auf weil man sowieso ständig den Drang verspürt sich umzusehen.
Bei Filmen auf der virtuellen Leinwand dagegen fällt mir der verschwommene Bildrand immer mal wieder unangenehm auf.

Lustigerweise stört mich die Displayauflösung und das SDE auch weiterhin quasi garnicht. Für mich ist da ein Punkt erreicht bei dem ich sage: Ist nicht perfekt aber reicht erstmal, jetzt die anderen Probleme!

Es bleibt ein Preis/Leistungstechnisch gelungenes Produkt, aber ich werde die Augen offen halten. Eventuell kommt ja von der Konkurrenz noch was besseres. :D
 

Blaexe

Rear Admiral
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#3
Bzgl. Komfort: du kannst das Headset "schwenken", für mich wird es angenehmer wenn ich mehr Druck auf der Stirn aufbaue und es um die Wangen und die Nase etwas "luftiger" wird.
 

Mracpad

Commodore
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#4
Tatsächlich bin ich letztendlich auch bei dieser Variante gelandet, wirklich zufriedenstellend ist das ganze aber noch nicht. Eventuell kann ich ja irgendwie den alten Vive-Headstrap verbasteln. :D
 

Blaexe

Rear Admiral
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#5
Auf Reddit gibt es schon solche "Frankenstein" Versuche :p Aber letztendlich hat der Strap auch Vorteile: Man kann sich wunderbar hinlegen und unterwegs spart es Platz und kann weniger kaputt gehen.
 
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#6
Hallo und danke für deinen Bericht.
Du hast sie ja jetzt nun länger. Kannst du sie immer noch empfehlen?
Spiele schon die ganze Zeit mit dem Gedanken mir auch eine zu holen.
Ab dem 26. soll sie ja bei Amazon und Co. Verfügbar sein.

MfG
 

Mracpad

Commodore
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#7
Angeblich kann man ja mittlerweile sogar VorpX Spiele auf die Go streamen. Wenn ich an soetwas interesse hätte würde ich das Gerät wohl öfter verwenden. Hab ich aber nicht und ausserdem besitze ich ja auch noch eine Vive. Die ist weiterhin öfter in Betrieb als die Go. Für Experiences (also nicht Games) die es auch auf der Go gibt, brauche ich aber guten Gewissens nicht mehr die Vive hochfahren. (360°) Filme gibt es quasi nur noch auf der Go. Zwischendurch gibt es mal die ein oder andere Serienfolge oder gar einen Film, bei dem ich mir "Kinofeeling" wünsche. Da ich keinen Beamer und Leinwand besitze, kommt da dann die Go ins Spiel. Vorher musste ich es mir dafür dann vor dem PC mit der Vive gemütlich machen, was deutlich umständlicher ist.

Das ein oder andere Spielchen für zwischendurch geht auch immer gut. Ausserdem gibt es quasi kaum eine bessere Möglichkeit für mobile VR. Laptop + WMR habe ich inzwischen wieder aufgegeben da mich die WMR-Controller genervt haben, und ohne Motion Control kann ich auch gleich bei der Go bleiben.

Die Go ist für mich ein Top Gerät für den VR-Einsteiger ohne PC und ein nützliches mobiles Zweit-HMD für 360° und Co.
 

Guggenheim

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#9
Hallo :)

Ich hatte meine gestern halbwegs spontan bei Amazon bestellt, nachdem ich mich schon lange drauf gefreut hatte, aber nicht bei Oculus selber bestellen wollte.

Kurz nach der Bestellung hatte ich schon gelesen, dass kein Google Streetview mehr geht, weil die App "VISO Places" entfernt wurde: https://www.oculus.com/experiences/gear-vr/943598329068595/
Dies war für mich der Haubtgrund für den Kauf und ich hatte es eigentlich als gegeben angesehen dass ich Google Streetview oder sogar Earth mit der Oculus Go verwenden kann.

Meine bisherigigen VR-Erfahrungen beliefen sich auf ein hochwertiges VR Smartphone-Gehäuse mit iPhone 8. Dies fand ich zufriedenstellend, um mir einige Architekturapps und Häuser in VR anzuschauen. Selbst Erwachsenen-Filme liefen (hochwertig in 4-5k auf einer Bezahlseite) erstaunlich gut.

Die Go hat mich nun ziemlich enttäuscht. Das Blickfeld ist zwar genial und notfalls kann ich sie auch mit Brille nutzen, aber dass es keine Dioptrienanpassung gibt finde ich bescheuert. Auch sind Texte und Inhalte nur in der Mitte scharf, sobald es nur leichter nach außen geht, werden Texte sehr unscharf.

Des Weiteren sind die chromatischen Aberrationen extrem unangenehm und mir zu sehr ausgeprägt.

Das "Wohnzimmer" in der neuen Oculus TV-App ist total beeindruckend, doch leider sind mir die Inhalte auf der Leinwand doch zu pixelig. Netflix geht leider nur in diesem komischen Altbacken-Wohnzimmer und nach 10 Minuten strengt es meine Augen bereits sehr unangenehm an.

Am meisten beeindruckt hat mich unter den Apps die folgende Architektur-App:
https://www.oculus.com/experiences/go/1324679164310094/

Ebenfalls negativ: Datenschutz.
Das hat mir etwas Bauchschmerzen bereitet. Für den Account hatte ich mir erst einmal eine neue Trash-Mailadresse erstellen müssen und einen Fakenamen ausgedacht. Innerhalb der iOS-App - einer App die immerhin von Facebook kommt und alles loggt und trackt - mein Wifi-Kennwort einzugeben, hat bei mir starkes Unwohlsein ausgelöst.

Da ich zu allem Übel nach einer Stunde auch noch ganz schöne Augenschmerzen hatte und mein Kopf sich auch nicht gut anfühlte, habe ich beschlossen die Oculu Go am Montag zu Amazon zurückzusenden und das mit dem VR-Erlebnis für die nächsten 2-4 Jahre erst einmal auf Eis zu legen, bis wirklich extrem hochauflösende Lösungen kommen, wo man keine Pixel und kein "Fliegengitter" mehr sieht.

Positiv möchte ich auch noch den Controller anmerken. Finde die Steuerung extrem präziese und angenehm.

PS: Für Streetview hätte ich sie vermutlich behalten. Denn die 3D-Ansicht vom Monument Valley und dem Horseshoe Bend direkt am Anfang, waren das was mich am extremsten beeindruckt haben. Total der Wahnsinn und ich hatte fast Pipi in den Augen, da ich das Gefühl hatte wieder dort zu sein - da kamen bei mir richtige Emotionen hoch :o :)
 
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#10
Das Thema hier ist leider etwas eingeschlafen, aber ich habe mir ebenfalls direkt nach Start die Oculus Go gekauft und nutze Sie in der Woche bestimmt so 5-10 Stunden. Ich schaue nicht nur Netflix und stöber durch die vielen kostenlosen Videos, sondern bin immer auf der Suche nach neuen Apps. Ich habe mich vor allem in die App "Art Plunge" verguckt. denn hier tauchen wir in berühmte Gemälde hinein und dann der VR-Technik stehen wir plötzlich im Bild und können uns darin frei umschauen.

Ansonsten habe ich das kostenlose Tomb Raider bereits durchgespielt und das ähnelt beinahe echtem Sport, doch ich habe mir nun für Zuhause einen drehbaren bequemen Stuhl gekauft, mit dessen Hilfe ich die volle Freiheit habe und alle Inhalte gemütlich schauen kann.

Zum Glück habe ich eure Probleme mit den Augen nicht, aber auch Freunde von mir haben das, aber ich als Nicht-Brillenträger habe überhaupt keine Probleme und wenn der Akku länger halten würde, dann könnte ich mir vorstellen, dass ich mich in der VR auch mal zeitlich etwas verlieren könnte.

Freue mich auf weitere App-Empfehlungen, denn die Auswahl ist bereits jetzt wirklich sehr groß.
 

Mracpad

Commodore
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#11
Was den Akku angeht; Da man ja eh nur einen Controller hat, kann man in der anderen Hand wunderbar ne Powerbank unterbringen. x] Ist sicher nicht optimal, sorgt aber für quasi unendliche Laufzeit. :D
 
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