Festplatten und Workload

wern001

Admiral
Registriert
Mai 2017
Beiträge
9.057
Wie empfindlich sind eigentlich Festplatten wenn man den Workload überschreitet?
Da der Workload deutlich niedriger ist als bei SSDs finde ich das schon etwas merkwürdig und beunruhigend.
So wie ich bis jetzt gesehen habe ist es ca folgend.

Desktop: ca 50 TB/Jahr
NAS: ca 180-200 TB/Jahr
Enterprise-Server ca 500-550 TB/Jahr
 
Bei Überschreitung ist die Chance eines Ausfalls höher, als die angegebene Zeit für "Meantime between Failures"
 
Das frage ich mich auch öfters. Gerade bei RAID Scrubbing (Integrität und Konsistenz der Laufwerksdaten testen), was manche 1x die Woche empfehlen, ist der Workload ja "sofort" überschritten.
 
Es ist halt auch dafür da, dasss Leute, die Scrubbing nutzen, immer die Mehrkosten für die Enterprise-Platten in die Hand nehmen. Ich weiß nicht, was die technische Begründung hinter der Schreibleistungseinschränkung ist. Vielleicht halten Arme nur x mal hin-und-her-bewegen aus und wenn die Platte nach Garantie dann y Jahre halten soll, kommt der Hersteller auf die Idee zu sagen, das gehe mit maximal z TB im Jahr.

Bei meinen Schrank-Backup-Platten kümmere ich mich gar nicht um diese Angabe und sorge lediglich dafür, dass die im Betrieb nicht zu heiß werden und dass sie immer schön weich entkoppelt sind. Auch Schrank-Backups brauchen ja jährlich oder so ein Neuschreiben aller Bits, damit einem nicht irgendwann Bits verrotten.

Ich habe aber auch gherade ins DataSheet der aktuellen WD Blue Desktop HDD (PDF) geblickt und eine Angabe zur jährlichen Schreibrate gibts dort gar nicht mehr. Das wirkt auf mich irgendwie so, dass die Angabe jahrelang nur gemacht wurde, weil das Marketing das so wollte.

P.S.
Die Angabe, wie viele HDDs eines Typs in ein gemeinsames Gehäuse ohne Entkopplung dürfen, ist wichtig, weil sich die HDDs gegenseitig schlagen, wenn sie nicht oder wenig entkoppelt sind. Diese Erschütterungen halten UltraStars besser aus als RedPro und letztere haltens besser aus als Black/Blue.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dass der angegebene akzeptable workload ein eher willkürlicher richtwert ist sieht man ganz gut daran dass z.b. bei den seagate ironwolf alle Modelle die gleiche einstufung haben. 4 TB bis 20 TB alle 300 TB/jahr. Dass die Last für ein 4 TB Modell deutlich anders ist als für das 20 TB Modell sollte deutlich sein ^^

Soweit ich mich erinnere kam das auch erst auf als das bei SSDs thema war. Oder gab es das schon vorher?
Ich weiß nicht einmal ob die Werte wenigstens für ein Modell aus einer Serie irgendeine handfeste Grundlage haben, oder komplett zwecks Produktabgrenzung aus den Fingern gesogen sind.

Ggf. hat sich da nur jemand hingesetzt und grob Werte pro Kategorie festgelegt, weil ein typischer Heimuser statistisch eben nicht mehr als 50 TB im Jahr umsetzt. Darüber geht man eben von nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch aus und ist aus dem Garantieanspruch raus. Genauso wenn der User den PC mehr als 8 Stunden am Stück hat laufen lassen ^^

Spätestens seit die großen HDD Hersteller auch SSDs verkaufen ergibt auch die obergrenze für Enterprise Platten Sinn. Wer rechnerisch drüberliegt soll eben SSDs kaufen.

Andere Möglichkeit ist dass Leistungsklassen die Basis bilden. 50 TB/y kann SMR sein, 200 TB/y im NAS konnte mal SMR sein, da man von größeren Zugriffen ausgehen kann, darüber kein SMR und/oder andere Firmware und Mechanik.
 
Zurück
Oben