Enshittification beschreibt den Prozess, bei dem Online-Plattformen und digitale Dienste durch die Maximierung von Gewinnen für Betreiber und Aktionäre systematisch an Qualität verlieren und für Nutzer schlechter werden, nachdem sie diese erst durch anfängliche Nutzerfreundlichkeit an sich gebunden haben. Der Begriff, geprägt von Cory Doctorow, beschreibt einen dreistufigen Zyklus: Erst lockt man Nutzer an, dann beutet man diese zugunsten von Werbekunden aus, und schließlich beutet man auch die Geschäftskunden aus, bis die Plattform für alle wertlos wird.
Der Zyklus der Enshittification
Phase 1: Anlocken der Nutzer
Plattformen bieten anfänglich einen großen Mehrwert für die Endnutzer, um diese zu gewinnen und an sich zu binden (z. B. durch gute Suchergebnisse bei Google oder Vernetzung bei Facebook).
Phase 2: Ausnutzen der Nutzer für Geschäftskunden
Sobald Nutzer gebunden sind, werden sie zur Monetarisierung genutzt, oft durch mehr Werbung und weniger relevante Inhalte (z. B. mehr Ads auf Google, überflutete Feeds auf Facebook).
Phase 3: Ausnutzen der Geschäftskunden und Ende
Wenn auch Geschäftskunden abhängig sind, werden auch diese ausgebeutet, um Gewinne für die Plattformbetreiber und Aktionäre zu maximieren. Das Ergebnis ist ein wertloses Produkt, das nur noch den Betreibern dient.
Beispiele und Folgen:
Google Suche:
Zunehmend viele Anzeigen und KI-generierter Spam statt relevanter organischer Ergebnisse.
Social Media:
Überflutung durch Werbung und Inhalte, die weniger mit den eigenen Kontakten zu tun haben.
Geräte & Software:
Funktionen werden hinter Paywalls versteckt, die Nutzerfreundlichkeit sinkt (z. B. bei Autos).