Der Artikel weckt eine alte Erinnerung von vor ca. 18 Jahren und da es das erste und einzige Mal war, dass ich so etwas erlebt habe, hier als Kurzgeschichte verpackt:
Es ist 2008. Ich kehre soeben aus einem einwöchigen Urlaub heim, deponiere die Tasche in meinem Zimmer und mache als Erstes das, was vermutlich für die meisten Menschen Routine ist: Ich fahre meinen PC hoch. Reflex, Ritual, Ankommen.
Doch kaum betätige ich den Einschaltknopf, mengt sich in das gewohnte Anlaufen ein Klang, der dort definitiv fehl am Platz ist. Ein konstantes, kräftiges Rauschen. Wasser, das aus einer Leitung fließt. Eine Strömung, irgendwo zwischen Hauptplatine und Gehäuse-Rückwand.
Mein erster Gedanke: „Woher stammt dieses Geräusch? Das hört sich an, als würde im Rechner Wasser aus einer Leitung strömen."
Ich neige mich vor, schmiege das Ohr beinahe ans Gehäuse – und in der Tat, da drinnen scheint tatsächlich jemand einen Hahn aufgedreht zu haben. Nur wenige Sekunden versuche ich, das Phänomen in meinem Kopf zu sortieren. Lüfter? Nein, viel zu feucht, zu plätschernd. Festplatte? Nein, weitaus zu gleichmäßig, zu sanft. Es tönt nach fließendem Wasser.
Wie sich später zeigen sollte, war es selbstverständlich kein Wasser. Es war das Netzteil, das in seinen finalen Augenblicken entschieden hatte, seinen Abschied nicht etwa mit einem theatralischen Knall zu inszenieren, sondern in der Gestalt einer undichten Wasserleitung. Eine durchaus einfallsreiche Schlussvorstellung.
Es klang lustig – für rund zwanzig Sekunden. Daraufhin verstummte der Rechner. Und blieb stumm.